Acht Jugendliche aus Litauen, Polen und der Ukraine verbringen derzeit drei Wochen in der Hansestadt Stendal. Im Rahmen der internationalen Sommerschule der H. und H. Kaschade-Stiftung verbessern sie ihre Deutschkenntnisse und lernen die Altmark sowie weitere Orte in Deutschland kennen. Oberbürgermeister Bastian Sieler besuchte die Teilnehmer und informierte sich über das Sprach- und Kulturprogramm.
Die Sommerschule läuft vom 13. bis zum 31. Juli 2026. Sie verbindet insgesamt 60 Stunden Deutschunterricht mit Ausflügen, kulturellen Angeboten und gemeinsamen Aktivitäten. Das vollständig von der Stiftung finanzierte Programm richtet sich an Jugendliche mit bereits vorhandenen Deutschkenntnissen.
Jugendliche aus drei Ländern zu Gast
An der diesjährigen Sommerschule nehmen zwei Mädchen aus der litauischen Stadt Viekšniai, zwei Jungen aus der polnischen Partnerstadt Puławy sowie drei Mädchen aus dem ukrainischen Bojarka teil.
Zur Gruppe gehört außerdem eine Jugendliche aus der Ukraine, die seit 2022 in Stendal lebt. Sie unterstützt den Austausch zwischen den ausländischen Gästen und ihrer neuen Heimatstadt.
Die Teilnehmer sind zwischen 14 und 16 Jahre alt. Das allgemeine Programm der Sommerschule richtet sich nach Angaben der Veranstalter an Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren, die mindestens über Deutschkenntnisse auf dem Sprachniveau A2 verfügen. Insgesamt stehen acht Plätze zur Verfügung.
Vier Stunden Deutschunterricht am Tag
Der Sprachunterricht findet bei der Inlingua-Sprachschule Stendal statt. Die Jugendlichen absolvieren an den Unterrichtstagen jeweils vier Stunden Deutsch als Fremdsprache.
Im Mittelpunkt steht das aktive Sprechen. Bereits vorhandene Kenntnisse sollen nicht nur über Grammatik und schriftliche Aufgaben, sondern vor allem durch Gespräche und praktische Situationen vertieft werden.
Insgesamt umfasst der Kurs 60 Unterrichtsstunden. Unterkunft, Verpflegung und Sprachkurs werden vollständig von der H. und H. Kaschade-Stiftung finanziert. Lediglich die Kosten für An- und Abreise tragen die Familien.
Oberbürgermeister besucht die Sommerschule
Oberbürgermeister Bastian Sieler nutzte seinen Besuch, um mit den Jugendlichen und den Verantwortlichen des Programms ins Gespräch zu kommen.
Er würdigte die Sommerschule als Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement und private Stiftungsarbeit die internationalen Beziehungen Stendals fördern können.
„Es freut mich sehr, dass Stendal für junge Menschen aus Litauen, Polen und der Ukraine ein Ort der Begegnung, des Lernens und des kulturellen Austauschs ist“, erklärte Sieler nach Angaben der Stadt.
Die Stiftung verfolgt laut ihrer Satzung insbesondere das Ziel, Bildung, Kultur und internationale Beziehungen in Stendal und der Altmark zu fördern. Dazu unterstützt sie Menschen, Organisationen und Projekte mit einem länderübergreifenden Bezug.
Kulturprogramm ergänzt den Sprachkurs
Neben dem täglichen Unterricht lernen die Jugendlichen Stendal und die Umgebung kennen. Die Veranstalter passen das Freizeit- und Kulturprogramm möglichst an die Interessen der Gruppe an.
Als mögliche Ausflugsziele werden unter anderem Magdeburg, Berlin und der Erlebnisanbieter Harzdrenalin im Harz genannt. Hinzu kommen Aktivitäten und Besichtigungen in Stendal.
Die Jugendlichen wohnen während ihres Aufenthalts gemeinsam im Haus der Kaschade-Stiftung in der Weberstraße. Dort stehen zwei Mehrbettzimmer zur Verfügung. Von dem zentral gelegenen Stiftungshaus aus starten auch die gemeinsamen Unternehmungen.
Sprache im Alltag anwenden
Die Verbindung von Sprachunterricht und gemeinsamen Ausflügen ermöglicht es den Teilnehmern, ihre Deutschkenntnisse unmittelbar anzuwenden.
Beim Einkaufen, während Stadtführungen, bei Besichtigungen und in der Freizeit entstehen Gesprächssituationen, die in einem klassischen Unterrichtsraum nur schwer nachgebildet werden können.
Gleichzeitig lernen die Jugendlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten ihrer Herkunftsländer kennen. Das Programm schafft damit nicht nur sprachliche, sondern auch persönliche Begegnungen.
Internationale Kontakte aus Stendal
Die Sommerschule knüpft an die internationalen Beziehungen der Hansestadt und der Stiftung an. Mit Puławy in Polen besteht eine kommunale Partnerschaft. Auch zu Städten und Einrichtungen in Litauen und der Ukraine gibt es Kontakte.
Gerade für eine Mittelstadt in der Altmark eröffnet ein solches Programm die Möglichkeit, internationale Begegnungen direkt vor Ort anzubieten. Die Teilnehmer leben mehrere Wochen gemeinsam in Stendal und nehmen nicht nur an einzelnen Besuchsterminen teil.
Die Kaschade-Stiftung wurde 1996 gegründet und hat ihren Sitz in der Hansestadt. Zu ihren Aufgaben gehören die Förderung von Bildung, Kultur und internationalen Beziehungen. Neben der Sommerschule unterstützt sie unter anderem Kunst, Literaturprojekte und kulturelle Veranstaltungen.
Bedeutung für die Region
Internationale Bildungsprogramme konzentrieren sich häufig auf Großstädte und Hochschulstandorte. Die Sommerschule zeigt, dass auch kleinere Städte Angebote schaffen können, die Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern zusammenbringen.
Für Stendal entsteht dadurch ein unmittelbarer Austausch zwischen Gästen, Sprachschule, Stiftung und kommunalen Einrichtungen. Die Jugendlichen nehmen Eindrücke aus der Hansestadt und der Altmark mit in ihre Heimatorte.
Zugleich stärkt das Programm die Rolle privater Stiftungen bei der Bildungs- und Kulturförderung. Die Teilnehmer können unabhängig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familien am Unterricht und am örtlichen Programm teilnehmen, da die Stiftung die Kosten vor Ort trägt.
Wie es weitergeht
Die Sommerschule dauert noch bis zum 31. Juli. Bis dahin absolvieren die Jugendlichen weitere Sprachstunden und nehmen an den geplanten Ausflügen und Kulturangeboten teil.
Nach dem Abschluss reisen die ausländischen Gäste zurück in ihre Heimatstädte. Ob die Sommerschule im kommenden Jahr erneut angeboten wird, wurde zunächst nicht mitgeteilt.
Die internationale Sommerschule verbindet drei Wochen intensiven Deutschunterricht mit kulturellen Erlebnissen und persönlichen Begegnungen. Acht Jugendliche aus Litauen, Polen und der Ukraine erhalten dadurch die Möglichkeit, ihre Sprachkenntnisse auszubauen und Stendal sowie die Altmark kennenzulernen.
Das vollständig von der H. und H. Kaschade-Stiftung finanzierte Programm zeigt, wie lokale Stiftungsarbeit internationale Bildungsangebote auch außerhalb großer Metropolen ermöglichen kann.
Quellen
- Inlingua Sprachschule Stendal: „Sommerschule 2026 – Deutsche Sprache & Kultur erleben“, abgerufen am 21. Juli 2026.
- H. und H. Kaschade-Stiftung: Informationen zu Aufgaben und Förderzwecken der Stiftung, abgerufen am 21. Juli 2026.
- Stiftungsverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt: H. und H. Kaschade-Stiftung, abgerufen am 21. Juli 2026.
- Hansestadt Stendal: Mitteilung zum Besuch von Oberbürgermeister Bastian Sieler bei der internationalen Sommerschule, Juli 2026.