Ein ehrenamtlich entwickeltes Mountainbike-Projekt aus dem Zittauer Gebirge erhält bundesweite Aufmerksamkeit. Der Deutsche Alpenverein stellt den Haseltrail als Beispiel dafür vor, wie ungenutzte Wege in attraktive und naturverträgliche Strecken für Radfahrer umgewandelt werden können.

Der am 5. August veröffentlichte Beitrag des Deutschen Alpenvereins widmet sich mehreren wohnortnahen Mountainbike-Projekten in Deutschland. Neben Strecken in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg wird dabei auch die Arbeit der DAV-Sektion Zittau hervorgehoben.

Im Mittelpunkt steht ein ehemals zugewucherter Wanderweg am Sonneberg im Zittauer Gebirge. Andreas Kittel von der Sektion Zittau hatte den nicht mehr genutzten Weg während einer Tour entdeckt und darin die Grundlage für ein neues Mountainbike-Angebot gesehen.

Bau des Haseltrails begann 2024

Anstatt eine vollständig neue Strecke durch den Wald anzulegen, sollte ein bereits vorhandener Weg wieder nutzbar gemacht und möglichst naturnah umgebaut werden. Nach Angaben des Deutschen Alpenvereins begann die Arbeit am Haseltrail im Jahr 2024.

Ein Jahr später wurden weitere Abschnitte umgesetzt. Inzwischen seien zwei zusätzliche Trails durch den zuständigen Forst begutachtet und genehmigt worden. Das Projekt wächst damit schrittweise über den ursprünglichen Weg hinaus.

Der Alpenverein beschreibt den Zittauer Ansatz als eine Form der Besucherlenkung. Statt das Mountainbiken lediglich durch Verbote einzuschränken, sollen attraktive und abgestimmte Angebote geschaffen werden.

Konflikte zwischen Radfahrern und Wanderern vermeiden

Mit dem wachsenden Interesse am Mountainbiken steigt auch der Nutzungsdruck auf Wald- und Wanderwege. Treffen Wanderer, Radfahrer und andere Erholungssuchende auf denselben schmalen Strecken aufeinander, können Konflikte und gefährliche Situationen entstehen.

Das Zittauer Modell setzt deshalb auf eigens geprüfte Trails. Dadurch sollen Mountainbiker gezielt auf geeignete Strecken gelenkt werden, während stark genutzte Wanderwege entlastet werden können.

Nach Darstellung des Deutschen Alpenvereins steht im Zittauer Gebirge der Gedanke im Vordergrund, Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Nutzergruppen möglichst zu vermeiden, bevor sie entstehen.

Ehrenamtliche tragen den Ausbau

Die Arbeiten an den Trails werden mit großem ehrenamtlichem Engagement geleistet. Dazu gehören die Planung, die Abstimmung mit Behörden und Forst, der eigentliche Wegebau sowie die spätere Pflege der Strecken.

Der Deutsche Alpenverein betont, dass solche Projekte nur durch die Zusammenarbeit von Vereinen, Kommunen, Forstbetrieben, Naturschutz und freiwilligen Helfern möglich werden.

Die Zittauer Sektion verfügt bereits seit Jahrzehnten über eine aktive Mountainbike-Abteilung. Deren Chronik reicht bis in das Jahr 1994 zurück. Seit 2004 ist die damalige Dienstagsgruppe in den DAV Zittau integriert.

Mountainbike-Angebote auch für Kinder

Die Sektion hat ihr Angebot zuletzt weiter ausgebaut. Im April 2025 wurde eine eigene Mountainbike-Kindergruppe für Zehn- bis 14-Jährige gegründet.

Nach dem Leitbild der Zittauer Gruppen stehen nicht Wettkampf und Geschwindigkeit, sondern Gemeinschaft, Naturerlebnis und die Entwicklung der Fahrtechnik im Vordergrund. Wanderer und andere Nutzer der Wege sollen respektvoll behandelt und nicht gefährdet werden.

Die Gruppen unternehmen regelmäßig Touren in der heimischen Umgebung sowie in den benachbarten polnischen und tschechischen Mittelgebirgen.

Zittauer Gebirge gewinnt als Radsportregion

Die bundesweite Vorstellung des Haseltrails stärkt zugleich das Profil des Zittauer Gebirges als Region für naturnahen Radsport. Neben Wandern, Klettern und touristischen Schmalspurbahnangeboten gewinnt das Mountainbiken zunehmend an Bedeutung.

Wohnortnahe Strecken bieten dabei nicht nur Vorteile für Einheimische. Sie können auch Gäste ansprechen, die das Zittauer Gebirge aktiv mit dem Fahrrad erkunden möchten.

Entscheidend bleibt, dass neue Angebote mit dem Schutz des Waldes und den Interessen anderer Nutzer vereinbar sind. Der Haseltrail zeigt, wie vorhandene Wege genutzt werden können, ohne für jede Strecke vollständig neue Eingriffe in die Landschaft vorzunehmen.

Weitere Trails bereits genehmigt

Mit den beiden zusätzlich vom Forst begutachteten und genehmigten Strecken könnte das Mountainbike-Angebot im Zittauer Gebirge weiter wachsen.

Wann diese Trails vollständig umgesetzt und offiziell nutzbar sein werden, geht aus dem aktuellen Beitrag des Deutschen Alpenvereins nicht hervor. Fest steht jedoch, dass das ursprüngliche Pilotprojekt nicht auf einen einzelnen Weg beschränkt bleiben soll.

Die bundesweite Würdigung zeigt, dass der Zittauer Ansatz inzwischen auch außerhalb der Region wahrgenommen wird.

Quellen

– Deutscher Alpenverein: „Wo der Feierabend zum Flow wird – Mountainbiken zwischen Alltag und Abenteuer“, veröffentlicht am 5. August 2026

– Deutscher Alpenverein, Sektion Zittau: Informationen zur Mountainbike-Abteilung, zur Kindergruppe und zum Leitbild, abgerufen am 5. August 2026