Das gemeinsame Krebszentrum der Universitätsklinika Leipzig und Jena erhält für die kommenden vier Jahre insgesamt 4,8 Millionen Euro. Nach einer positiven Begutachtung durch ein internationales Expertengremium bleibt die Einrichtung damit eines der bundesweit geförderten onkologischen Spitzenzentren.
Förderung für weitere vier Jahre gesichert
Die Deutsche Krebshilfe verlängert die Förderung des Mitteldeutschen Krebszentrums, das international unter der Bezeichnung „Comprehensive Cancer Center Central Germany“, kurz CCCG, arbeitet.
Getragen wird das Zentrum vom Universitären Krebszentrum des Universitätsklinikums Leipzig und dem UniversitätsTumorCentrum am Universitätsklinikum Jena. Seit Januar 2023 gehört der Verbund zu den von der Deutschen Krebshilfe geförderten Spitzenzentren.
Bundesweit werden derzeit 14 sogenannte Comprehensive Cancer Centers unterstützt. Das Zentrum in Leipzig und Jena ist nach Angaben des Universitätsklinikums das erste dieser Einrichtungen, das länderübergreifend tätig ist.
Mehr als 24.000 Patienten pro Jahr
An den beiden Standorten werden jährlich mehr als 24.000 Menschen mit Krebserkrankungen behandelt oder beraten.
Die Patienten erhalten Zugang zu moderner Diagnostik, individuell angepassten Therapien und wissenschaftlichen Untersuchungen. Nach Angaben des Krebszentrums stehen derzeit mehr als 600 laufende klinische Studien zur Verfügung.
Damit sollen neue Erkenntnisse aus der Forschung möglichst schnell in die Behandlung einfließen. Patienten können dadurch unter bestimmten Voraussetzungen von neuen Medikamenten, Diagnostikverfahren oder Therapieansätzen profitieren.
Behandlung anhand genetischer Tumormerkmale
Ein Schwerpunkt liegt auf der personalisierten Krebsmedizin. Dabei wird untersucht, welche biologischen und genetischen Merkmale ein Tumor besitzt und welche Behandlung sich daraus ableiten lässt.
Komplexe Fälle können in einem molekularen Tumorboard beraten werden. Ärzte und Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen prüfen dort, ob sich aus der molekularen Analyse eines Tumors ein individuelles Behandlungskonzept ergibt.
Zum Behandlungsspektrum gehören neben Operationen und schonenden Bestrahlungsverfahren auch Immuntherapien und sogenannte CAR-T-Zell-Therapien.
Bei einer CAR-T-Zell-Therapie werden bestimmte körpereigene Immunzellen entnommen und gentechnisch verändert. Anschließend sollen sie Krebszellen besser erkennen und bekämpfen können.
Krebsprävention und Betreuung nach der Erkrankung
In den vergangenen Jahren hat das Mitteldeutsche Krebszentrum seine Arbeit in der Krebsprävention und beim sogenannten Cancer Survivorship ausgebaut.
Damit ist die wissenschaftliche und medizinische Begleitung von Menschen gemeint, die eine Krebserkrankung überstanden haben oder über einen längeren Zeitraum mit deren Folgen leben.
Prof. Florian Lordick, Direktor des Universitären Krebszentrums Leipzig und Vorstand des CCCG, bezeichnete die erneute Förderung als höchste Anerkennung der geleisteten Arbeit. Die Schwerpunkte Prävention und Begleitung von Krebsüberlebenden leisteten einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Krebsmedizin.
Personalisierte Onkologie soll ausgebaut werden
Auch am Universitätsklinikum Jena soll die Förderung genutzt werden, um die personalisierte Behandlung weiterzuentwickeln.
Prof. Andreas Hochhaus, Sprecher des UniversitätsTumorCentrums Jena und ebenfalls Vorstand des CCCG, sieht darin einen wichtigen Baustein, um Patienten eine möglichst maßgeschneiderte Behandlung anbieten zu können.
Forschung und Innovation sollen dabei dafür sorgen, dass Diagnostik und Therapie fortlaufend an den aktuellen wissenschaftlichen Stand angepasst werden.
Mehr als 140 regionale Partner
Das Mitteldeutsche Krebszentrum arbeitet nicht nur an den beiden Universitätsklinika. Inzwischen gehören mehr als 140 Kooperationspartner zum regionalen Netzwerk.
Dazu zählen Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte und Rehabilitationseinrichtungen. Gemeinsam sollen abgestimmte Behandlungsabläufe entstehen, damit Patienten auch über einzelne Einrichtungen hinweg möglichst lückenlos versorgt werden.
Über Patientenbeiräte und Kooperationen mit Selbsthilfegruppen werden zudem Betroffene und Angehörige direkt in die Weiterentwicklung der Angebote einbezogen. Ihre Erfahrungen sollen helfen, medizinische und organisatorische Abläufe stärker an den Bedürfnissen der Patienten auszurichten.
Gemeinsames Zentrum besteht seit 2019
Die Zusammenarbeit zwischen Leipzig und Jena begann 2019. Seither bündeln die Universitätsklinika und ihre medizinischen Fakultäten ihre Kompetenzen in der Prävention, Diagnostik, Behandlung, Nachsorge und Erforschung von Krebserkrankungen.
Der länderübergreifende Verbund soll Synergien schaffen und Patienten den Zugang zur jeweils geeigneten Behandlung erleichtern.
Mit der erneuten Förderung über 4,8 Millionen Euro kann diese Zusammenarbeit nun für weitere vier Jahre fortgesetzt und ausgebaut werden.
Quellen
• Universitätsklinikum Leipzig: „Mitteldeutsches Krebszentrum Leipzig/Jena weiterhin Spitzenzentrum der Krebsmedizin“, Pressemitteilung vom 5. August 2026
• Deutsche Krebshilfe: Förderung der bundesweiten onkologischen Spitzenzentren