Mit der feierlichen Grundsteinlegung ist der Neubau für Hämatologie und Onkologie an der Universitätsmedizin Greifswald in die nächste Bauphase gegangen. Rund 104,3 Millionen Euro investieren das Land Mecklenburg-Vorpommern und die Europäische Union in das neue Klinikgebäude.

Mehrere medizinische Bereiche unter einem Dach

Der Ersatzneubau soll künftig die Hämatologie und Onkologie, die Knochenmarktransplantation, eine Palliativstation sowie ambulante Behandlungsbereiche und Tageskliniken vereinen.

Hinzu kommt ein ambulanter Operationsbereich. Insgesamt entstehen rund 5.500 Quadratmeter Nutzfläche für die Versorgung von Menschen mit schweren Blut- und Krebserkrankungen.

Das Gebäude wird im südlichen Bereich des Klinikgeländes auf einer bislang als Parkplatz genutzten Fläche errichtet.

Direkte Verbindung zum bestehenden Klinikum

Ein Tunnel soll den Neubau unmittelbar mit den vorhandenen Klinikgebäuden verbinden. Dadurch entstehen kürzere Wege für Patienten, Ärzte, Pflegekräfte und weitere Beschäftigte.

Die Zusammenführung mehrerer stationärer und ambulanter Angebote soll zugleich die Abläufe zwischen Diagnostik, Behandlung, Nachsorge und palliativer Versorgung verbessern.

Wissenschaftsministerin Bettina Martin erklärte, mit dem Neubau würden sowohl die medizinische Versorgung als auch die Bedingungen für die Ausbildung von Ärzten und Pflegekräften verbessert.

Fertigstellung für Ende 2027 geplant

Die Fertigstellung des neuen Klinikgebäudes ist für Ende 2027 vorgesehen. Bereits seit 2025 laufen vorbereitende Arbeiten auf dem Baufeld.

Dazu gehörten nach Angaben des Finanzministeriums der Rückbau bestehender Gebäude, die Erschließung des Areals und aufwendige Spezialgründungen. Die Arbeiten mussten während des laufenden Klinikbetriebs umgesetzt werden.

Photovoltaikanlage mit 324 Modulen

Bei dem Neubau spielt die Energieeffizienz eine zentrale Rolle. Das Gebäude soll die gesetzlichen Anforderungen deutlich unterschreiten und damit weniger Energie benötigen als vorgeschrieben.

Auf dem Gebäude ist eine Photovoltaikanlage mit 324 Modulen geplant. Ein großer Teil des erzeugten Stroms soll direkt am Klinikstandort genutzt werden.

Nach Berechnungen des Landes sollen dadurch jährlich rund 86 Tonnen Treibhausgasemissionen eingespart werden.

Land und EU finanzieren das Projekt

Die Gesamtkosten von rund 104,3 Millionen Euro werden durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung getragen.

Finanz- und Digitalisierungsminister Heiko Geue bezeichnete das Vorhaben als Investition in die Zukunft der Gesundheitsversorgung sowie in Forschung und Lehre.

Besonders für schwer erkrankte Menschen sollen moderne Räume, neue Technik und besser gebündelte Behandlungsangebote entstehen.

Mehr als 343 Millionen Euro seit 2002 investiert

Der Neubau ist Teil umfangreicher Investitionen in den Campus der Universitätsmedizin Greifswald.

Seit dem Jahr 2002 wurden dort nach Angaben des Landes Bau- und Sanierungsmaßnahmen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 343 Millionen Euro umgesetzt.

Mit dem neuen Zentrum für Hämatologie und Onkologie soll die Universitätsmedizin als Standort für Krankenversorgung, wissenschaftliche Forschung und medizinische Ausbildung weiter gestärkt werden.

Klinik bleibt für die Region von großer Bedeutung

Die Universitätsmedizin übernimmt hoch spezialisierte Behandlungen für Patienten aus Greifswald und weiten Teilen Vorpommerns. Der Neubau erweitert diese Funktion insbesondere bei schweren Krebs- und Bluterkrankungen.

Die Investition erfolgt zugleich in einer wirtschaftlich angespannten Phase des Klinikums. Die Ostdeutsche Zeitung hatte bereits über die finanziellen Verluste der Universitätsmedizin berichtet. Das aktuelle Bauvorhaben ist davon als langfristig finanziertes Investitionsprojekt zu unterscheiden.

Quellen

• Ministerium für Finanzen und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern: „Grundstein für moderne Spitzenmedizin gelegt“, Pressemitteilung Nr. 50-26 vom 5. August 2026