Das KMG Klinikum Güstrow erhält vom Land Mecklenburg-Vorpommern rund 2,526 Millionen Euro für den weiteren Ausbau seiner Zentralen Notaufnahme. Gesundheitsministerin Stefanie Drese übergab den Fördermittelbescheid am Mittwoch, dem 22. Juli 2026, während eines Besuchs im Klinikum.

Mit dem Geld sollen die Abläufe in der Notfallversorgung verbessert und weitere Voraussetzungen für ein Integriertes Notfallzentrum geschaffen werden. Vorgesehen sind unter anderem ein zentraler Empfang, zusätzliche überwachte Behandlungsplätze, eine Aufnahmestation sowie ein eigenes Röntgengerät für die Notaufnahme.

Der Termin verband die Fördermittelübergabe mit einer zweiten Zuwendung: Das Team des Kreißsaals erhielt eine private Spende in Höhe von 3.500 Euro.

Spende als Dank für erfolgreiche Geburt

Benjamin Vormeyer, Geschäftsführer der Kinderkrankenpflege Ostsee Ambulanz, übergab die Spende gemeinsam mit seiner Familie an die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Hintergrund war die Geburt seiner Tochter im Mai 2026. Trotz auftretender Komplikationen konnte das Kind nach Angaben der Familie gesund im KMG Klinikum Güstrow zur Welt gebracht werden.

Mit der Spende wollten Benjamin und Ann-Kathrin Vormeyer dem Team des Kreißsaals für dessen fachliche Kompetenz, Ruhe und Menschlichkeit danken.

Vormeyer erklärte, die Familie habe während der Geburt erlebt, welche Verantwortung Hebammen und Ärzte in schwierigen Situationen tragen. Besonders die Besonnenheit und Zusammenarbeit des gesamten Teams hätten einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Geld soll Familien im Kreißsaal zugutekommen

Klinikgeschäftsführer Thomas Bürger dankte der Familie für die Zuwendung. Die Spende sei eine besondere Wertschätzung für das Geburtshilfeteam unter der chefärztlichen Leitung von Dr. Volker Kattner.

Das Geld soll dem Kreißsaal und damit den Familien zugutekommen, die während Schwangerschaft, Geburt und der ersten Zeit nach der Entbindung im Klinikum betreut werden.

Wie die 3.500 Euro konkret eingesetzt werden, geht aus der Mitteilung noch nicht hervor.

Land fördert Ausbau der Notfallversorgung

Nach der Spendenübergabe überreichte Gesundheitsministerin Stefanie Drese den Fördermittelbescheid an Geschäftsführer Thomas Bürger, den Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Dietmar Bänsch sowie Mitglieder der Zentralen Notaufnahme.

Das KMG Klinikum Güstrow verfügt bereits über mehrere Einrichtungen, die für die regionale und überregionale Notfallversorgung wichtig sind.

Dazu gehören:

  • ein zertifiziertes Regionales Traumazentrum,
  • ein zertifiziertes AltersTraumaZentrum,
  • der Rettungshubschrauber Christoph 34,
  • das Notarzteinsatzfahrzeug Güstrow,
  • eine zeitweise besetzte Bereitschaftsdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung.

Mit dem Ausbau soll die Zusammenarbeit zwischen ambulanter und stationärer Notfallversorgung weiter verbessert werden.

Zentraler Tresen soll Patienten schneller zuordnen

Ein Kernelement der geplanten Umgestaltung ist ein zentraler Anlaufpunkt für Patienten.

Dort soll möglichst früh eingeschätzt werden, welche Behandlung notwendig ist. Patienten können anschließend entweder der ambulanten Notdienstpraxis oder der Notaufnahme des Krankenhauses zugewiesen werden.

Gesundheitsministerin Drese erklärte, durch moderne und eng miteinander verbundene Notfallstrukturen könne die Patientenversorgung verbessert werden.

Ein zentraler Tresen solle dazu beitragen, Patienten unmittelbar in die passende Behandlungsform weiterzuleiten. Das Klinikum setze damit wesentliche Ziele der Krankenhaus- und Notfallreform um.

Integriertes Notfallzentrum als langfristiges Ziel

Mit den geförderten Umbaumaßnahmen will das Klinikum weitere Schritte in Richtung eines Integrierten Notfallzentrums gehen.

Solche Zentren sollen die Notaufnahme eines Krankenhauses, den ärztlichen Bereitschaftsdienst und eine gemeinsame Ersteinschätzung an einem Ort zusammenführen.

Dadurch sollen Patienten schneller die passende Hilfe erhalten. Gleichzeitig sollen Notaufnahmen entlastet werden, wenn Beschwerden auch ambulant behandelt werden können.

Das Modell soll insbesondere verhindern, dass alle Patienten unabhängig von der Dringlichkeit denselben Weg durch die Krankenhausnotaufnahme nehmen.

Kürzere Wartezeiten angestrebt

Eine bessere Ersteinschätzung kann dazu beitragen, Wartezeiten zu verkürzen und medizinisches Personal gezielter einzusetzen.

Akute und lebensbedrohliche Fälle müssen unmittelbar versorgt werden. Patienten mit weniger dringenden Beschwerden könnten hingegen durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst behandelt werden.

In der Praxis hängt der Erfolg eines solchen Modells allerdings nicht nur von Räumen und Technik ab. Notwendig sind auch ausreichend Ärzte, Pflegekräfte und Rettungsdienstbeschäftigte sowie eine verlässliche personelle Besetzung der angebundenen Notdienstpraxis.

CT bereits direkt in die Notaufnahme integriert

Nach Angaben des Klinikums wurden bereits erste Modernisierungsschritte umgesetzt.

So ist die Bereitschaftsdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung bereits in die Zentrale Notaufnahme eingebunden, wenn auch bislang nur an bestimmten Tagen.

Zudem wurde der Schockraum neu ausgerichtet. Ein Computertomograf ist inzwischen direkt in die Notaufnahme integriert.

Dadurch können schwer verletzte oder akut erkrankte Patienten schneller untersucht werden, ohne zunächst in einen anderen Bereich des Krankenhauses transportiert werden zu müssen.

Neues Röntgengerät und überwachte Behandlungsplätze

Mit den nun zugesagten Landesmitteln sollen weitere Maßnahmen finanziert werden.

Geplant sind nach Angaben von Geschäftsführer Thomas Bürger:

  • ein Röntgengerät speziell für die Notaufnahme,
  • eine integrierte Aufnahmestation,
  • zusätzliche Behandlungsplätze mit medizinischem Monitoring,
  • weitere bauliche Anpassungen für eine moderne Patientensteuerung.

Monitoringplätze ermöglichen die fortlaufende Überwachung wichtiger Körperfunktionen wie Herzfrequenz, Blutdruck oder Sauerstoffsättigung.

Die Aufnahmestation kann dazu dienen, Patienten vorübergehend zu beobachten, bis entschieden ist, ob eine stationäre Behandlung erforderlich ist.

Überregionale Bedeutung für Mecklenburg-Vorpommern

Das KMG Klinikum Güstrow versorgt nicht nur Patienten aus der Stadt, sondern auch aus dem weiteren Umland.

Durch den Rettungshubschrauber Christoph 34 und das regionale Traumazentrum besitzt der Standort eine besondere Bedeutung bei schweren Unfällen und zeitkritischen Notfällen.

Auch das AltersTraumaZentrum spielt angesichts einer älter werdenden Bevölkerung eine wichtige Rolle. Es verbindet die Behandlung von Verletzungen im höheren Lebensalter mit geriatrischer Betreuung.

Der Ausbau der Notaufnahme soll diese vorhandenen Strukturen stärker miteinander verbinden.

Investition allein löst Personalfrage nicht

Die Fördersumme verbessert die baulichen und technischen Voraussetzungen. Für eine dauerhaft leistungsfähige Notaufnahme bleibt jedoch ausreichend qualifiziertes Personal entscheidend.

Viele Krankenhäuser stehen bei Pflegekräften, Notfallmedizinern und weiteren Fachkräften unter erheblichem Besetzungsdruck.

Neue Technik und optimierte Wege können Abläufe vereinfachen. Sie ersetzen aber keine dauerhaft verfügbare medizinische und pflegerische Betreuung.

Für Patienten wird deshalb entscheidend sein, ob der Ausbau mit einer langfristigen Personalplanung verbunden wird.

Doppeltermin verbindet öffentliche und private Unterstützung

Der Besuch im KMG Klinikum verband zwei sehr unterschiedliche Formen der Unterstützung.

Die Landesförderung über 2,526 Millionen Euro dient dem strukturellen Ausbau der Notfallversorgung. Die private Spende von 3.500 Euro ist hingegen ein persönliches Zeichen der Dankbarkeit gegenüber dem Geburtshilfeteam.

Beide Zuwendungen richten sich an Bereiche, in denen medizinisches Personal unter hohem Zeit- und Verantwortungsdruck arbeitet.

Während die Notaufnahme täglich mit akuten und teilweise lebensbedrohlichen Situationen umgehen muss, begleitet der Kreißsaal Familien in einem besonders prägenden Moment ihres Lebens.

Das KMG Klinikum Güstrow erhält rund 2,526 Millionen Euro für den Ausbau seiner Zentralen Notaufnahme. Mit einem zentralen Tresen, einer Aufnahmestation, überwachten Behandlungsplätzen und zusätzlicher Röntgentechnik soll die Versorgung von Notfallpatienten verbessert werden.

Langfristiges Ziel ist der Weg zu einem Integrierten Notfallzentrum, das Krankenhausnotaufnahme und ambulanten Bereitschaftsdienst enger miteinander verbindet.

Parallel dazu erhielt das Geburtshilfeteam eine Spende über 3.500 Euro. Eine Familie bedankt sich damit für die professionelle Begleitung bei der Geburt ihrer Tochter unter schwierigen Bedingungen.

Quelle

– KMG Klinikum Güstrow: Mitteilung zum Fördermittelbescheid für die Zentrale Notaufnahme und zur Spende für den Kreißsaal, 22. Juli 2026.