Das Energie-Terminal „Deutsche Ostsee“ im Mukran Port gehört nach Angaben des Betreibers zu den Betriebsbereichen der „oberen Klasse“ nach der deutschen Störfallverordnung. Das bedeutet: Wegen der dort vorhandenen Mengen gefährlicher Stoffe gelten besonders umfangreiche Anforderungen an Sicherheitsberichte, Gefahrenabwehr und Information der Bevölkerung.

Das Terminal befindet sich seit September 2024 im Regelbetrieb. Derzeit liegt dort nach den aktuellen Betreiberangaben die FSRU „Neptune“.

Bis zu 13,5 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr

Das Terminal ist technisch für bis zu zwei schwimmende Speicher- und Regasifizierungseinheiten ausgelegt.

Die maximale Regasifizierungskapazität wird mit rund 13,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas jährlich angegeben. Aktuell ist jedoch nur die „Neptune“ fest vertäut.

LNG wird tiefgekühlt angeliefert und anschließend wieder in gasförmigen Zustand umgewandelt.

Danach gelangt das Erdgas in das Fernleitungsnetz.

Betreiber betrachtet Brand, Leck und Explosion

In den Sicherheitsunterlagen werden insbesondere mögliche Brände und das Austreten von Gas betrachtet.

Auch ein größerer Explosionsfall gehört zu den untersuchten Szenarien.

Der Betreiber erklärt, dass die umliegenden Gemeinden nach den zugrunde gelegten Berechnungen weit genug vom Terminal entfernt seien.

Vier Schlepper stehen für Notfälle bereit

Im Hafen hält Deutsche ReGas nach eigenen Angaben vier Schlepper vor.

Mindestens ein Schleppschiff soll ständig einsatzbereit sein; die Schiffe verfügen nach Betreiberangaben über besondere Fähigkeiten zur Brandbekämpfung.

Für größere Ereignisse existiert zudem ein Alarm- und Gefahrenabwehrplan.

Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Katastrophenschutz können in die Maßnahmen eingebunden werden.

Bevölkerung würde über Warnsysteme informiert

Sollte eine Gefahr außerhalb des Betriebsgeländes nicht ausgeschlossen werden können, sind Warnungen unter anderem über Sirenen, Rundfunkdurchsagen sowie Warn-Apps wie NINA und KATWARN vorgesehen.

Einwohner sollen sich in einem solchen Fall in geschlossene Räume begeben, Fenster und Türen schließen und Anweisungen der Behörden beachten.

Energiepolitik bekommt lokale Sicherheitsdimension

Die Debatte über LNG wird häufig bundespolitisch geführt.

In Sassnitz besitzt sie eine unmittelbar lokale Ebene.

Hier befindet sich die technische Anlage, hier müssen Einsatzkräfte vorbereitet sein und hier leben Menschen in der Umgebung eines Terminals, das Teil der deutschen Gasversorgung ist.

Genau deshalb sind die öffentlich zugänglichen Sicherheitsinformationen nicht bloß technische Dokumentation, sondern Bestandteil des Bevölkerungsschutzes.

Quellen

Deutsche ReGas Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern