Im Sassnitzer Ortsteil Mukran entsteht derzeit Infrastruktur für eine Industrie, die in den kommenden Jahrzehnten zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Ostsee gehören könnte. Land und Hafen investieren mehr als 25 Millionen Euro in den Ausbau des Liegeplatzes 10 zu einem Spezialterminal für Schwerlast- und Projektladung. Fertig werden soll die Anlage im Frühjahr 2027.
Mukran Port will damit insbesondere die Offshore-Windindustrie bedienen.
Hafenchef Henry Forster bezeichnet das Ziel ausdrücklich als Entwicklung Mukrans zu einem zentralen Basishafen der Offshore-Windbranche im Ostseeraum.
Windkraftanlagen auf See werden immer größer
Moderne Offshore-Windanlagen erreichen Dimensionen, die normale Hafeninfrastruktur an ihre Grenzen bringen.
Türme, Fundamente, Rotorblätter und Maschinenkomponenten wiegen teilweise hunderte Tonnen.
Sie benötigen entsprechend belastbare Kaiflächen und große Lagerbereiche.
Genau dafür wird der Mukraner Terminal ausgebaut.
Windanker soll von Mukran aus entstehen
Der Hafen ist bereits in konkrete Großprojekte eingebunden.
Iberdrola hat Mukran für den Offshore-Windpark Windanker als wichtigen Standort für Vormontage, Installation und späteren Betrieb vorgesehen.
Windanker gehört zum sogenannten Baltic Hub vor Rügen.
Damit entsteht vor der Insel ein zusammenhängender Offshore-Komplex, dessen Logistik teilweise unmittelbar über Sassnitz läuft.
Hafen verändert sein Geschäftsmodell
Mukran wurde ursprünglich als großer Eisenbahnfährhafen gebaut.
Heute setzt der Standort deutlich stärker auf Energie, Offshore-Wind, Projektladung und Industrie.
Diese Veränderung ist für Sassnitz wirtschaftlich bedeutend.
Während Tourismus saisonabhängig ist, können Industrie- und Hafenarbeitsplätze ganzjährig Beschäftigung schaffen.
25 Millionen Euro sind erst Infrastrukturgrundlage
Der Ausbau allein produziert allerdings noch keinen Strom.
Der Hafen schafft vielmehr die Voraussetzungen dafür, dass Windkraftunternehmen große Anlagen von Rügen aus installieren und betreiben können.
Entscheidend wird deshalb sein, welche weiteren Unternehmen sich ansiedeln und wie viele Offshore-Projekte tatsächlich über Mukran abgewickelt werden.
Sassnitz wird Teil der Energiewende auf See
Die Stadt wird dadurch immer stärker zu einem Ort, an dem deutsche Energiepolitik konkret sichtbar wird.
Offshore-Windparks entstehen vor der Küste, schwere Komponenten werden im Hafen bewegt und Serviceunternehmen benötigen Flächen und Personal.
Mukran entwickelt sich damit von einem klassischen Fährhafen immer stärker zu einem Industrie- und Energiehafen.
Quellen
Mukran Port Land Mecklenburg-Vorpommern Iberdrola