Ludwigslust will Digitalisierung im Herbst stärker als wirtschaftliches und strukturelles Thema behandeln. Für den 6. Oktober ist im Zukunftszentrum DeveLUP der „Tag der Digitalisierung 2026“ vorgesehen. Die Veranstaltung richtet den Blick auf eine Frage, die längst nicht mehr nur IT-Unternehmen betrifft: Wie können Betriebe und öffentliche Einrichtungen digitale Prozesse tatsächlich in ihren Alltag integrieren?
Damit bekommt das Zukunftszentrum wenige Wochen nach dem Gründerformat „Speed-Up“ einen weiteren größeren Wirtschaftstermin.
Der Schwerpunkt ist jedoch ein anderer.
Beim Digitalisierungstag geht es um technische und organisatorische Veränderungen, die nahezu jede Branche betreffen.
Digitalisierung beginnt nicht erst bei künstlicher Intelligenz
In der öffentlichen Diskussion wird Digitalisierung inzwischen häufig unmittelbar mit KI verbunden.
Für viele mittelständische Unternehmen liegen die Herausforderungen jedoch deutlich grundlegender.
Digitale Warenwirtschaft, elektronische Rechnungen, Cloud-Dienste, automatisierte Produktionsprozesse, digitale Kundenkommunikation oder sichere Datenspeicherung sind für zahlreiche Betriebe bereits zentrale Fragen.
Wer solche Prozesse nicht beherrscht, verliert Zeit und Wettbewerbsfähigkeit.
Kleine Unternehmen haben besondere Schwierigkeiten
Große Konzerne beschäftigen eigene IT-Abteilungen.
Ein Handwerksbetrieb mit zehn Mitarbeitern kann das kaum.
Dort muss häufig ein Mitarbeiter neben seinen eigentlichen Aufgaben entscheiden, welche Software sinnvoll ist, wie Daten geschützt werden oder welches System mit bestehenden Abläufen kompatibel ist.
Gerade deshalb können regionale Informations- und Netzwerkveranstaltungen einen praktischen Nutzen besitzen.
Unternehmen müssen nicht jede Lösung selbst neu entwickeln, wenn Erfahrungen aus anderen Betrieben geteilt werden.
Ländlicher Raum braucht digitale Infrastruktur doppelt
Für Ludwigslust und den umliegenden Landkreis ist Digitalisierung noch aus einem zweiten Grund bedeutsam.
Entfernungen zwischen Unternehmen, Behörden und Kunden sind im ländlichen Raum häufig größer als in Ballungszentren.
Digitale Dienstleistungen können einen Teil dieser Entfernung überbrücken.
Videokonferenzen, Online-Anträge oder digitale Verwaltungsprozesse sparen Fahrten und Arbeitszeit.
Voraussetzung sind allerdings leistungsfähige Netze und funktionierende Anwendungen.
Verwaltung steht vor denselben Problemen wie Unternehmen
Auch Behörden müssen ihre Prozesse umstellen.
Bürger erwarten zunehmend, Anträge online stellen oder Termine digital vereinbaren zu können.
Gleichzeitig müssen Verwaltungen Datenschutz, IT-Sicherheit und gesetzliche Vorgaben beachten.
Damit berührt das Thema sowohl Wirtschaft als auch kommunalen Bürgerservice.
DeveLUP versucht sich als regionales Zukunftszentrum zu etablieren
Dass der Digitalisierungstag im DeveLUP stattfindet, ist deshalb folgerichtig.
Der Standort soll nicht nur Räume zur Verfügung stellen, sondern Unternehmen, Gründer und öffentliche Akteure miteinander vernetzen.
Ob daraus langfristig zusätzliche Unternehmensansiedlungen oder Innovationen entstehen, lässt sich nicht an einem einzelnen Veranstaltungstag messen.
Der 6. Oktober zeigt jedoch, welche Richtung Ludwigslust einschlägt: Wirtschaftsförderung soll zunehmend auch Technologie-, Netzwerk- und Wissenstransfer sein.
Quellen
Stadt Ludwigslust Zukunftszentrum DeveLUP
Zukunftszentrum DeveLUP