Der Botanische Garten der Universität Rostock lädt am Sonntag, dem 26. Juli 2026, zu einer öffentlichen Führung durch sein Freigelände ein. Unter dem Titel „Eibe, Eiche, Erle & Co.“ stellt Dr. Yves Sprycha besondere Bäume und Sträucher des Gartens vor. Die etwa einstündige Führung beginnt um 14 Uhr an den Schaukästen am Eingang Hamburger Straße/Holbeinplatz.

Im Mittelpunkt steht das Arboretum, der wissenschaftlich angelegte Baumgarten. Besucher lernen dort Gehölze aus verschiedenen Teilen der Welt kennen. Dazu gehören bekannte heimische Arten ebenso wie Ginkgo, Mammutbäume und andere Baumgeschlechter, deren Entwicklungsgeschichte weit zurückreicht.

Was Besucher bei der Führung erwartet

Die Führung verbindet Pflanzenkunde mit Fragen der Evolution, Ökologie und jahreszeitlichen Veränderung. Dr. Yves Sprycha erläutert unter anderem, warum einige Nadelbäume ihre Nadeln über mehrere Jahre behalten, während andere sie im Herbst abwerfen.

Auch die Färbung des Herbstlaubs soll thematisiert werden. Wenn Bäume im Herbst Chlorophyll abbauen, treten andere Farbstoffe in den Blättern stärker hervor. Dadurch entstehen je nach Art gelbe, orangefarbene oder rote Blätter.

Besondere Aufmerksamkeit erhalten sogenannte lebende Fossilien. Damit werden Pflanzen bezeichnet, deren grundlegende Bauformen sich über sehr lange erdgeschichtliche Zeiträume erhalten haben. Zu den bekanntesten Beispielen gehört der Ginkgo.

Ginkgo und Mammutbäume im Arboretum

Der Ginkgo nimmt botanisch eine Sonderstellung ein. Er gehört weder zu den Laubbäumen im engeren Sinne noch zu den heute verbreiteten Nadelbaumgruppen. Seine fächerförmigen Blätter und seine lange Entwicklungsgeschichte machen ihn zu einer der auffälligsten Pflanzen des Arboretums.

Auch Mammutbäume zeigen, welche Dimensionen und Lebensalter Gehölze erreichen können. Ihre verschiedenen Arten unterscheiden sich in Herkunft, Wuchs und Anpassung an bestimmte Klima- und Bodenverhältnisse.

Die Führung soll solche Unterschiede nicht nur anhand theoretischer Erläuterungen zeigen. Besucher können Blätter, Rinde, Äste und Wuchsformen unmittelbar an den Pflanzen betrachten.

Das Arboretum als Reise durch die Pflanzenentwicklung

Das Freigelände des Botanischen Gartens enthält eine systematische Abteilung und den dazugehörigen Baumgarten. Zusammen präsentieren diese Bereiche rund 2.500 Pflanzenarten, die nach ihrer stammesgeschichtlichen Verwandtschaft geordnet sind. Die Anlage macht damit unterschiedliche Entwicklungswege des Pflanzenreichs über viele Millionen Jahre nachvollziehbar.

Ein Arboretum dient nicht nur der ansprechenden Gestaltung eines Gartens. Es ist eine wissenschaftliche Sammlung lebender Bäume und Sträucher. Die Pflanzen werden dokumentiert, gepflegt und für Forschung, Lehre sowie öffentliche Bildungsangebote genutzt.

Im Rostocker Baumgarten wachsen unter anderem verschiedene Eichenarten und zahlreiche weitere Gehölze aus unterschiedlichen geografischen Regionen.

Mehr als eine Sammlung schöner Bäume

Die verschiedenen Arten zeigen, wie Pflanzen auf Trockenheit, Frost, Wind, Schatten oder feuchte Böden reagieren. Manche Arten bilden besonders tiefe Wurzeln, andere schützen ihre Blätter durch Wachsschichten oder kleine Oberflächen.

Auch Blattformen und Rindenstrukturen sind Ergebnisse langer Anpassungsprozesse. Große Blätter können in feuchten und schattigen Regionen Vorteile bieten. Kleine, harte oder nadelförmige Blätter verringern dagegen häufig den Wasserverlust.

Für Besucher wird dadurch sichtbar, dass ein Baum nicht nur durch seine Größe oder sein Alter interessant ist. Jede Art besitzt Merkmale, die mit ihrer Herkunft und ihrer ökologischen Entwicklung verbunden sind.

Wissenschaft, Lehre und öffentliche Bildung

Der Botanische Garten ist eine wissenschaftliche Einrichtung der Universität Rostock. Zu seinen Aufgaben gehören Forschung, universitäre Lehre, die Vermittlung der Bedeutung biologischer Vielfalt und die Erhaltung seltener Pflanzenarten.

Die öffentlichen Führungen öffnen diese wissenschaftliche Sammlung für Einwohner und Gäste der Stadt. Nach Angaben des Gartens finden in der Regel an zahlreichen Sonntagen Veranstaltungen statt, darunter Führungen durch das Freigelände oder die Gewächshäuser.

Damit ergänzt der Garten das Kultur- und Bildungsangebot Rostocks. Die Veranstaltungen richten sich nicht nur an Fachleute, sondern auch an Familien, Gartenfreunde und Besucher ohne botanische Vorkenntnisse.

Bäume als Teil städtischer Lebensqualität

Kenntnisse über Bäume besitzen auch für die Stadtentwicklung eine wachsende Bedeutung. Gehölze spenden Schatten, speichern Kohlenstoff, bieten Lebensräume und können die Umgebung an heißen Tagen abkühlen.

Nicht jede Baumart ist jedoch für jeden Standort geeignet. Boden, Platzangebot, Niederschlag und Temperatur bestimmen mit darüber, ob ein Baum dauerhaft gesund bleibt.

Botanische Gärten zeigen eine große Bandbreite an Arten und ermöglichen langfristige Beobachtungen. Dadurch können sie auch Erkenntnisse darüber liefern, welche Gehölze mit veränderten klimatischen Bedingungen zurechtkommen.

Lebende Sammlungen müssen dauerhaft gepflegt werden

Anders als Gegenstände in einem Museum verändern sich die Exponate eines Botanischen Gartens ständig. Bäume wachsen, altern und reagieren auf Wetter, Schädlinge oder Krankheiten.

Eine wissenschaftliche Sammlung benötigt deshalb fachkundige Gärtner, regelmäßige Kontrollen und eine genaue Dokumentation. Einzelne Bäume können über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte Teil des Gartens bleiben.

Gerade alte Gehölze besitzen einen hohen wissenschaftlichen und kulturellen Wert. Sie zeigen, wie sich Arten unter den Bedingungen eines bestimmten Standorts über lange Zeit entwickeln.

Gleichzeitig können Stürme, Trockenperioden und neue Pflanzenkrankheiten erhebliche Schäden verursachen. Pflege und Erhalt eines Arboretums sind daher langfristige Aufgaben.

Treffpunkt und Ablauf

Die Führung beginnt am Sonntag, dem 26. Juli 2026, um 14 Uhr. Als Treffpunkt nennt die Universität die Schaukästen am Eingang des Botanischen Gartens an der Hamburger Straße beziehungsweise am Holbeinplatz. Im offiziellen Veranstaltungskalender ist das Ende für 15 Uhr vorgesehen.

Besucher sollten festes Schuhwerk und der Witterung entsprechende Kleidung einplanen, da die Veranstaltung im Freigelände stattfindet.

Über eine mögliche Teilnahmegebühr oder eine notwendige Anmeldung enthält die offizielle Terminankündigung keine ergänzenden Angaben. Maßgeblich sind daher die aktuellen Hinweise des Botanischen Gartens.

Veranstaltungsdetails

Titel: „Eibe, Eiche, Erle & Co.: Bäume und Sträucher des Botanischen Gartens“
Datum: Sonntag, 26. Juli 2026
Beginn: 14 Uhr
Voraussichtliches Ende: 15 Uhr
Leitung: Dr. Yves Sprycha
Treffpunkt: Schaukästen am Eingang Hamburger Straße/Holbeinplatz
Ort: Botanischer Garten der Universität Rostock

Weitere Veranstaltungen folgen

Die Baumführung ist Teil eines regelmäßigen Veranstaltungsprogramms. Für den 2. August kündigt der Botanische Garten beispielsweise eine Führung zu alten Kulturpflanzen und ihrer Erwähnung in der Landgüterverordnung Karls des Großen an. Am 16. August sollen Pflanzen salzhaltiger Böden im Mittelpunkt stehen.

Das Programm zeigt die thematische Breite der Einrichtung. Neben Bäumen und Sträuchern werden Heilpflanzen, historische Nutzpflanzen, besondere Lebensräume und Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen vorgestellt.

Die Führung am 26. Juli bietet die Gelegenheit, das Arboretum des Botanischen Gartens Rostock aus wissenschaftlicher Perspektive kennenzulernen. Ginkgo, Mammutbäume, Eichen, Eiben und weitere Gehölze machen unterschiedliche Entwicklungswege und Anpassungsstrategien der Pflanzenwelt sichtbar.

Das Angebot verbindet einen sommerlichen Rundgang mit verständlicher Wissensvermittlung. Zugleich zeigt es, welche Bedeutung Botanische Gärten für Forschung, Bildung und den Erhalt biologischer Vielfalt besitzen.

Quellen

– Botanischer Garten der Universität Rostock: Veranstaltungskalender, „Eibe, Eiche, Erle & Co.“, abgerufen am 22. Juli 2026
– Botanischer Garten der Universität Rostock: Allgemeines zum Botanischen Garten, abgerufen am 22. Juli 2026
– Botanischer Garten der Universität Rostock: Informationen zum Arboretum, abgerufen am 22. Juli 2026