Die Wernigeröder Schlossfestspiele beginnen am Samstag, 1. August 2026, mit der traditionellen „First Night“. Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode eröffnet den Festspielsommer um 19.30 Uhr im Innenhof von Schloss Wernigerode mit Werken von Richard Wagner, Georges Bizet und Franz Schubert.

Die diesjährige Ausgabe markiert zugleich einen organisatorischen Neuanfang. Seit dem 1. Juli gehört das Philharmonische Kammerorchester offiziell zur Harztheater gGmbH. Die Schlossfestspiele sind damit das erste große gemeinsame Projekt unter dem neuen Dach. Bis zum 29. August sind insgesamt 16 Veranstaltungen in Wernigerode geplant.

„First Night“ eröffnet den Festspielsommer

Das Eröffnungskonzert verbindet ruhige kammermusikalische Passagen mit sommerlichen und festlichen Klangfarben. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Christian Fitzner spielt das Philharmonische Kammerorchester Richard Wagners „Siegfried-Idyll“, Georges Bizets „Souvenirs d’été“ und Franz Schuberts Sinfonie Nr. 5 in B-Dur.

Im Mittelpunkt des vokalen Programmteils steht die Mezzosopranistin Maria Hilmes. Sie übernimmt Wagners „Les Adieux de Marie Stuart“, eine musikalische Szene über den Abschied der schottischen Königin Maria Stuart.

Die „First Night“ gehört seit Jahren zu den festen Bestandteilen der Schlossfestspiele. Der historische Innenhof bietet dafür eine Kulisse, die Konzert und Baugeschichte miteinander verbindet.

Nach dem derzeitigen Stand des offiziellen Spielplans ist das Eröffnungskonzert bereits ausverkauft. Besucher sollten die aktuelle Verfügbarkeit deshalb unmittelbar beim Harztheater oder dem Philharmonischen Kammerorchester prüfen.

16 Veranstaltungen an vier Spielstätten

Das Programm reicht vom klassischen Orchesterkonzert über Wandel- und Familienkonzerte bis zu Soul- und Filmmusik. Hauptspielstätte bleibt Schloss Wernigerode. Hinzu kommen der Bürgerpark und erstmals auch das Konzerthaus Liebfrauen als offizielle Spielstätte im Rahmen des gemeinsamen Theater- und Konzertsommers.

Die Wandelkonzerte finden am 10., 11., 17. und 18. August jeweils um 18 und 20 Uhr statt. Dabei bewegt sich das Publikum durch ausgewählte Räume des Schlosses und erlebt kleinere musikalische Programme an unterschiedlichen Stationen.

Am 19. August folgt im Bürgerpark das Familienkonzert „Juri jagt das Musikgespenst“. Ein weiteres Familienkonzert unter dem Titel „Wir bauen ein Orchester“ ist für den 26. August im Konzerthaus Liebfrauen vorgesehen.

Operngala bringt große Arien ins Schloss

Am 8. August verwandelt sich der Schlosshof in eine Opernbühne. Das Philharmonische Kammerorchester präsentiert gemeinsam mit Gesangssolistinnen und -solisten bekannte Arien, Duette, Ensemblestücke und Ouvertüren.

Die Gala kommt ohne szenische Inszenierung aus. Im Vordergrund stehen die Stimmen und das Orchester. Damit richtet sich der Abend sowohl an erfahrene Opernbesucher als auch an Gäste, die bekannte Werke in kompakter Form kennenlernen möchten.

Am 14. August folgt „Sound of Soul“. Die Schlosshofserenade ist für den 21. August angesetzt.

Beide Orchester spielen gemeinsam Filmmusik

Ein besonderer Programmpunkt ist das „Filmmusik-Konzert XXL“ am 22. August im Konzerthaus Liebfrauen. Dabei treten das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode und die Harzer Sinfoniker gemeinsam auf.

Unter der Leitung von Johannes Rieger und Christian Fitzner sollen bekannte Kino- und Musicalmelodien aus rund hundert Jahren Filmgeschichte erklingen. Das Konzert zeigt besonders deutlich, welche neuen Möglichkeiten die organisatorische Verbindung von Kammerorchester und Harztheater eröffnet.

Das Konzerthaus Liebfrauen gewinnt damit zusätzlich an Bedeutung. Es ist nicht nur Stammsitz des Kammerorchesters, sondern wird stärker in den Spielplan des Harztheaters eingebunden.

Zusammenschluss soll Kulturangebot im Harz sichern

Die Eingliederung des Philharmonischen Kammerorchesters in die Harztheater gGmbH war über längere Zeit vorbereitet worden. Ziel ist es, die bislang getrennten Strukturen enger miteinander zu verbinden und das kulturelle Angebot im Landkreis Harz langfristig zu sichern.

Die Fusion soll gemeinsame Produktionen, eine abgestimmte Planung und die Nutzung verschiedener Spielstätten erleichtern. Bereits in den Zuwendungsvereinbarungen mit dem Land Sachsen-Anhalt war die Zusammenführung beider Einrichtungen vorgesehen worden.

Für das Publikum sollen die bisherigen künstlerischen Profile dennoch erkennbar bleiben. Das Philharmonische Kammerorchester steht weiterhin für eigene Konzertprogramme, während das Harztheater Schauspiel, Musiktheater, Tanz und die Harzer Sinfoniker unter einem Dach vereint.

Schlossfestspiele stärken Wernigerodes Tourismus

Die Schlossfestspiele besitzen nicht nur kulturelle, sondern auch touristische Bedeutung. Wernigerode gehört zu den am stärksten besuchten Städten im Harz. Das Schloss, die historische Altstadt und die Harzer Schmalspurbahnen ziehen jährlich zahlreiche Tagesgäste und Urlauber an.

Konzerte am Abend können dazu beitragen, dass Besucher länger in der Stadt bleiben oder zusätzliche Übernachtungen buchen. Davon profitieren Beherbergungsbetriebe, Gastronomie und Einzelhandel.

Gerade die Verbindung aus historischer Kulisse und professionellem Orchesterprogramm unterscheidet die Schlossfestspiele von gewöhnlichen Konzertreihen. Sie machen vorhandene Bauwerke und Spielstätten zu einem Teil des kulturellen Erlebnisses.

Kultur in der Fläche bleibt eine Herausforderung

Der Zusammenschluss von Orchester und Theater steht zugleich für die wirtschaftlichen Herausforderungen öffentlich getragener Kultur in kleineren Städten. Orchester und Bühnen benötigen dauerhaft Personal, Räume, technische Ausstattung und öffentliche Zuschüsse.

In einer Region wie dem Harz geht es nicht allein um einzelne Häuser. Die verschiedenen Spielstätten in Wernigerode, Halberstadt, Quedlinburg, Thale und weiteren Orten müssen miteinander verbunden werden.

Gemeinsame Produktionen können Kosten und künstlerische Kräfte bündeln. Sie ersetzen jedoch keine langfristig gesicherte Finanzierung. Für den Erhalt eines vielfältigen Kulturangebots bleiben verlässliche Beiträge des Landes, des Landkreises und der beteiligten Kommunen notwendig.

Programm bis zur „Last Night“

Die Schlossfestspiele enden am 29. August mit der traditionellen „Last Night“ im Schloss Wernigerode. Unter dem Titel „British Universe“ bildet sie den Abschluss des vierwöchigen Programms.

Der vollständige Festspielkalender umfasst:

  • 1. August: First Night
  • 8. August: Operngala
  • 10., 11., 17. und 18. August: Wandelkonzerte
  • 14. August: Sound of Soul
  • 19. August: Familienkonzert im Bürgerpark
  • 21. August: Schlosshofserenade
  • 22. August: Filmmusik-Konzert XXL
  • 26. August: Familienkonzert im Konzerthaus Liebfrauen
  • 29. August: Last Night

Die Wandelkonzerte werden jeweils zweimal am Abend angeboten. Dadurch ergeben sich insgesamt 16 Veranstaltungen.

Karten und Eintrittspreise

Karten werden über die Vorverkaufsstellen des Philharmonischen Kammerorchesters, des Harztheaters und der Wernigeröder Tourismus GmbH angeboten.

Für das Eröffnungskonzert wurden in der Pressemitteilung folgende Preise genannt:

Regulär: 40 Euro
Ermäßigt: 35 Euro
Schüler und Studierende: 15 Euro

Da einzelne Veranstaltungen nach dem offiziellen Online-Spielplan bereits als ausverkauft gekennzeichnet sind, sollten Interessierte die aktuelle Kartenlage vor der Anreise prüfen.

Die Wernigeröder Schlossfestspiele eröffnen am 1. August einen musikalisch vielseitigen Kulturmonat. 16 Veranstaltungen führen bis Ende August durch Schloss, Bürgerpark und Konzerthaus Liebfrauen.

Mit der Eingliederung des Philharmonischen Kammerorchesters in die Harztheater gGmbH beginnt zugleich eine neue organisatorische Phase. Die Schlossfestspiele zeigen als erstes gemeinsames Großprojekt, wie Orchester, Theater und verschiedene Spielstätten im Harz künftig enger zusammenarbeiten können.