Zehn Gründerinnen und Gründer stehen im Finale um den Publikumspreis beim Gründungspreis Brandenburg 2026. Eine Jury unter Vorsitz von Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer wählte Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen aus. Die Nominierten präsentieren ihre Geschäftsideen am 2. September in der Biosphäre Potsdam in kurzen Live-Pitches. Anschließend entscheiden die anwesenden Gäste per Live-Voting über den Publikumspreis.

Die Auswahl reicht von Bausanierung, Denkmalpflege und Handwerk über Landwirtschaft, Gastronomie und Tourismus bis hin zu Gesundheit, Sport, sozialer Innovation und Biotechnologie. Damit bildet die Finalrunde einen großen Teil der wirtschaftlichen und unternehmerischen Vielfalt Brandenburgs ab.

Diese zehn Gründerinnen und Gründer sind nominiert

Die Jury nominierte folgende Unternehmen und ihre Gründerinnen beziehungsweise Gründer für den Publikumspreis:

  1. Stela Bergan – tara UG
  2. Elisabeth Bruckmoser – Familie Bruckmoser Betriebs- und Service GmbH
  3. Angelina Fontana – Powerfrauen Potsdam
  4. Christian Gehler – 3B Denkmalpflege & Bausanierung GmbH Berlin-Brandenburg
  5. Clarissa Grasnick – Fläming Küchen e.K.
  6. Sara Julie Jenichen – Flowerfarm
  7. Andrea Korndörfer – Dentallabor Andrea Korndörfer
  8. Saida Lindner – Melchhof Gärtnerei GbR und Melchhof Handel GbR
  9. Ghazaleh Madani – CanChip GmbH
  10. Lea Tomppert – KOCHTOPF – vegetarisches Bistro & Catering

Kurzvorstellungen der Nominierten sind seit dem 21. Juli auf der Internetseite des Gründungspreises Brandenburg veröffentlicht.

Branchenvielfalt prägt die Finalrunde

Die nominierten Unternehmen unterscheiden sich deutlich in Größe, Geschäftsmodell und Zielgruppe. Vertreten sind sowohl klassische Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe als auch technologieorientierte Gründungen und soziale Projekte.

Mit 3B Denkmalpflege & Bausanierung ist ein Unternehmen aus einem für Brandenburg wichtigen Wirtschaftsbereich vertreten. Der Erhalt historischer Bausubstanz benötigt spezialisierte Handwerker, Fachwissen und langfristig qualifiziertes Personal.

Die Nominierung der Fläming Küchen und des Dentallabors zeigt zugleich, dass der Preis nicht allein auf digitale Start-ups ausgerichtet ist. Auch traditionelle Gewerke, regionale Produktion und inhabergeführte Betriebe erhalten eine Bühne.

Landwirtschaft und Gartenbau sind mit der Flowerfarm und den Unternehmen des Melchhofs vertreten. Diese Branchen prägen große Teile des ländlichen Brandenburgs und stehen zugleich vor steigenden Kosten, Bürokratie und einem schwierigen Wettbewerb um Arbeitskräfte.

Entscheidung fällt in der Biosphäre Potsdam

Die Prämierungsveranstaltung beginnt am Mittwoch, 2. September 2026, um 15 Uhr in der Biosphäre Potsdam. Die eigentliche Preisverleihung ist für 16 Uhr vorgesehen.

Vor dem Publikum stellen die zehn Nominierten sich und ihre Unternehmen in kurzen Präsentationen vor. Danach stimmen die Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur unmittelbar über den Publikumspreis ab.

Brandenburgs Wirtschaftsministerin Martina Klement soll die Auszeichnungen überreichen. Moderiert wird die Veranstaltung von RBB-Moderatorin Nadine Heidenreich. Der Landesjugendpopchor Brandenburg Young Voices übernimmt die musikalische Begleitung.

Auch Jury-Mitglied Enie van de Meiklokjes, gebürtige Potsdamerin und als Backexpertin bekannt, soll am Rahmenprogramm teilnehmen.

Vier Preise sind mit jeweils 4.000 Euro dotiert

Neben dem Publikumspreis werden drei weitere Auszeichnungen vergeben:

  • Existenzgründerin
  • Unternehmensnachfolge
  • Gründung mit Migrationsgeschichte

Jede dieser Kategorien ist ebenso wie der Publikumspreis mit 4.000 Euro dotiert.

Damit werden nicht nur neue Geschäftsideen gewürdigt. Der Preis berücksichtigt auch die Übernahme bestehender Betriebe und damit eine der wichtigsten Herausforderungen des ostdeutschen Mittelstands.

Zahlreiche Handwerks-, Handels- und Familienunternehmen suchen in den kommenden Jahren einen Nachfolger. Gelingt die Übergabe nicht, können Arbeitsplätze, Fachwissen und regionale Versorgungsangebote verloren gehen.

Brandenburg will mehr Menschen zur Selbstständigkeit ermutigen

Wirtschaftsministerin Martina Klement erklärte, die zehn Nominierten stünden für Ideenreichtum, Mut und unternehmerische Vielfalt im Land. Der Preis solle unterschiedliche Gründungsgeschichten sichtbar machen und weitere Menschen ermutigen, eigene Ideen umzusetzen.

Für Brandenburg ist die Gründungsförderung besonders außerhalb des Berliner Umlandes von Bedeutung. Neue Unternehmen können Arbeitsplätze schaffen, leerstehende Gewerberäume nutzen und Dienstleistungen erhalten, die in kleineren Städten und Gemeinden sonst verloren gehen könnten.

Dabei muss eine Unternehmensgründung nicht zwangsläufig mit einer völlig neuen Technologie verbunden sein. Auch die Übernahme einer Werkstatt, die Eröffnung eines gastronomischen Betriebs oder der Aufbau einer regionalen Gärtnerei kann für einen Ort erhebliche wirtschaftliche Bedeutung besitzen.

Selbstständigkeit bleibt mit hohen Hürden verbunden

Gründer benötigen neben einer tragfähigen Idee ausreichend Kapital, geeignete Räume und verlässliche Genehmigungsverfahren. Besonders kleine Betriebe müssen häufig einen großen Teil ihrer Zeit für Buchhaltung, Nachweise und Verwaltung aufwenden.

Hinzu kommen steigende Energie-, Lohn- und Materialkosten. In ländlichen Regionen können schwache Verkehrsanbindungen, fehlende Fachkräfte und eine begrenzte Kundenzahl zusätzliche Schwierigkeiten verursachen.

Ein Gründungspreis kann diese strukturellen Probleme nicht lösen. Er kann jedoch erfolgreiche Beispiele öffentlich machen, Kontakte zu Wirtschaftsförderern herstellen und jungen Unternehmen zusätzliche Aufmerksamkeit verschaffen.

Für die nominierten Betriebe ist daher nicht nur das Preisgeld interessant. Auch die öffentliche Präsentation vor Vertretern aus Politik und Wirtschaft kann neue Partnerschaften, Kundenkontakte und Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen.

Handwerk und Mittelstand prägen Brandenburgs Wirtschaft

Die Auswahl der Nominierten zeigt, wie stark Brandenburg von kleineren und mittleren Unternehmen geprägt wird.

Handwerksbetriebe, Gastronomie, Gesundheitsdienstleister, Landwirtschaft und Tourismus sichern nicht nur Arbeitsplätze. Sie übernehmen vielerorts auch Aufgaben der Grundversorgung.

Ein Dentallabor, ein Cateringbetrieb oder ein Unternehmen für Bausanierung hat für eine Region eine andere Funktion als ein international ausgerichtetes Technologieunternehmen. Beide Formen von Unternehmertum sind jedoch für eine stabile Wirtschaftsstruktur notwendig.

Gerade im ländlichen Raum entstehen Arbeitsplätze häufig nicht durch einzelne Großansiedlungen, sondern durch viele kleinere Unternehmen. Jeder neue Betrieb kann dazu beitragen, Wertschöpfung und Kaufkraft in der Region zu halten.

Biotechnologie trifft auf traditionelle Branchen

Mit CanChip ist auch ein Unternehmen aus der Biotechnologie vertreten. Damit reicht die Finalrunde von klassischen Gewerken bis zu wissens- und forschungsintensiven Geschäftsmodellen.

Brandenburg profitiert dabei von der Nähe zu Hochschulen, Forschungseinrichtungen und dem Wissenschaftsstandort Berlin. Für junge Technologieunternehmen bleibt jedoch entscheidend, ob sie geeignete Fachkräfte, Laborflächen und Kapital finden.

Traditionelle Betriebe stehen vor anderen Aufgaben. Sie müssen Kunden vor Ort gewinnen, Personal ausbilden und häufig frühzeitig eine Nachfolge vorbereiten.

Der Gründungspreis führt diese unterschiedlichen Bereiche zusammen, ohne sie nach einem einheitlichen Geschäftsmodell zu bewerten.

Publikumspreis schafft direkte Rückmeldung

Beim Publikumspreis entscheidet nicht allein eine Fachjury. Die Nominierten müssen ihre Geschäftsidee in einem kurzen Vortrag verständlich und überzeugend darstellen.

Ein Live-Pitch verlangt eine klare Erklärung: Welches Problem löst das Unternehmen, wer sind die Kunden und wodurch unterscheidet sich das Angebot von bestehenden Lösungen?

Die Abstimmung durch das Publikum belohnt damit nicht nur wirtschaftliche Kennzahlen, sondern auch die Fähigkeit, eine Gründungsgeschichte nachvollziehbar zu vermitteln.

Das Format kann allerdings Unternehmen mit leicht verständlichen oder emotional zugänglichen Angeboten begünstigen. Komplexe technische Geschäftsmodelle sind innerhalb weniger Minuten häufig schwieriger zu erklären.

Die Juryentscheidung über die Nominierung und das anschließende Publikumsvotum verbinden deshalb zwei unterschiedliche Bewertungsstufen.

Veranstaltung steht allen Brandenburgern offen

Zur Prämierungsveranstaltung sind Bürger aus ganz Brandenburg eingeladen. Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, ist eine Anmeldung bis zum 12. August erforderlich.

Nach der Preisverleihung ist ab 18 Uhr ein gemeinsames Networking und Get-together vorgesehen. Das Veranstaltungsende ist für 21 Uhr geplant.

Der Austausch nach der Verleihung ist ein wichtiger Teil des Programms. Junge Unternehmer können dort mit Wirtschaftsförderern, anderen Gründern, Politikern und möglichen Geschäftspartnern ins Gespräch kommen.

Gerade für kleine Unternehmen sind solche Netzwerke häufig hilfreich, weil eigene Vertriebs- und Kommunikationsabteilungen fehlen.

Wie es weitergeht

Bis zum 2. September bereiten die Nominierten ihre Live-Präsentationen vor. Am Veranstaltungstag entscheidet das Publikum über den Gewinner des Publikumspreises.

Die weiteren Kategorien werden im Rahmen der Preisverleihung ebenfalls bekannt gegeben. Wirtschaftsministerin Martina Klement soll die Preisträger auszeichnen.

Wer an der Veranstaltung teilnehmen möchte, muss sich bis zum 12. August über die Internetseite des Gründungspreises anmelden.

Zehn Gründerinnen und Gründer treten beim Gründungspreis Brandenburg 2026 um den Publikumspreis an. Die Auswahl reicht von Denkmalpflege und Handwerk über Gartenbau, Gastronomie und Gesundheitswirtschaft bis zur Biotechnologie.

Die Finalisten stehen damit für unterschiedliche Formen von Selbstständigkeit, die Brandenburg wirtschaftlich prägen. Am 2. September präsentieren sie ihre Unternehmen in Potsdam. Danach entscheidet das Publikum per Live-Voting.

Neben dem Preisgeld bietet die Veranstaltung den Nominierten vor allem öffentliche Aufmerksamkeit und Zugang zu wichtigen Netzwerken. Für die Gründungskultur Brandenburgs liegt darin ein Nutzen, der über die eigentliche Preisverleihung hinausgeht.