Literatur, Filmgeschichte und die Frage nach wissenschaftlicher Wahrheit treffen am Mittwochabend im Zittauer Salzhaus aufeinander. Die Christian-Weise-Bibliothek lädt zu einer kostenlosen Vorführung des DEFA-Spielfilms „Märkische Forschungen“ ein.

Die Veranstaltung beginnt am 5. August 2026 um 18 Uhr im Veranstaltungsraum der Christian-Weise-Bibliothek auf Ebene 2. Die Bibliothek befindet sich im Salzhaus an der Neustadt 47. Der Eintritt ist frei. christian-weise-bibliothek-zittau.de

Die Vorführung gehört zur Veranstaltungsreihe „Eine Schriftstellerfreundschaft“. Sie erinnert an den 100. Geburtstag des Schriftstellers Günter de Bruyn und den 90. Geburtstag des Literaturwissenschaftlers und Autors Klaus Günzel. christian-weise-bibliothek-zittau.de

Film basiert auf einer Erzählung von Günter de Bruyn

„Märkische Forschungen“ entstand unter der Regie von Roland Gräf nach der gleichnamigen literarischen Vorlage von Günter de Bruyn. Der 96 Minuten lange Farbfilm wurde 1981 im DEFA-Studio für Spielfilme produziert und feierte im April 1982 seine Premiere. DEFA Stiftung+1

Im Mittelpunkt steht der angesehene Berliner Professor Winfried Menzel. Er glaubt, mit dem Dichter Max von Schwedenow einen vergessenen revolutionären Schriftsteller wiederentdeckt zu haben.

Während einer Reise begegnet Menzel dem Landlehrer Pötsch, der ebenfalls zu Schwedenow forscht und über umfangreiche Kenntnisse verfügt. Der Professor bietet ihm eine Zusammenarbeit und eine Stelle als Assistent in Berlin an.

Neue Erkenntnisse gefährden das Lebenswerk des Professors

Im Verlauf seiner Forschungen stößt Pötsch auf Hinweise, die Menzels Darstellung des Dichters infrage stellen. Demnach soll der zunächst progressive Schwedenow später unter einem anderen Namen als Zensor für die preußische Regierung gearbeitet haben.

Menzel versucht, diese Erkenntnisse zurückzuhalten, weil sie sein wissenschaftliches Werk und seinen Ruf gefährden könnten. Als Pötsch auf der historischen Wahrheit beharrt, nutzt der Professor seine gesellschaftliche Stellung gegen ihn.

Der Film entwickelt sich dadurch zu einer Auseinandersetzung über Macht, persönliche Eitelkeit und den Umgang mit unbequemen Forschungsergebnissen. Die DEFA-Stiftung beschreibt das Werk als Parabel über Wahrheit und Manipulation. DEFA Stiftung

Bekannte Schauspieler in den Hauptrollen

Hermann Beyer spielt den eigenwilligen Landlehrer Ernst Pötsch. In der Rolle des Professors Menzel ist Kurt Böwe zu sehen. Weitere Rollen übernahmen unter anderem Jutta Wachowiak, Dieter Franke und Eberhard Esche. DEFA Stiftung

Roland Gräf verantwortete neben der Regie auch das Drehbuch. Die Kamera führte Peter Brand, für den Schnitt war Monika Schindler zuständig.

Ausstellung läuft noch bis Ende August

Die Filmvorführung ergänzt die Wanderausstellung „Günter de Bruyn – Märkische Schreibwelten“, die seit Anfang Juni in der Christian-Weise-Bibliothek zu sehen ist. Die Ausstellung der Günter-de-Bruyn-Stiftung läuft nach Angaben der Bibliothek noch bis zum 29. August 2026. christian-weise-bibliothek-zittau.de+1

Bereits im Juli hatte die Bibliothek im Rahmen der Reihe den Film „Glück im Hinterhaus“ gezeigt. Mit „Märkische Forschungen“ folgt nun eine weitere Verfilmung eines Werkes von Günter de Bruyn.

Quellen

– Christian-Weise-Bibliothek Zittau: Filmvorführung „Märkische Forschungen“ am 5. August 2026

– Christian-Weise-Bibliothek Zittau: Veranstaltungsreihe „Eine Schriftstellerfreundschaft“, abgerufen am 5. August 2026

– DEFA-Stiftung: Filminformationen zu „Märkische Forschungen“

– DEFA-Stiftung: Chronik zur Premiere des Films im April 1982