Die Transferinitiative AlterPerimentale kann ihre Arbeit in der deutsch-polnischen Grenzregion fortsetzen. Nach einer erfolgreichen Zwischenbegutachtung bewilligt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt eine Anschlussförderung für weitere drei Jahre.

Zweite Förderperiode beginnt im Februar 2027

Die erste Förderphase endet am 31. Januar 2027. Bereits am folgenden Tag soll die zweite Förderperiode beginnen, sodass die Arbeit des Verbundprojekts ohne Unterbrechung fortgesetzt werden kann.

Die Förderung läuft bis 2030. Eine konkrete Höhe der bewilligten Mittel nennt die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg in ihrer Mitteilung nicht.

Die AlterPerimentale wird im Rahmen der Förderlinie T!Raum des Bundesministeriums unterstützt. Das Programm soll regionale Forschungs- und Transferstrukturen stärken und wissenschaftliche Erkenntnisse enger mit den Bedürfnissen der Menschen vor Ort verbinden.

BTU und Hochschule Zittau/Görlitz arbeiten zusammen

An der Initiative sind die BTU Cottbus-Senftenberg und die Hochschule Zittau/Görlitz beteiligt. Gemeinsam mit Kommunen, Vereinen, sozialen Einrichtungen und Einwohnern entwickeln die Hochschulen Lösungsansätze für die Folgen des demografischen Wandels.

Die Arbeit konzentriert sich auf die deutsch-polnische Grenzregion in Brandenburg und Sachsen. Dort treffen eine alternde Bevölkerung, weite Wege, der Strukturwandel in der Lausitz und wachsende Anforderungen an die kommunale Daseinsvorsorge aufeinander.

Neue Projekte zu Einsamkeit und Mobilität geplant

Mit der Anschlussförderung sollen die in den vergangenen drei Jahren aufgebauten Strukturen erhalten und weiterentwickelt werden.

Die bestehenden Praxisforschungsstellen werden als Orte der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Alltagspraxis gestärkt. Darüber hinaus sind neue Werkstattprojekte vorgesehen. Sie sollen sich unter anderem mit Einsamkeit, Mobilität und digitaler Teilhabe beschäftigen.

Weitere Schwerpunkte der Initiative liegen in den Bereichen Wohnen, soziale Vernetzung und gute Lebensbedingungen für ältere Menschen in ländlichen Regionen.

Ältere Menschen gestalten die Forschung mit

Die AlterPerimentale betrachtet ältere Menschen nicht ausschließlich als Betroffene des gesellschaftlichen Wandels. Sie sollen selbst an der Entwicklung neuer Angebote und Lösungen mitwirken.

In den Praxisforschungsstellen können Einwohner ihre Erfahrungen, Bedürfnisse und Ideen einbringen. Dadurch soll vermieden werden, dass Wissenschaft und Politik Angebote entwickeln, die am tatsächlichen Alltag älterer Menschen vorbeigehen.

Projektleiterin Alexandra Retkowski erklärte, die zweite Förderperiode ermögliche es, die aufgebauten Netzwerke dauerhaft zu sichern und gemeinsam mit den Partnern vor Ort weiterzuentwickeln. Die erneute Förderung bestätige den Ansatz, Forschung unmittelbar mit den Menschen in der Region zu gestalten.

Gutachter besuchten mehrere Orte in der Lausitz

Der Entscheidung über die weitere Förderung ging Anfang Juni 2026 eine zweitägige Begutachtung voraus.

Vertreter des Projektträgers Jülich, des Bundesforschungsministeriums und des wissenschaftlichen T!Raum-Beirats besuchten mehrere Stationen in der Projektregion. Die Route führte von Schenkendöbern über ein Erzählcafé im Soziokulturellen Zentrum Cottbus und das Mehrgenerationenhaus in Rothenburg in der Oberlausitz bis zur Hochschule Zittau/Görlitz.

Dabei stellten die drei Praxisforschungsstellen und die bereits begonnenen Werkstattprojekte ihre Arbeit vor. Am zweiten Tag folgte eine wissenschaftliche und förderstrategische Begutachtung an der Hochschule Zittau/Görlitz.

Forschung soll dauerhaft in der Region bleiben

Mit der Anschlussförderung erhält das Projekt Planungssicherheit bis 2030. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Kommunen und Zivilgesellschaft langfristig in der Lausitz zu verankern.

Die Herausforderungen des demografischen Wandels können nach Einschätzung der Projektverantwortlichen nicht allein durch einzelne technische oder soziale Angebote gelöst werden. Notwendig seien regionale Netzwerke, in denen ältere Menschen, Wissenschaftler, Verwaltungen und soziale Einrichtungen gemeinsam handeln.

Die Förderung bietet nun die Möglichkeit, erprobte Formate fortzusetzen und neue Projekte für ländliche und strukturschwache Gebiete zu entwickeln.

Quellen

• Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg: „AlterPerimentale erhält Förderung für weitere drei Jahre“, veröffentlicht am 4. August 2026

• AlterPerimentale: Informationen zu Praxisforschungsstellen, Werkstattprojekten und regionaler Transferarbeit

• Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Förderlinie T!Raum