Ohne Smartphones, moderne Medizin oder computergesteuerte Maschinen mussten die Menschen vor 150 Jahren ihren Alltag bewältigen. Wie sie wohnten, arbeiteten und ihre Familien versorgten, zeigt eine öffentliche Kinder- und Familienführung im Zittauer Franziskanerkloster.

Führung am 11. August

Die Veranstaltung findet am Dienstag, dem 11. August 2026, um 14 Uhr im Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster statt.

Treffpunkt ist das Stadtmodell im Museum. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Führung wird für Kinder ab fünf Jahren empfohlen und richtet sich ebenso an Eltern, Großeltern, Freunde und weitere Begleitpersonen.

Zusätzlich zum regulären Eintritt wird eine Führungsgebühr von zwei Euro pro Person erhoben.

Alltag im 19. Jahrhundert

Die Führung führt durch das ehemalige Dormitorium, das frühere Schlafhaus der Mönche. Dort erhalten die Teilnehmer Einblicke in das Leben der Menschen im 19. Jahrhundert.

Das Programm zeigt, wie Familien ohne die heute selbstverständliche Technik wohnten, lernten und arbeiteten. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Menschen auch damals erfolgreich Handel trieben und ihren Lebensunterhalt mit unterschiedlichen Tätigkeiten verdienten.

Die Führung setzt dabei auf anschauliche Gegenstände und Fragen, die Kinder zum Entdecken und Nachdenken anregen sollen.

Passten zwei Erwachsene in das alte Ehebett?

Zu den ausgestellten Objekten gehört ein Ehebett, das einst in einem Oberlausitzer Bauernhaus stand. Während der Führung wird der Frage nachgegangen, ob darin tatsächlich zwei erwachsene Menschen Platz fanden.

Auch die Versorgung mit Lebensmitteln spielt eine Rolle. Die Teilnehmer erfahren unter anderem, woher die Menschen früher ihre Butter bekamen und wie Lebensmittel hergestellt, gelagert und verwendet wurden.

Damit vermittelt die Führung nicht nur historische Fakten, sondern vergleicht den damaligen Alltag mit dem heutigen Leben.

Spielzeug für Mädchen und Jungen

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kindheit im 19. Jahrhundert. Dabei geht es um die Frage, warum Spielzeug für Mädchen häufig anders gestaltet war als Spielzeug für Jungen.

Die ausgestellten Gegenstände zeigen, welche Rollen Kinder früh erlernen sollten und wie gesellschaftliche Erwartungen ihren Alltag bestimmten.

Familien können gemeinsam entdecken, wie sich Vorstellungen von Erziehung, Arbeit und Freizeit seitdem verändert haben.

Wovon lebten die Familien in der Oberlausitz?

Die Führung beschäftigt sich außerdem mit der Arbeitswelt der Region. Viele Familien in der Oberlausitz verdienten ihren Lebensunterhalt mit handwerklicher Arbeit und der Herstellung verschiedener Waren.

Historische Objekte machen sichtbar, wie eng Wohnen und Arbeiten früher miteinander verbunden waren. Anders als heute befanden sich Arbeitsplätze häufig direkt im Haus oder in kleinen Werkstätten.

Die Kinder sollen dabei erfahren, wie viel Zeit, Geschick und körperliche Arbeit für die Herstellung alltäglicher Gegenstände notwendig war.

Rätsel um das Giraffenklavier

Zu den ungewöhnlichsten Fragen der Führung gehört, was sich hinter einem sogenannten Giraffenklavier verbirgt.

Das historische Instrument verdankt seinen Namen seiner besonderen hohen Bauform. Während des Rundgangs können die Besucher herausfinden, wie es aussieht und warum es im 19. Jahrhundert verwendet wurde.

Solche überraschenden Objekte sollen Geschichte für Kinder greifbar machen und den Museumsbesuch zu einer gemeinsamen Entdeckungsreise werden lassen.

Museum ist bis 17 Uhr geöffnet

Das Kulturhistorische Museum Franziskanerkloster befindet sich in der Klosterstraße 3. Es ist regulär von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Die Familienführung beginnt um 14 Uhr und kann ohne vorherige Anmeldung besucht werden.

Quellen

• Städtische Museen Zittau: „Öffentliche Kinder- und Familienführung ‚Leben in alten Zeiten‘“, Pressemitteilung vom 5. August 2026