Für den Industriestandort Bitterfeld-Wolfen entsteht eine neue Schnittstelle zwischen Forschung und praktischer Anwendung. Im Chemiepark soll eine Technologieplattform Unternehmen dabei unterstützen, neue Verfahren nicht nur im Labor zu entwickeln, sondern sie auch unter praxisnahen Bedingungen zu testen und bis zur industriellen Nutzung weiterzuführen.

Die Plattform wird vom Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme eröffnet und widmet sich den Schwerpunkten Kreislaufwirtschaft und Verfahrenstechnik.

Forschung und Industrie sollen enger zusammenarbeiten

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums ist das Ziel klar: Unternehmen sollen effizientere Verfahren entwickeln, diese selbst erproben und anschließend schneller in die Anwendung überführen können.

Gerade für einen traditionsreichen Industriestandort wie Bitterfeld-Wolfen ist diese Verbindung zwischen Forschung und Produktion von besonderer Bedeutung.

Die neue Plattform soll damit nicht nur wissenschaftliche Arbeit ermöglichen, sondern konkrete industrielle Entwicklungsprozesse unterstützen.

Kreislaufwirtschaft rückt stärker in den Fokus

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Kreislaufwirtschaft.

Dabei geht es darum, Rohstoffe, Materialien und Nebenprodukte möglichst effizient zu nutzen und Stoffkreisläufe stärker zu schließen. Für energie- und materialintensive Branchen können solche Verfahren wirtschaftlich wie ökologisch an Bedeutung gewinnen.

Die neue Infrastruktur soll Unternehmen die Möglichkeit geben, entsprechende Verfahren gemeinsam mit Fraunhofer-Fachleuten weiterzuentwickeln und praktisch zu testen.

Verfahrenstechnik soll schneller in die Praxis kommen

Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Verfahrenstechnik.

Hier geht es insbesondere darum, technische Prozesse so weiterzuentwickeln, dass sie effizienter, ressourcenschonender oder wirtschaftlicher eingesetzt werden können.

Die Plattform soll dafür eine Brücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung bilden.

Genau dieser Transfer ist häufig entscheidend: Eine Idee kann wissenschaftlich funktionieren, muss sich aber auch unter realen Bedingungen bewähren, bevor sie in größerem Maßstab eingesetzt werden kann.

Land fördert mit rund 4,5 Millionen Euro

Die Eröffnung wird auch mit einer größeren Förderentscheidung verbunden.

Wirtschaftsstaatssekretärin Stefanie Pötzsch wird bei der Einweihung ein Grußwort halten und einen Förderbescheid über rund 4,5 Millionen Euro überreichen.

Die Mittel stammen aus dem Förderangebot „Forschungsinfrastruktur“.

Damit beteiligt sich das Land Sachsen-Anhalt unmittelbar am Aufbau der neuen technologischen Möglichkeiten am Standort.

Bitterfeld-Wolfen als Industriestandort gestärkt

Mit der Plattform bekommt Bitterfeld-Wolfen eine zusätzliche Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur innerhalb des Chemieparks.

Für Unternehmen kann das den Vorteil bieten, neue Prozesse nicht vollständig in eigenen Anlagen entwickeln zu müssen, sondern auf eine spezialisierte Forschungsumgebung zurückgreifen zu können.

Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für Kooperationen zwischen Unternehmen, Wissenschaft und Forschungseinrichtungen.

Eröffnung am 14. August

Die offizielle Einweihung findet am Freitag, dem 14. August 2026, um 9.30 Uhr statt.

Veranstaltungsort ist das Technologie- und Gründerzentrum Bitterfeld-Wolfen in der Andresenstraße 1a.

Bei der Eröffnung dürften weitere Details zur technischen Ausstattung, zu den künftigen Forschungsfeldern und zu ersten Industriepartnern vorgestellt werden.

Termin

Freitag, 14. August 2026, 9.30 Uhr

Eröffnung der Technologieplattform für Kreislaufwirtschaft und Verfahrenstechnik

Technologie- und Gründerzentrum Bitterfeld-Wolfen

Andresenstraße 1a

06766 Bitterfeld-Wolfen

Quellen

Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt – Presseeinladung vom 10. August 2026