Greifswald probiert Ende August eine ungewöhnliche Form des öffentlichen wissenschaftlichen Streits aus. Bei der „Debattenbox auf Tour“ treffen Bürger auf Forschende und diskutieren über kontroverse gesellschaftliche Fragen. Insgesamt stehen 40 Fragen zur Verfügung – für einen möglichen Konsens bleiben jeweils nur 60 Sekunden.
Beteiligt sind die Universität Greifswald, die Hochschule Stralsund und die Hochschule Wismar gemeinsam mit dem Verein science2public aus Halle.
In Greifswald sind Termine am 22. und 25. August vorgesehen.
Wissenschaft soll aus Hörsälen heraus
Das Konzept folgt einem wachsenden Trend.
Forschung soll nicht ausschließlich in Fachzeitschriften und Konferenzen stattfinden, sondern stärker mit der Öffentlichkeit ins Gespräch kommen.
Dabei geht es nicht darum, komplizierte Probleme tatsächlich innerhalb einer Minute zu lösen.
Die zeitliche Begrenzung zwingt die Beteiligten vielmehr, Positionen schnell und verständlich auf den Punkt zu bringen.
Streit ohne endlose Podiumsdiskussion
Viele klassische Diskussionsveranstaltungen leiden darunter, dass wenige Personen lange sprechen.
Die Debattenbox dreht dieses Prinzip um.
Kurze Gesprächsrunden sollen möglichst viele Menschen beteiligen und zeigen, wo trotz unterschiedlicher Ausgangspositionen gemeinsame Punkte entstehen können.
Quellen
Universität Greifswald Hochschule Stralsund Hochschule Wismar science2public