Wer einen nahestehenden Menschen verliert, erhält unmittelbar nach einem Todesfall häufig viel Unterstützung. Wochen oder Monate später sieht die Situation oft anders aus. In Sassnitz schafft der Ambulante Hospizdienst deshalb einen regelmäßigen Treffpunkt für Menschen in Trauer. Der nächste Termin im Grundtvighaus findet am Donnerstag, 20. August, statt.
Das Café öffnet von 15.30 bis 17 Uhr.
Es findet regelmäßig am dritten Donnerstag eines Monats statt.
Trauer besitzt keinen festen Zeitplan
Menschen verarbeiten Verluste sehr unterschiedlich.
Während manche früh wieder Alltag finden, brauchen andere lange Zeit.
Genau deshalb können feste Gesprächsangebote wichtig sein.
Sie verlangen nicht, dass Trauer nach einigen Wochen „vorbei“ sein muss.
Kein klassisches Café
Im Mittelpunkt steht nicht Gastronomie, sondern Begegnung.
Menschen können mit anderen sprechen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Das unterscheidet ein solches Angebot von professioneller Therapie.
Es soll vor allem einen geschützten sozialen Raum schaffen.
Einsamkeit kann nach Verlust zunehmen
Besonders ältere Menschen verlieren mit einem Partner oft auch einen großen Teil ihres täglichen sozialen Umfeldes.
Gemeinsame Routinen, Gespräche und Kontakte brechen weg.
Ein regelmäßiger Treffpunkt kann diese Lücke nicht ersetzen, aber neue Verbindungen ermöglichen.
Hospizarbeit endet nicht mit dem Tod
Ambulante Hospizdienste begleiten nicht ausschließlich schwer kranke Menschen.
Auch Angehörigen- und Trauerbegleitung gehören zu ihrer Arbeit.
Das Sassnitzer Café macht diesen Teil der Hospizbewegung öffentlich sichtbar.
Angebot läuft das ganze Jahr weiter
Weitere Termine sind unter anderem für September, Oktober, November und Dezember vorgesehen.
Damit handelt es sich nicht um eine einmalige Veranstaltung, sondern um ein dauerhaftes soziales Angebot in der Stadt.
Quellen
Ambulanter Hospizdienst Rügen Stadt Sassnitz Grundtvighaus Sassnitz