Die bekannte schwarze Eule auf gelbem Grund bleibt länger im Mittelpunkt des Potsdamer Naturkundemuseums. Wegen der positiven Resonanz wird die Sonderausstellung über die Geschichte des ostdeutschen Naturschutzzeichens bis zum 28. März 2027 verlängert.

Ausstellungsende um mehr als sechs Monate verschoben

Ursprünglich sollte „Achtung Eule! Ein Zeichen für den Naturschutz“ am 13. September 2026 enden. Aufgrund des anhaltenden Besucherinteresses wird die Ausstellung nun noch bis zum Frühjahr 2027 gezeigt.

Damit erhalten Besucher deutlich länger Gelegenheit, sich mit der Entstehung, Entwicklung und heutigen Bedeutung des bekannten Naturschutzsymbols auseinanderzusetzen.

Die Geschichte eines ostdeutschen Symbols

Die Sonderausstellung entstand anlässlich des 75. Jubiläums der Naturschutz-Eule. Historische Fotografien, originale Schilder, Dokumente sowie Film- und Hörbeiträge zeichnen die Geschichte des Zeichens nach.

Im Mittelpunkt stehen Erna und Kurt Kretschmann. Das Ehepaar entwickelte das Eulenmotiv Ende der 1940er-Jahre. Die schwarze Waldohreule auf gelbem Grund wurde später zu einem weit verbreiteten Kennzeichen für geschützte Landschaften und Naturdenkmale.

Museumsdirektor Dr. Jobst Pfaender erklärte, die Verlängerung ermögliche es noch mehr Menschen, die Geschichte der Naturschutz-Eule kennenzulernen und sich mit ihrer Bedeutung auseinanderzusetzen.

Filmabend über Umweltschutz in der DDR

Zum Begleitprogramm gehören im September drei Veranstaltungen. Den Auftakt bildet am Dienstag, dem 1. September, eine Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum Potsdam.

Gezeigt wird der Spielfilm „Biologie!“ aus dem Jahr 1990. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um den ersten Spielfilm der DDR, der sich ausdrücklich dem Umweltschutz widmete.

Nach einer Einführung durch Ausstellungskuratorin Jeanette Toussaint spricht Regisseur Jörg Foth über die Entstehung des Films und dessen heutige Aktualität.

Kuratoren führen hinter die Geschichte der Eule

Am Donnerstag, dem 10. September, bieten Jeanette Toussaint und Dr. Ralf Forster von 15.30 bis 16.30 Uhr eine Führung durch die Sonderausstellung an.

Unter dem Titel „Die Geschichte hinter der Eule“ geht es um die Entwicklung des Naturschutzzeichens und die Vorstellungen von Erna und Kurt Kretschmann.

Dabei soll nicht nur die historische Gestaltung des Symbols erläutert werden. Die Führung nimmt auch die Menschen und Ideen in den Blick, die hinter dem Zeichen standen.

Gespräch über ostdeutsche Nationalparks

Ebenfalls am 10. September folgt von 18 bis 20 Uhr die Veranstaltung „Das Tafelsilber der deutschen Einheit – Von ostdeutschen Nationalparks zum Grünen Band“.

Historische Fernsehbeiträge beleuchten die Erfolge des Naturschutzes während der Zeit der deutschen Einheit. Anschließend diskutieren Dr. Susanne Winter, Prof. Michael Succow und Ulrich Meßner über die damals geschaffenen Schutzgebiete und ihre Bedeutung bis heute.

Michael Succow zählt zu den prägenden Akteuren des ostdeutschen Naturschutzes während der politischen Umbruchszeit. Ulrich Meßner leitete früher den Müritz-Nationalpark. Moderiert wird die Runde von Dr. Ralf Forster.

Ausstellung entstand mit mehreren Partnern

Das Naturkundemuseum entwickelte die Schau gemeinsam mit dem Haus der Naturpflege Bad Freienwalde und der Hochschule Neubrandenburg.

Weitere Leihgaben stammen unter anderem vom Museum für Druckkunst Leipzig und von der Unteren Naturschutzbehörde der Landeshauptstadt Potsdam.

Damit verbindet die Ausstellung historische Quellen aus mehreren Einrichtungen mit der Geschichte eines Zeichens, das vor allem in Ostdeutschland bis heute einen hohen Wiedererkennungswert besitzt.

Öffnungszeiten und Eintritt

Die Sonderausstellung kann von Dienstag bis Sonntag jeweils von 9 bis 17 Uhr besucht werden.

An jedem ersten Montag eines Monats erhalten Besucher 50 Prozent Ermäßigung auf den Eintrittspreis. Zum Angebot des Museums gehören außerdem Dauerausstellungen zur Tierwelt Brandenburgs, ein Kaltwasseraquarium mit heimischen Fischarten sowie Führungen, Vorträge und Familienveranstaltungen.

Quellen

• Landeshauptstadt Potsdam: „Sonderausstellung ‚Achtung Eule! Ein Zeichen für den Naturschutz‘ bis 28. März 2027 verlängert“, Information 346/2026 vom 5. August 2026

• Naturkundemuseum Potsdam: Angaben zur Sonderausstellung und zum Begleitprogramm