Bitterfeld-Wolfen bekommt eine neue Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Entwicklung und industrieller Praxis. Mitten im Chemiepark soll Unternehmen künftig Infrastruktur zur Verfügung stehen, auf der neue Verfahren nicht nur entwickelt, sondern auch erprobt und für die Anwendung vorbereitet werden können. Dahinter steht das Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme.
Am Freitag, dem 14. August 2026, wird die neue Technologieplattform für Kreislaufwirtschaft und Verfahrenstechnik offiziell eröffnet. Veranstaltungsort ist das Technologie- und Gründerzentrum Bitterfeld-Wolfen.
Von der Forschung schneller in die industrielle Anwendung
Das Konzept der Plattform zielt ausdrücklich auf den Übergang zwischen Forschung und Wirtschaft.
Unternehmen sollen dort effiziente Verfahren entwickeln, diese selbst erproben und anschließend in die praktische Anwendung überführen können. Auf diese Weise sollen Forschung und Industrie enger zusammenarbeiten.
Gerade dieser Schritt zwischen einer wissenschaftlichen Entwicklung und ihrer tatsächlichen Nutzung in einem Unternehmen steht im Mittelpunkt des Vorhabens.
Die Plattform ist damit nicht allein als Forschungsstandort gedacht. Sie soll vielmehr eine Infrastruktur bereitstellen, die industrielle Entwicklung unmittelbar unterstützt.
Kreislaufwirtschaft wird eigener Schwerpunkt
Einer der beiden zentralen Bereiche ist die Kreislaufwirtschaft.
Damit rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das unmittelbar mit der effizienteren Nutzung von Materialien und Stoffströmen verbunden ist.
Das Fraunhofer-Institut will Unternehmen mit der neuen Plattform die Möglichkeit geben, entsprechende Verfahren unter geeigneten Bedingungen weiterzuentwickeln und zu testen.
Welche einzelnen Technologien und industriellen Anwendungen zuerst auf der Plattform erprobt werden, geht aus der bislang veröffentlichten Einladung noch nicht hervor.
Verfahrenstechnik als zweite Säule
Neben der Kreislaufwirtschaft wird die Verfahrenstechnik zum zweiten Schwerpunkt der neuen Forschungsinfrastruktur.
Auch hier soll die Plattform den Übergang von der Entwicklung zur Anwendung erleichtern.
Für Unternehmen kann eine solche Infrastruktur vor allem dann interessant sein, wenn neue Prozesse zunächst außerhalb der eigenen regulären Produktion untersucht und erprobt werden sollen.
Das Land verbindet mit der Einrichtung ausdrücklich das Ziel, Forschung und industrielle Anwendung enger zusammenzubringen.
Land gibt rund 4,5 Millionen Euro
Die neue Technologieplattform wird mit einer erheblichen öffentlichen Förderung unterstützt.
Sachsen-Anhalts Wirtschaftsstaatssekretärin Stefanie Pötzsch wird bei der Einweihung einen Förderbescheid in Höhe von rund 4,5 Millionen Euro überreichen.
Die Mittel stammen aus dem Förderangebot „Forschungsinfrastruktur“.
Damit fließt ein Millionenbetrag in die technischen Voraussetzungen, die künftig Unternehmen und Forschung am Standort nutzen sollen.
Chemiepark bekommt zusätzliche Forschungsinfrastruktur
Der Standort der Plattform ist bewusst im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen gewählt.
Damit wird die neue Forschungsinfrastruktur in unmittelbarer Nähe zu industriellen Unternehmen aufgebaut.
Der Ansatz ist klar: Forschung soll nicht losgelöst von industriellen Anforderungen stattfinden, sondern möglichst nah an den späteren Anwendern.
Die neue Plattform kann damit zu einem zusätzlichen Bindeglied zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen und Unternehmen im Chemiepark werden.
Bitterfeld-Wolfen als Standort für industrielle Transformation
Für Bitterfeld-Wolfen besitzt das Projekt deshalb eine Bedeutung, die über die Einweihung einer einzelnen Forschungseinrichtung hinausgeht.
Kreislaufwirtschaft und moderne Verfahrenstechnik gehören zu den Bereichen, in denen industrielle Prozesse weiterentwickelt und effizienter gestaltet werden sollen.
Die neue Fraunhofer-Plattform schafft dafür am Standort zusätzliche technische Möglichkeiten.
Ob und welche Unternehmen die Infrastruktur künftig konkret nutzen werden, wurde in der bisherigen Presseinformation noch nicht genannt.
Fraunhofer, Land und Unternehmen an einem Standort
Mit der Eröffnung treffen drei Ebenen aufeinander: wissenschaftliche Forschung, staatliche Förderung und industrielle Anwendung.
Das Fraunhofer-Institut stellt die Forschungs- und Entwicklungskompetenz bereit, das Land unterstützt die Infrastruktur finanziell und Unternehmen sollen die Plattform zur Entwicklung und Erprobung neuer Verfahren nutzen können.
Genau diese Verbindung soll dazu beitragen, dass Entwicklungen schneller aus der Forschung in die betriebliche Praxis gelangen.
Eröffnung am 14. August
Die offizielle Einweihung findet am 14. August um 9.30 Uhr im Technologie- und Gründerzentrum Bitterfeld-Wolfen in der Andresenstraße 1a statt.
Wirtschaftsstaatssekretärin Stefanie Pötzsch wird dort nicht nur ein Grußwort sprechen, sondern auch den Förderbescheid über die rund 4,5 Millionen Euro überreichen.
Mit diesem Termin beginnt für die Technologieplattform der Schritt von der Aufbauphase in die öffentliche Wahrnehmung – und für Bitterfeld-Wolfen entsteht eine neue Forschungsinfrastruktur unmittelbar an einem der wichtigen Industriestandorte Sachsen-Anhalts.
Quellen
Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt – Presseeinladung vom 10. August 2026