Klassikfreunde dürfen sich im September auf einen besonderen Violinabend im Konservatorium Schwerin freuen. Beim sechsten Konzert der Reihe KON-Takte präsentieren der international erfahrene Geiger Thorsten Rosenbusch und der Schweriner Pianist Dr. Eckart Möbius ein Programm aus bekannten Melodien und selten gespielten Kostbarkeiten der Violinliteratur.

Das Konzert unter dem Titel „Lebens(t)räume“ beginnt am Freitag, 11. September 2026, um 19 Uhr im Brigitte-Feldtmann-Saal des Konservatoriums.

Auf dem Programm stehen unter anderem Fritz Kreislers „Liebesfreud“, Enrico Tosellis „Serenade“, Johan Svendsens „Romanze“ und Vittorio Montis temperamentvoller „Csárdás“. Ergänzt wird der Abend durch weniger häufig aufgeführte Stücke wie Ferdinand Poliakins „Der Kanarienvogel“ und François Schuberts „Die Biene“.

Bekannte Melodien treffen auf musikalische Raritäten

Das Konzertprogramm verbindet eingängige, vielfach bekannte Werke mit Kompositionen, die nur selten auf heutigen Konzertprogrammen zu finden sind.

Fritz Kreislers „Liebesfreud“ gehört zu den populärsten kurzen Stücken für Violine und Klavier. Das Werk verlangt einen leichten, eleganten Klang und verbindet Wiener Charme mit technisch anspruchsvoller Gestaltung.

Auch Enrico Tosellis „Serenade“ zählt zu den Melodien, die vielen Zuhörern vertraut erscheinen dürften. Die gefühlvolle Komposition wurde in zahlreichen Bearbeitungen bekannt und gehört bis heute zum romantischen Repertoire.

Johan Svendsens „Romanze“ setzt dagegen stärker auf einen weit gespannten, gesanglichen Violinton. Vittorio Montis „Csárdás“ bringt zum Abschluss oder als besonderer Höhepunkt virtuose Geschwindigkeit und temperamentvolle Wechsel in den Abend.

„Die Biene“ verlangt höchste Beweglichkeit

Mit François Schuberts „Die Biene“ steht ein Stück auf dem Programm, das seinem Namen musikalisch gerecht wird.

Schnelle Tonfolgen und eine leichte, beinahe schwebende Spielweise sollen den Flug und das Summen einer Biene nachzeichnen. Für den Geiger bedeutet dies hohe technische Anforderungen, ohne dass die Musik schwer oder angestrengt wirken darf.

Auch Ferdinand Poliakins „Der Kanarienvogel“ gehört zu den virtuosen Charakterstücken. Die Violine übernimmt dabei beinahe die Rolle einer menschlichen oder tierischen Stimme.

Gerade solche kürzeren Kompositionen zeigen, wie vielfältig das Instrument eingesetzt werden kann: mal gesanglich und empfindsam, mal humorvoll, tänzerisch oder ausgesprochen virtuos.

Persönliche Erinnerungen prägen das Programm

Mehrere Werke des Abends begleiten Thorsten Rosenbusch bereits seit seiner Jugend.

Er spielte sie nach Angaben des Konservatoriums gemeinsam mit seinem Vater, der als Solorepetitor am Metropol-Theater Berlin tätig war. Diese frühen musikalischen Erfahrungen hätten seine Interpretation bis heute geprägt.

Damit erhält der Titel „Lebens(t)räume“ eine persönliche Bedeutung. Die ausgewählten Stücke stehen nicht nur für unterschiedliche musikalische Stimmungen, sondern auch für Erinnerungen an Familie, Ausbildung und ein jahrzehntelanges Berufsleben.

Das Publikum erlebt daher kein beliebig zusammengestelltes Wunschkonzert. Hinter mehreren Werken stehen persönliche Verbindungen und musikalische Erfahrungen, die weit zurückreichen.

Mehr als vier Jahrzehnte an der Berliner Staatsoper

Thorsten Rosenbusch war über 40 Jahre Erster Konzertmeister der Staatsoper Unter den Linden und damit an einem der bedeutendsten Opernhäuser Deutschlands tätig.

Der Konzertmeister übernimmt innerhalb eines Orchesters eine besonders verantwortungsvolle Position. Er führt die erste Violingruppe, stimmt sich eng mit dem Dirigenten ab und wirkt entscheidend an der musikalischen Gestaltung mit.

Während seiner langen Laufbahn arbeitete Rosenbusch unter anderem mit Simon Rattle, Christian Thielemann und Daniel Barenboim zusammen.

Diese Erfahrung aus Oper, Sinfonik und Kammermusik fließt nun in das Schweriner Konzert ein. Die offizielle Veranstaltungsseite der Landeshauptstadt führt Rosenbusch als ehemaligen Ersten Konzertmeister der Staatskapelle Berlin.

Vom großen Orchester zur intimen Kammermusik

Ein Konzert für Violine und Klavier stellt andere Anforderungen als ein Abend im großen Opernhaus.

Im Kammermusiksaal sind feinste Veränderungen in Klang, Artikulation und Dynamik unmittelbar hörbar. Beide Instrumente müssen aufeinander reagieren und ein gemeinsames musikalisches Gespräch entwickeln.

Die Violine steht zwar häufig melodisch im Vordergrund, doch das Klavier übernimmt keineswegs nur eine begleitende Rolle. Es gestaltet Stimmungen, setzt rhythmische Akzente und führt eigene musikalische Gedanken weiter.

Gerade bekannte Stücke gewinnen durch dieses direkte Zusammenspiel eine neue Wirkung.

Eckart Möbius begleitet am Klavier

Am Klavier wird Thorsten Rosenbusch von Dr. Eckart Möbius aus Schwerin begleitet.

Beide Musiker verbindet bereits eine enge künstlerische Zusammenarbeit. Möbius ist neben seiner Tätigkeit als Arzt regelmäßig als Lied- und Instrumentalbegleiter aktiv. Darüber hinaus widmet er sich der Kammermusik und arbeitet als Komponist.

Diese Verbindung aus medizinischem Beruf und intensiver musikalischer Tätigkeit macht seinen Werdegang besonders.

Als Begleiter muss Möbius auf die individuelle Spielweise des Geigers reagieren und zugleich den eigenständigen Charakter der Klavierstimme herausarbeiten. Bei virtuosen Charakterstücken ist dabei ebenso große Präzision erforderlich wie in den langsameren, lyrischen Passagen.

Moderationen führen durch den Abend

Kurze Moderationen sollen dem Publikum zusätzliche Einblicke in die aufgeführten Werke und deren Entstehung geben.

Das Konzert richtet sich damit nicht ausschließlich an ausgewiesene Kenner der Violinliteratur. Auch Besucher, die klassische Musik näher kennenlernen möchten, erhalten eine verständliche Einführung.

Die Erläuterungen können helfen, musikalische Besonderheiten bewusster wahrzunehmen. Dazu gehören die persönlichen Erinnerungen Rosenbuschs ebenso wie Hintergründe zu den Komponisten und zur jeweiligen Entstehungszeit.

Der Abend verbindet dadurch Konzert und musikalische Entdeckungsreise, ohne den unmittelbaren Klang durch lange Vorträge zu unterbrechen.

KON-Takte bringt unterschiedliche Musiker nach Schwerin

Die Konzertreihe KON-Takte gehört zum Kulturprogramm des Konservatoriums Schwerin. Über das Jahr hinweg treten dort unterschiedliche Solisten und Ensembles mit klassischen, zeitgenössischen und spartenübergreifenden Programmen auf.

Beim fünften Konzert im Juni präsentierte beispielsweise das Schweriner Künstlerkollektiv „ad hoc“ eine improvisierte Verbindung aus Musik und Tanz.

Das sechste Konzert kehrt nun zu einer klassischen Besetzung aus Violine und Klavier zurück.

Die Reihe nutzt insbesondere den Brigitte-Feldtmann-Saal als überschaubaren Veranstaltungsort, der einen direkten Kontakt zwischen Künstlern und Publikum ermöglicht.

Karten kosten zwölf beziehungsweise acht Euro

Der Eintritt kostet regulär zwölf Euro. Ermäßigte Karten sind für acht Euro erhältlich.

Der Vorverkauf erfolgt im Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus. Die Karten können dort dienstags bis sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr erworben werden. Nach Angaben des Konservatoriums werden die Eintrittskarten für die KON-Takte-Konzerte grundsätzlich über diesen Vorverkauf angeboten.

Eine Reservierung ist nicht möglich. Interessierte sollten ihre Karten deshalb rechtzeitig persönlich kaufen.

Der Zugang zum Brigitte-Feldtmann-Saal wird als barrierearm angegeben.

Speisen und Getränke in der Pause

Für eine kulinarische Begleitung vor dem Konzert und während der Pause sorgt das Team der „Kreislaufhelden“.

Besucher können den Konzertabend damit bereits vor dem ersten Stück beginnen und sich in der Pause austauschen.

Gerade bei kleineren Konzertreihen trägt diese Verbindung aus Musik und Begegnung zur Atmosphäre bei. Das Konservatorium wird nicht nur zum Aufführungsort, sondern auch zu einem Treffpunkt für Schweriner Musikfreunde.

Ein Abend zwischen Erinnerung und Virtuosität

Der Titel „Lebens(t)räume“ fasst die unterschiedlichen Ebenen des Programms zusammen.

Einerseits stehen romantische und temperamentvolle Stücke auf dem Programm, die von Liebe, Sehnsucht, Naturbildern und tänzerischer Lebensfreude geprägt sind. Andererseits erinnern mehrere Werke Rosenbusch an seine musikalische Jugend und an gemeinsame Auftritte mit seinem Vater.

Dazu kommt die Erfahrung aus mehr als vier Jahrzehnten an der Berliner Staatsoper.

Das Konzert dürfte daher sowohl technisch anspruchsvolle Momente als auch persönliche und emotionale Passagen bieten. Bekannte Melodien erleichtern den Zugang, während die seltener gespielten Werke Raum für neue Entdeckungen schaffen.

Veranstaltungsinformationen

Termin: Freitag, 11. September 2026
Beginn: 19 Uhr
Ort: Brigitte-Feldtmann-Saal im Konservatorium Schwerin
Programm: „Lebens(t)räume“
Violine: Thorsten Rosenbusch
Klavier: Dr. Eckart Möbius
Eintritt: 12 Euro, ermäßigt 8 Euro
Vorverkauf: Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus, Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr
Hinweis: Eine Kartenreservierung ist nicht möglich
Zugang: barrierearm

Beim sechsten KON-Takte-Konzert treffen am 11. September große Berufserfahrung und persönliche musikalische Erinnerungen aufeinander.

Thorsten Rosenbusch und Eckart Möbius präsentieren im Schweriner Konservatorium ein abwechslungsreiches Programm mit Werken von Kreisler, Toselli, Svendsen, Monti, Poliakin und Schubert.

Bekannte Melodien, virtuose Charakterstücke und kurze Erläuterungen versprechen einen zugänglichen Klassikabend, der sowohl erfahrene Konzertbesucher als auch neugierige Neueinsteiger ansprechen dürfte.

Quelle

Landeshauptstadt Schwerin und Konservatorium Schwerin: Mitteilung „Sechstes KON-Takte-Konzert im Konservatorium Schwerin – Lebens(t)räume mit Thorsten Rosenbusch und Dr. Eckart Möbius“, Juli 2026.