Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark hat sich nach Angaben der Einsatzleitung zunächst nicht weiter ausgebreitet. Am Montag, 20. Juli 2026, waren weiterhin rund 325 Einsatzkräfte mit der Sicherung des Brandgebietes beschäftigt. Die betroffene Fläche wird mit etwa 388 Hektar angegeben. Eine Entwarnung gibt es noch nicht.

Das Feuer brennt teilweise auf einem ehemaligen militärischen Übungsgelände nördlich von Neustrelitz. Dort liegt alte Munition im Boden. Feuerwehrleute können deshalb nicht überall unmittelbar gegen die Flammen vorgehen. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, das Feuer von außen einzuschließen und ein weiteres Übergreifen zu verhindern.

Feuer auf rund 388 Hektar begrenzt

Nach den jüngsten Angaben hat sich die Brandfläche seit Samstag nicht mehr wesentlich vergrößert. Vereinzelt treten innerhalb des Gebietes weiterhin offene Flammen und neue Brandherde auf. Die Einsatzkräfte konzentrieren sich deshalb auf die bestehenden Begrenzungslinien.

Rund um das Brandgebiet wurden sogenannte Kreisregner aufgestellt. Diese Anlagen halten Waldboden und Vegetation an den Rändern feucht. Die Einsatzleitung meldete, dass das Feuer inzwischen vollständig von solchen Beregnungslinien umgeben sei. Dadurch könne die Ausbreitung deutlich gebremst werden.

Auch Drohnen werden wieder eingesetzt. Sie liefern Luftbilder und helfen dabei, neue Glutnester oder Veränderungen der Feuerfront zu erkennen. Wegen laufender Hubschraubereinsätze war ihre Nutzung zeitweise eingeschränkt worden.

Die wichtigsten Fakten

Der Brand war am 13. Juli im Bereich des Müritz-Nationalparks gemeldet worden. In den folgenden Tagen weitete er sich stark aus. Am 16. Juli waren bereits rund 320 Hektar Waldfläche betroffen. Das Land bezeichnete die Lage zu diesem Zeitpunkt als dynamisch und den Brand als nicht unter Kontrolle.

Bis zum Wochenende wuchs die betroffene Fläche auf etwa 388 Hektar. Zeitweise waren mehr als 400 Einsatzkräfte beteiligt. Unterstützung kam unter anderem von der Bundeswehr und aus anderen Bundesländern.

Am Montag stellte sich die Lage folgendermaßen dar:

  • Das Brandgebiet umfasst ungefähr 388 Hektar.
  • Rund 325 Einsatzkräfte sind weiterhin beteiligt.
  • Ein weiteres deutliches Flächenwachstum wurde zuletzt nicht gemeldet.
  • Innerhalb des Gebietes bestehen weiterhin Brand- und Glutnester.
  • Rauch kann auch in weiter entfernten Orten wahrgenommen werden.
  • Das betroffene Nationalparkgebiet bleibt gefährlich und teilweise gesperrt.

Altmunition erschwert den Einsatz

Die größte Schwierigkeit für die Feuerwehr ist die Belastung des Bodens mit alter Munition. Das betroffene Gebiet wurde früher militärisch genutzt. Unter anderem können sich dort Granaten und weitere Kampfmittel befinden. Während des Brandes kam es nach Behördenangaben wiederholt zu Explosionen.

Ein direkter Löschangriff wäre auf solchen Flächen lebensgefährlich. Einsatzkräfte dürfen die belasteten Bereiche deshalb nicht betreten. Auch schwere Löschfahrzeuge können nicht ohne Weiteres in das Gebiet fahren.

Stattdessen wird das Feuer von sicheren Wegen und vorbereiteten Riegelstellungen aus bekämpft. Kreisregner, Wasserwerfer und lange Schlauchleitungen sollen verhindern, dass die Flammen die gesicherten Grenzen überschreiten. In Bereichen ohne Munitionsbelastung können die Einsatzkräfte näher an die Brandstellen heran.

Die Bundeswehr unterstützte den Einsatz zeitweise mit Löschhubschraubern. Zusätzlich trafen Spezialtechnik und Feuerwehrkräfte aus mehreren Bundesländern ein.

Dörfer mussten zeitweise geräumt werden

Zu Beginn des Brandes wurden Granzin und Granziner Mühle vorsorglich geräumt. Auch für Krienke war eine Evakuierung angeordnet worden. Später konnten Bewohner teilweise zurückkehren, nachdem sich die unmittelbare Gefahr für die Ortschaften verringert hatte.

Die Einsatzleitung hält dennoch Schutzmaßnahmen und Notfallplanungen aufrecht. Die Entwicklung hängt weiterhin vom Wind, möglichen Niederschlägen und dem Verhalten der Brandherde innerhalb des munitionsbelasteten Gebietes ab.

Von Granzin über Neubrandenburg bis nach Friedland wurde Rauchgeruch gemeldet. Bewohner betroffener Orte sollen bei stärkerer Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen halten.

Nationalpark bleibt für Besucher gefährlich

Polizei und Behörden fordern Einwohner, Urlauber und Ausflügler auf, das Brandgebiet weiträumig zu meiden. Das gilt für Wanderer, Radfahrer, Autofahrer und Wassersportler.

Im Einsatzgebiet liegen Schläuche, technische Anlagen und weitere Ausrüstung. Zusätzlich können Löcher, umgestürzte Bäume und unübersichtliche Brandstellen eine Gefahr darstellen. Geöffnete Schranken dienen den Einsatzfahrzeugen und sind keine Freigabe für den privaten Verkehr.

Auch touristische Verbindungen waren betroffen. Der Nationalparkbus konnte zeitweise nicht durch das Brandgebiet fahren. Abschnitte von Rad- und Wanderwegen sowie einzelne Wasserwege wurden gesperrt oder umgeleitet.

Für die touristisch geprägte Mecklenburgische Seenplatte fällt der Brand in die Hauptreisezeit. Einschränkungen betreffen nicht den gesamten Nationalpark und nicht die gesamte Müritzregion. Besucher sollten sich dennoch vor Ausflügen über aktuelle Sperrungen informieren.

Landrat vermutet eine vorsätzliche Ursache

Die Ursache des Feuers ist offiziell noch nicht abschließend geklärt. Der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller, erklärte jedoch, er gehe davon aus, dass das Feuer nicht von allein ausgebrochen sei. Damit steht der Verdacht einer Brandstiftung im Raum. Ein gesichertes Ermittlungsergebnis liegt bislang nicht vor.

Zwischen einer politischen oder behördlichen Einschätzung und einem nachgewiesenen Tathergang muss unterschieden werden. Solange die Ermittlungen nicht abgeschlossen sind, darf eine vorsätzliche Brandlegung nicht als feststehende Tatsache dargestellt werden.

Bereits Ende Juni hatte es in einem anderen Bereich des Müritz-Nationalparks einen größeren Waldbrand gegeben. Auch dort erschwerte Munition im Boden den Löscheinsatz.

Was der Brand für die Region bedeutet

Der Einsatz bindet seit Tagen Feuerwehren, Katastrophenschutz, Polizei, Forstverwaltung, Rettungsdienste und weitere Behörden. Ein erheblicher Teil der beteiligten Kräfte gehört zu Freiwilligen Feuerwehren aus Mecklenburg-Vorpommern und anderen Ländern.

Für ländliche Regionen stellt ein Einsatz dieser Größenordnung eine besondere Belastung dar. Ehrenamtliche Feuerwehrleute fehlen währenddessen in ihren Betrieben, Handwerksunternehmen, Verwaltungen oder landwirtschaftlichen Betrieben. Gleichzeitig müssen die örtlichen Feuerwehren ihre Einsatzbereitschaft für weitere Brände, Unfälle und Notfälle aufrechterhalten.

Der Brand zeigt außerdem die langfristigen Folgen früherer militärischer Nutzungen. Munition im Boden verhindert eine normale Brandbekämpfung und erhöht Aufwand, Dauer und Kosten des Einsatzes. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltministerium fordert deshalb stärkere Unterstützung des Bundes bei der Beräumung belasteter Flächen.

Wie es weitergeht

Die Einsatzkräfte werden die Beregnungslinien weiter betreiben und das Gebiet mit Drohnen sowie Beobachtungsposten kontrollieren. Regen kann die Lage verbessern, reicht aber nicht zwingend aus, um tiefer liegende Glutnester vollständig zu löschen.

Ein Waldbrand auf munitionsbelastetem Gelände kann auch nach einer Stabilisierung noch lange Arbeit verursachen. Brandstellen müssen überwacht und die Randbereiche dauerhaft feucht gehalten werden. Ein Betreten der Fläche bleibt erst möglich, wenn von Feuer und Munition keine unmittelbare Gefahr mehr ausgeht.

Behörden und Polizei wollen zudem die Brandursache klären. Ob und wann belastbare Ermittlungsergebnisse veröffentlicht werden, ist derzeit offen.

Die Ausbreitung des Waldbrandes im Müritz-Nationalpark ist vorerst gestoppt. Das etwa 388 Hektar große Brandgebiet bleibt jedoch aktiv und gefährlich. Rund 325 Einsatzkräfte sichern die Ränder, bekämpfen Glutnester und verhindern ein erneutes Anwachsen des Feuers.

Altmunition im Boden macht einen direkten Löschangriff auf weiten Flächen unmöglich. Für Einwohner und Gäste gelten deshalb weiterhin Sperrungen und Warnhinweise. Eine vollständige Entwarnung kann erst gegeben werden, wenn die Brandstellen dauerhaft unter Kontrolle sind.