Die Gemeinde Stahnsdorf ruft Bürger dazu auf, besonders engagierte Menschen für eine kommunale Anerkennung vorzuschlagen. Neben der bekannten Ehrennadel gibt es seit der Neufassung der Ehrensatzung im Jahr 2025 eine zweite, bewusst zurückhaltendere Form der Würdigung. Sie richtet sich an Menschen, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz oder einer außergewöhnlichen Leistung zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen.

Die Anerkennung soll auch Personen erreichen, die nicht gern bei einem großen Festakt im Mittelpunkt stehen. Geeignete Vorschläge können unkompliziert per E-Mail an die Gemeindeverwaltung übermittelt werden. Über die Auswahl entscheidet anschließend der Hauptausschuss.

Ehrenamtliche Arbeit findet häufig im Hintergrund statt

In Vereinen, sozialen Einrichtungen, Nachbarschaftsinitiativen und anderen Gemeinschaften übernehmen zahlreiche Menschen Aufgaben, die öffentlich kaum sichtbar sind. Sie kümmern sich um Material, organisieren Veranstaltungen, begleiten Kinder und Jugendliche oder unterstützen ältere und hilfsbedürftige Einwohner.

Die Gemeinde nennt beispielhaft eine langjährige Zeugwartin eines Judovereins, die nach Wettkämpfen regelmäßig die Vereinskleidung wäscht. Ebenso könnte ein Schüler gewürdigt werden, der nach dem Unterricht ehrenamtlich in einem Seniorenheim vorliest.

Diese Beispiele sollen verdeutlichen, dass nicht nur Vorstände, Vereinsvorsitzende oder Initiatoren großer Projekte für eine Anerkennung infrage kommen. Auch zuverlässige und über längere Zeit geleistete Arbeit im Hintergrund kann für Vereine und soziale Einrichtungen von großer Bedeutung sein.

Keine feste Zielgruppe und keine Altersgrenze

Für die kommunale Anerkennung gibt es keine festgelegte Altersgruppe. Jugendliche können ebenso vorgeschlagen werden wie Erwachsene oder Senioren.

Entscheidend ist nach Angaben der Gemeinde ein überdurchschnittliches ehrenamtliches Engagement oder eine besondere Leistung. Die Würdigung kann sowohl Menschen gelten, die in Stahnsdorf wohnen und sich an einem anderen Ort engagieren, als auch Personen von außerhalb, deren Tätigkeit hauptsächlich der Gemeinde Stahnsdorf zugutekommt.

Damit wird berücksichtigt, dass der tatsächliche Wirkungskreis eines Ehrenamtes nicht immer an der Gemeindegrenze endet. Einwohner können sich beispielsweise in einer benachbarten sozialen Einrichtung engagieren. Umgekehrt können Helfer aus Teltow, Kleinmachnow oder anderen Orten regelmäßig in einem Stahnsdorfer Verein tätig sein.

Unterschied zwischen Ehrennadel und Anerkennung

Die Gemeinde Stahnsdorf verleiht auch 2026 wieder ihre Ehrennadel. Sie ist für Menschen vorgesehen, die sich in besonderem Maße um die Gesellschaft und deren Zusammenhalt verdient gemacht haben.

Die Anerkennung stellt eine weitere Ehrungsform dar. Sie soll außergewöhnliches Engagement ebenfalls sichtbar machen, findet aber in einem kleineren und persönlicheren Rahmen statt.

Die Gemeinde weist ausdrücklich darauf hin, dass die Anerkennung nicht als geringwertige Auszeichnung verstanden werden sollte. Sie bietet vielmehr eine angemessene Alternative für Menschen, denen ein öffentlicher Festakt unangenehm wäre oder deren Tätigkeit auf eine persönliche Weise gewürdigt werden soll.

Auch Bürger, die unsicher sind, ob das Engagement einer Person für die Ehrennadel ausreicht, können zunächst eine Anerkennung vorschlagen. Die endgültige Einordnung und Entscheidung übernimmt das zuständige kommunale Gremium.

Persönliche Übergabe am Ort des Engagements

Die Anerkennung besteht aus einer Ehrenurkunde und einem symbolischen Ehrengeschenk. Die Urkunde wird vom Bürgermeister und vom Vorsitzenden oder der Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Soziales, Kultur und Sport unterzeichnet.

Urkunde und Geschenk sollen möglichst an einem Ort übergeben werden, der mit dem ausgezeichneten Engagement verbunden ist. Das kann beispielsweise ein Vereinsheim, eine Sportstätte, eine soziale Einrichtung oder ein anderer regelmäßiger Tätigkeitsort sein.

Damit soll die Würdigung einen direkten Bezug zur geleisteten Arbeit erhalten. Gleichzeitig können Vereinskollegen, betreute Menschen oder andere Beteiligte die Ehrung miterleben, ohne dass dafür ein großer offizieller Festakt notwendig ist.

So können Vorschläge eingereicht werden

Vorschläge können per E-Mail an gemeinde@stahnsdorf.de geschickt werden.

Die Nachricht sollte folgende Angaben enthalten:

– Vor- und Nachname der vorgeschlagenen Person,
– eine kurze Beschreibung der ehrenamtlichen Tätigkeit oder besonderen Leistung,
– eine Kontaktmöglichkeit für Rückfragen.

Ein umfangreicher Antrag oder eine ausführliche Dokumentation ist nach den Angaben der Gemeinde zunächst nicht erforderlich. Wichtig ist, nachvollziehbar zu erläutern, worin das besondere Engagement besteht und welche Bedeutung es für andere Menschen, einen Verein oder die örtliche Gemeinschaft hat.

Hauptausschuss entscheidet über die Ehrung

Über die eingegangenen Vorschläge entscheidet nach der geltenden Ehrensatzung der Hauptausschuss der Gemeinde Stahnsdorf.

Das Verfahren soll sicherstellen, dass die Anerkennungen nach nachvollziehbaren und einheitlichen Kriterien vergeben werden. Die Antragsteller entscheiden somit nicht selbst darüber, welche Ehrungsform am Ende gewählt wird.

Der Ausschuss kann anhand der beschriebenen Tätigkeit prüfen, ob eine Anerkennung angemessen ist oder ob das Engagement möglicherweise sogar für die Ehrennadel infrage kommt.

Warum kommunale Anerkennung wichtig ist

Viele Vereine und soziale Einrichtungen sind auf ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen. Ohne freiwillige Trainer, Betreuer, Organisatoren, Fahrer, Kassenwarte oder Helfer könnten zahlreiche Angebote nicht dauerhaft bestehen.

Das gilt insbesondere für Kinder- und Jugendarbeit, Seniorenbetreuung, Kulturveranstaltungen, Sportvereine, Nachbarschaftshilfe und den Bevölkerungsschutz.

Die geleistete Arbeit ist häufig mit Zeitaufwand, persönlicher Verantwortung und teilweise auch privaten Kosten verbunden. Eine kommunale Würdigung ersetzt weder finanzielle Unterstützung noch gute Rahmenbedingungen für Vereine. Sie kann jedoch deutlich machen, dass die geleistete Arbeit wahrgenommen und geschätzt wird.

Auch stille Helfer sollen sichtbar werden

Öffentliche Ehrungen erreichen häufig Personen, deren Engagement bereits bekannt ist. Viele Aufgaben werden jedoch von Menschen übernommen, die weder ein öffentliches Amt bekleiden noch selbst auf ihre Arbeit aufmerksam machen.

Gerade diese stillen Helfer möchte Stahnsdorf mit der zusätzlichen Anerkennungsform erreichen. Dafür ist die Gemeinde auf Hinweise aus Vereinen, Einrichtungen, Nachbarschaften und Familien angewiesen.

Wer über viele Jahre zuverlässig mithilft, regelmäßig andere Menschen unterstützt oder eine außergewöhnliche Leistung für die Gemeinschaft erbracht hat, kann grundsätzlich vorgeschlagen werden.

Stahnsdorf würdigt ehrenamtliches Engagement nicht nur mit der Ehrennadel. Seit der Neufassung der Ehrensatzung kann die Gemeinde engagierten Menschen auch in einem kleineren persönlichen Rahmen eine Ehrenurkunde und ein symbolisches Geschenk überreichen.

Die Anerkennung ist unabhängig vom Alter und vom Wohnort möglich, sofern das Engagement einen deutlichen Bezug zu Stahnsdorf besitzt. Vorschläge können mit einer kurzen Begründung per E-Mail an die Gemeinde geschickt werden.

Damit richtet sich der Aufruf besonders an Vereine, soziale Einrichtungen und Einwohner, die Menschen kennen, deren Arbeit für die Gemeinschaft unverzichtbar ist, bislang aber nur wenig öffentliche Aufmerksamkeit erhalten hat.

Quelle

– Gemeinde Stahnsdorf: „Es gibt nicht nur die Ehrennadel – Leistung verdient Anerkennung“, Pressemitteilung 2026