Dokumentarische Pressefotografie, Nachrichtenagentur, GEGENWART 2026. KEIN HAUPTDARSTELLER. DAS MOTIV IST DIE DIGITALE FORSCHUNGSINFRASTRUKTUR SELBST.
Weiter Blick in einen modernen, sachlich ausgestatteten Forschungs- und IT-Arbeitsbereich einer öffentlichen Universität in Sachsen-Anhalt. Im Vordergrund mehrere wissenschaftliche Arbeitsplätze mit Monitoren, neutralen Datenvisualisierungen, geschlossenen Laptops, Kabelmanagement, Servertechnik und geordneten Dokumentationsunterlagen. Sämtliche dargestellten Inhalte bleiben unlesbar.
Im mittleren Bildbereich befinden sich ein kleiner Serverraum oder verglaste Serverschränke, Arbeitsplätze für Forschungsdatenmanagement und technische Besprechungsbereiche. Einzelne Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und IT-Fachkräfte dürfen klein und anonym bei der Arbeit sichtbar sein, ohne erkennbare Gesichter.
Im Hintergrund sind moderne Hochschularchitektur, Besprechungsräume und digitale Infrastruktur erkennbar. Die Szene vermittelt die gemeinsame Verwaltung, Sicherung, Standardisierung und langfristige Nutzbarkeit wissenschaftlicher Daten.
Im Mittelpunkt steht nicht ein Staatssekretär, Universitätsleiter oder eine Bescheidübergabe, sondern die technische und organisatorische Grundlage moderner Forschung. Keine feierliche Scheckübergabe und keine Politikerpose.
Licht und Stimmung: neutrales Tageslicht kombiniert mit sachlicher Innenbeleuchtung, ruhige und konzentrierte Arbeitsatmosphäre, natürliche Grau-, Weiß-, Metall-, Holz- und zurückhaltende Blautöne.
TECHNIK: 28 mm, f/8, durchgehend scharf, Available Light, feines Korn, Aufnahme auf Augenhöhe aus mittlerer Entfernung, klassischer dokumentarischer Nachrichtenstil.
NICHT: keine Politiker in Nahaufnahme, keine Händeschüttel-Szene, keine übergroßen Geldscheine, keine futuristische Science-Fiction-Zentrale, keine Hackerästhetik, keine erkennbaren Gesichter, keine lesbaren Forschungsdaten, Passwörter, Namen, Logos oder Bildschirminhalte, kein Stock-Look, kein HDR, kein KI-Look und keine werbliche Hochglanzinszenierung.
Sachsen-Anhalt investiert 500.000 Euro in Forschungsdatenmanagement
Sachsen-Anhalt unterstützt den Aufbau einer landesweiten Infrastruktur für den professionellen Umgang mit Forschungsdaten. Wissenschafts-Staatssekretär Thomas Wünsch hat an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg einen Förderbescheid über 500.000 Euro übergeben.
Mit dem Geld sollen eine Landesinitiative für Forschungsdatenmanagement und eine zentrale Koordinierungsstelle aufgebaut werden. Ziel ist es, die Hochschulen des Landes bei der Speicherung, Sicherung, Aufbereitung und gemeinsamen Nutzung wissenschaftlicher Daten zu unterstützen.
Die Koordinierungsstelle wird an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg eingerichtet und soll künftig als organisatorischer und strategischer Mittelpunkt der Initiative dienen.
Forschungsdaten gewinnen für Hochschulen an Bedeutung
Moderne Forschung erzeugt große Mengen digitaler Daten. Dazu gehören Messergebnisse, statistische Erhebungen, Bilddateien, Simulationen, Laborprotokolle, Interviews und digitalisierte historische Quellen.
Diese Daten müssen nicht nur gespeichert werden. Sie müssen nachvollziehbar dokumentiert, gegen Verlust geschützt und unter klaren rechtlichen Bedingungen zugänglich gemacht werden.
Ein funktionierendes Forschungsdatenmanagement soll sicherstellen, dass wissenschaftliche Ergebnisse überprüfbar bleiben und Daten später erneut verwendet werden können.
Zugleich wächst die Bedeutung gemeinsamer technischer Standards. Ohne einheitliche Strukturen lassen sich Daten zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und internationalen Partnern nur eingeschränkt austauschen.
Koordinierungsstelle entsteht in Magdeburg
Die neue Koordinierungsstelle soll die Aktivitäten der Hochschulen zusammenführen.
Zu ihren Aufgaben gehört zunächst die Ermittlung des landesweiten Bedarfs. Dabei soll geprüft werden, welche technischen Systeme, Beratungsangebote und rechtlichen Hilfestellungen an den einzelnen Hochschulen bereits vorhanden sind und wo noch Lücken bestehen.
Auf dieser Grundlage sollen gemeinsame Strukturen entwickelt werden. Dazu gehören verbindliche Zuständigkeiten, abgestimmte Arbeitsabläufe und landesweit nutzbare Standards.
Die Koordinierungsstelle soll außerdem den Aufbau gemeinsamer digitaler Dienste vorbereiten. Hochschulen könnten dadurch künftig bestimmte technische Lösungen gemeinsam nutzen, statt jeweils eigene Systeme aufzubauen.
Zwei wissenschaftliche Stellen vorgesehen
Mit der Förderung können unter anderem zwei wissenschaftliche Stellen eingerichtet werden.
Die Beschäftigten sollen den Aufbau der Landesinitiative fachlich begleiten, Bestandsaufnahmen durchführen und gemeinsame Konzepte entwickeln.
Darüber hinaus sollen Kommunikations- und Kooperationsstrukturen zwischen den Hochschulen entstehen. Dazu können regelmäßige Arbeitsgruppen, Fachveranstaltungen, Beratungsangebote und gemeinsame Weiterbildungen gehören.
Das Ministerium erwartet, dass Wissen und Erfahrungen dadurch schneller zwischen den Einrichtungen ausgetauscht werden.
Gemeinsame Standards sollen Forschung erleichtern
Ein Schwerpunkt liegt auf der Harmonisierung von Standards.
Forschungsdaten werden je nach Fachgebiet sehr unterschiedlich erzeugt und verarbeitet. Naturwissenschaftliche Messreihen stellen andere Anforderungen als Sprachaufnahmen, medizinische Daten oder historische Dokumente.
Trotz dieser Unterschiede werden gemeinsame Grundregeln benötigt. Dazu gehören nachvollziehbare Dateiformate, einheitliche Beschreibungen, geregelte Zugriffsrechte und langfristige Speicherlösungen.
Solche Standards erleichtern es Forschern, Daten zu finden, zu verstehen und erneut zu verwenden.
Sie helfen außerdem dabei, wissenschaftliche Ergebnisse auch Jahre nach dem Abschluss eines Projekts überprüfen zu können.
Datenschutz und Forschungsrecht werden gebündelt
Die Initiative soll nicht nur technische Fragen behandeln.
Auch Datenschutz, Urheberrecht, Lizenzen und Forschungsrecht gehören zu den zentralen Aufgaben des Forschungsdatenmanagements.
Besonders sensibel sind Daten, die Rückschlüsse auf einzelne Personen ermöglichen. Dazu können Interviews, Gesundheitsdaten, Umfragen oder personenbezogene Bildungsdaten gehören.
Hochschulen benötigen klare Regeln dafür, wer auf solche Daten zugreifen darf, wie lange sie gespeichert werden und unter welchen Bedingungen sie veröffentlicht oder weitergegeben werden können.
Die neue Koordinierungsstelle soll vorhandene Kompetenzen bündeln und den Hochschulen gemeinsame Beratungsangebote zur Verfügung stellen.
Anbindung an nationale Forschungsdatenstrukturen
Die Hochschulen Sachsen-Anhalts sollen zudem enger an die Nationale Forschungsdateninfrastruktur angebunden werden.
Die Nationale Forschungsdateninfrastruktur, kurz NFDI, vernetzt Einrichtungen und Fachgemeinschaften in ganz Deutschland. Sie entwickelt Strukturen, mit denen Forschungsdaten langfristig gesichert und besser zugänglich gemacht werden können.
Durch eine engere Zusammenarbeit können Hochschulen in Sachsen-Anhalt von bundesweiten Standards, technischen Diensten und fachlichen Netzwerken profitieren.
Zugleich erhalten Wissenschaftler bessere Möglichkeiten, ihre Daten überregional sichtbar und nutzbar zu machen.
Wünsch bezeichnet Daten als zentrale Ressource
Wissenschafts-Staatssekretär Thomas Wünsch bezeichnete Forschungsdaten bei der Übergabe des Förderbescheids als zentrale Grundlage für moderne Wissenschaft und Innovation.
Sie seien entscheidend für die Qualität, Transparenz und internationale Anschlussfähigkeit der Forschung.
Mit der Landesinitiative und der Koordinierungsstelle werde eine Grundlage geschaffen, um den professionellen Umgang mit Daten an den Hochschulen weiterzuentwickeln.
Das Land wolle damit zugleich die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit seiner Wissenschaftseinrichtungen stärken.
Bestandsanalyse an allen Hochschulen geplant
Zu Beginn sollen Bestands- und Bedarfsanalysen an sämtlichen Hochschulen des Landes durchgeführt werden.
Dabei wird untersucht, welche Lösungen bereits existieren und welche Anforderungen die verschiedenen Fachbereiche haben.
Eine Universität mit umfangreicher naturwissenschaftlicher Forschung benötigt beispielsweise andere Speicherkapazitäten als eine Kunsthochschule oder eine Hochschule mit sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt.
Die Analyse soll verhindern, dass zentrale Lösungen an den tatsächlichen Bedürfnissen der Einrichtungen vorbeigeplant werden.
Erst auf Grundlage dieser Erhebung sollen gemeinsame Dienste und Beratungsangebote schrittweise aufgebaut werden.
Umsetzung in drei Phasen vorgesehen
Der Aufbau des landesweiten Forschungsdatenmanagements soll in drei aufeinander aufbauenden Phasen erfolgen.
In der ersten Phase werden Grundlagen entwickelt und bestehende Strukturen untersucht.
Anschließend sollen gemeinsame Angebote, technische Lösungen und Kooperationsmodelle ausgebaut werden.
In der dritten Phase ist vorgesehen, die geschaffenen Strukturen dauerhaft zu verankern.
Diese schrittweise Umsetzung soll ermöglichen, Erfahrungen aus den ersten Projektabschnitten in die weitere Planung einfließen zu lassen.
Finanzierung soll ab 2027 gemeinsam getragen werden
Die jetzt bewilligten 500.000 Euro bilden eine Anschubfinanzierung.
Ab dem Jahr 2027 sollen zentrale IT-Bedarfe von Land und Hochschulen gemeinsam finanziert werden. Grundlage dafür ist eine Vereinbarung zwischen dem Wissenschaftsministerium und den Hochschulen Sachsen-Anhalts.
Damit soll verhindert werden, dass die neue Initiative nach dem Ende der ersten Förderphase wieder eingestellt werden muss.
Die dauerhafte Finanzierung soll neben dem Forschungsdatenmanagement auch weitere Bereiche der Digitalisierung und der IT-Sicherheit absichern.
IT-Sicherheit wird immer wichtiger
Forschungsdaten können einen hohen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Wert besitzen.
Sie müssen deshalb vor technischen Ausfällen, Datenverlust, unbefugtem Zugriff und Cyberangriffen geschützt werden.
Dazu gehören regelmäßige Sicherungskopien, klare Zugriffsrechte, geschützte Server und Verfahren zur schnellen Wiederherstellung verlorener Daten.
Gemeinsame Strukturen können dabei Vorteile bieten. Nicht jede Hochschule muss dieselben Sicherheitslösungen selbst entwickeln und betreiben.
Gleichzeitig müssen zentrale Systeme besonders sorgfältig geschützt werden, weil ein Ausfall mehrere Einrichtungen gleichzeitig betreffen könnte.
Offene Daten fördern Nachvollziehbarkeit
Ein professionelles Forschungsdatenmanagement kann dazu beitragen, wissenschaftliche Ergebnisse transparenter zu machen.
Daten, die rechtlich und ethisch veröffentlicht werden dürfen, können anderen Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden.
Dadurch lassen sich Ergebnisse überprüfen, neue Fragestellungen entwickeln und aufwendige Datenerhebungen mehrfach nutzen.
Die Veröffentlichung ist jedoch nicht in jedem Fall möglich. Datenschutz, Geschäftsgeheimnisse, Sicherheitsinteressen und Rechte Dritter können einer offenen Bereitstellung entgegenstehen.
Deshalb muss für jedes Forschungsprojekt geprüft werden, welche Daten veröffentlicht werden dürfen und welche geschützt bleiben müssen.
Einheitliche Beratung entlastet Wissenschaftler
Viele Forscher stehen bereits zu Beginn eines Projekts vor komplexen Fragen.
Sie müssen entscheiden, wie Daten gespeichert, beschrieben und später archiviert werden. Fördermittelgeber verlangen häufig einen eigenen Datenmanagementplan.
Nicht alle Wissenschaftler verfügen über vertiefte Kenntnisse in IT, Datenschutz oder Lizenzrecht.
Zentrale Beratungsangebote können deshalb helfen, Fehler frühzeitig zu vermeiden. Sie entlasten die Forschenden und sorgen dafür, dass rechtliche und technische Anforderungen bereits bei der Projektplanung berücksichtigt werden.
Hochschulen sollen enger zusammenarbeiten
Die Initiative soll die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen des Landes stärken.
Bislang entwickeln Einrichtungen häufig eigene technische Lösungen und Beratungsmodelle. Das kann zu Doppelstrukturen und unterschiedlichen Standards führen.
Gemeinsam genutzte Dienste können Kosten senken und die Qualität verbessern.
Davon könnten insbesondere kleinere Hochschulen profitieren, die nicht über große eigene IT- und Forschungsdatenabteilungen verfügen.
Die Herausforderung besteht darin, zentrale Angebote zu schaffen, ohne die unterschiedlichen Anforderungen der Fachbereiche zu vernachlässigen.
Investition stärkt Wissenschaftsstandort
Sachsen-Anhalt steht beim Wettbewerb um Wissenschaftler, Forschungsprojekte und Fördermittel in Konkurrenz mit anderen Ländern und internationalen Hochschulstandorten.
Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur ist dabei ein wichtiger Standortfaktor.
Forschungseinrichtungen erwarten sichere Speichermöglichkeiten, professionelle Unterstützung und eine zuverlässige Verbindung zu nationalen sowie internationalen Datennetzwerken.
Die Investition von 500.000 Euro kann den Aufbau dieser Strukturen anstoßen. Für den dauerhaften Betrieb werden jedoch weitere Mittel und langfristig qualifizierte Fachkräfte benötigt.
Die wichtigsten Angaben
Fördersumme: 500.000 Euro
Standort der Koordinierungsstelle: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Projekt: Landesinitiative Forschungsdatenmanagement
Geplante Stellen: zwei wissenschaftliche Stellen
Beteiligte: Wissenschaftsministerium und Hochschulen Sachsen-Anhalts
Schwerpunkte: Standards, digitale Dienste, Beratung, Datenschutz, IT-Sicherheit und Forschungsrecht
Langfristige Finanzierung: ab 2027 gemeinsam durch Land und Hochschulen
Sachsen-Anhalt investiert 500.000 Euro in den Aufbau einer landesweiten Initiative für Forschungsdatenmanagement.
Die neue Koordinierungsstelle an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg soll gemeinsame Standards entwickeln, Beratungsangebote aufbauen und die Hochschulen stärker miteinander vernetzen.
Die Anschubfinanzierung ist ein wichtiger erster Schritt. Entscheidend wird sein, ob die geschaffenen Strukturen dauerhaft finanziert, ausreichend mit Fachpersonal ausgestattet und von allen Hochschulen tatsächlich gemeinsam genutzt werden.