Malchow ist weit mehr als Tourismus, Ferienwohnungen und Wassersport. Mit der Pollmeier Schnittholz GmbH befindet sich in der Inselstadt ein Industriestandort, der Teil eines international tätigen Holzkonzerns ist. Das Werk in der Ahornallee zählt nach Angaben der Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte zu den modernsten und leistungsfähigsten Laubholzsägewerken Europas.
Pollmeier betreibt neben Malchow weitere Produktionsstandorte in Creuzburg und Aschaffenburg.
Die Unternehmensgruppe beschäftigt insgesamt rund 1.000 Menschen und liefert ihre Produkte in mehr als 70 Länder.
Malchow produziert für internationalen Markt
Im Werk wird Laubholz industriell verarbeitet.
Die Produkte gehen unter anderem in die Möbel-, Türen- und Treppenindustrie sowie in weitere industrielle Anwendungen.
Damit hängt der Standort nicht ausschließlich von regionaler Nachfrage ab.
Die Produktion ist in internationale Lieferketten eingebunden.
Für eine Stadt mit nur wenigen tausend Einwohnern ist das wirtschaftlich bemerkenswert.
Industrie verändert das Bild der Tourismusstadt
Von außen wird Malchow meist als Urlaubsort wahrgenommen.
Drehbrücke, Klosteranlage, Seen und Fahrgastschiffe bestimmen die touristische Wahrnehmung.
Ein großer Industriebetrieb passt scheinbar nicht in dieses Bild.
Tatsächlich ist genau diese Mischung wirtschaftlich von Vorteil.
Tourismus ist stark saisonabhängig. Industrie kann dagegen ganzjährig Arbeitsplätze, Gewerbesteuern und Nachfrage nach Dienstleistungen erzeugen.
Holzbau gewinnt neue Bedeutung
Pollmeier stellt innerhalb der Unternehmensgruppe auch BauBuche her – ein Furnierschichtholz aus Buchenholz, das im konstruktiven Holzbau eingesetzt werden kann.
Der Baustoff soll hohe Tragfähigkeit mit vergleichsweise schlanken Bauteilen verbinden.
Damit berührt die Holzindustrie ein wachsendes wirtschaftliches Thema: Gebäude sollen zunehmend mit nachwachsenden Rohstoffen errichtet werden.
Malchow ist Teil einer europäischen Industrieproduktion
Die Wirtschaftsförderung hat den Standort 2026 bewusst Unternehmen aus der Region vorgestellt.
Bei einem Betriebsbesuch erhielten Unternehmer Einblick in Produktion und industrielle Abläufe.
Das zeigt, dass Pollmeier nicht nur ein abgeschlossener Fabrikstandort ist, sondern auch als wirtschaftlicher Anker innerhalb der Seenplatte wahrgenommen wird.
Standort reduziert Abhängigkeit vom Tourismus
Für Malchow ist diese industrielle Basis strategisch wichtig.
Eine Stadt, die wirtschaftlich ausschließlich vom Fremdenverkehr abhängig wäre, wäre besonders anfällig für schwache Reisesaisons, schlechtes Wetter oder konjunkturelle Veränderungen.
Mit einem international ausgerichteten Produktionsbetrieb besitzt Malchow ein zweites wirtschaftliches Standbein.
Das macht Pollmeier zu einem der wichtigsten Unternehmensstandorte der Inselstadt – auch wenn Urlauber davon beim Spaziergang über die Drehbrücke kaum etwas bemerken.
Quellen
Wirtschaftsförderung Mecklenburgische Seenplatte Pollmeier Schnittholz GmbH & Co. KG