Vor Sassnitz liegt eine Umweltgefahr im Meer, die von Land aus kaum zu sehen ist. Verlorene oder aufgegebene Fischernetze können jahrelang im Wasser bleiben und weiterhin Fische, Vögel oder Meeressäuger gefährden. Am Donnerstag, 13. August, macht eine WWF-Erlebnistour genau dieses Problem zum Schwerpunkt.
Die Tour beginnt am Nationalparkeingang Wedding in Sassnitz und führt über rund acht Kilometer durch den Nationalpark Jasmund zum Königsstuhl.
Netze fischen weiter, obwohl niemand sie kontrolliert
Der Begriff „Geisternetze“ bezeichnet verlorene Fischereigeräte, die im Meer zurückbleiben.
Sie können sich an Wracks oder Steinen verfangen und weiterhin Tiere fangen.
Hinzu kommt ein zweites Problem: Viele moderne Netze bestehen aus Kunststoff.
Sie zerfallen deshalb nicht einfach biologisch.
WWF birgt Netze aus der Ostsee
Der WWF arbeitet vor Rügen an Projekten zur Bergung verlorener Fischernetze.
Während der Sassnitzer Tour wird dieses Thema ausdrücklich erläutert.
Auch Kegelrobben und der Schutz der Ostsee gehören zum Programm.
Fischerei und Naturschutz treffen direkt aufeinander
Für Sassnitz besitzt das Thema besondere Bedeutung.
Die Stadt hat eine lange Fischereigeschichte.
Gleichzeitig grenzt sie unmittelbar an einen Nationalpark und liegt an einer sensiblen Ostseeküste.
Damit treffen wirtschaftliche Nutzung und Naturschutz auf engem Raum zusammen.
Tourismus kann Umweltwissen vermitteln
Die Veranstaltung verbindet eine touristische Wanderung mit konkreten Naturschutzthemen.
Das ist für einen Ferienort interessant.
Besucher konsumieren Natur damit nicht nur als schöne Kulisse, sondern erfahren, welche Probleme unter der Wasseroberfläche bestehen.
Nächster Termin folgt erst im Oktober
Nach dem 13. August ist die nächste entsprechende WWF-Tour erst für den 10. Oktober vorgesehen.
Der Termin am Donnerstag ist deshalb eine der letzten sommerlichen Gelegenheiten, dieses Thema direkt vor Ort kennenzulernen.
Quellen
WWF Deutschland Nationalpark-Zentrum Königsstuhl