Mehr als fünf Jahrzehnte war Jutta Schnuphase auf unterschiedliche Weise mit dem Theater Erfurt verbunden. Sie stand in großen Ballettrollen auf der Bühne, arbeitete später hinter den Kulissen und blieb dem Haus auch im Ruhestand eng verbunden. Nun erinnert das Theater an eine Künstlerin und Kollegin, die nach eigenen Worten mit Herz, Humor und großer Verbundenheit zum Haus wirkte.

Jutta Schnuphase, geborene Kleinsteiber, ist Ende Juni 2026 nach schwerer Krankheit verstorben. Das Theater Erfurt veröffentlichte am 10. August eine Würdigung ihres langjährigen Wirkens.

1974 begann ihre Laufbahn in Erfurt

Ihre Karriere am Theater Erfurt begann 1974 als Gruppentänzerin an den damaligen „Städtischen Bühnen“.

Insgesamt prägte sie 23 Jahre lang als Balletttänzerin die Erfurter Bühne. Besonders lagen ihr nach Angaben des Theaters widersprüchliche und komplexe Charaktere.

Zu ihren bevorzugten Werken gehörten die „Carmen-Suite“, in der sie Carmen tanzte, „Abraxas“ mit der Rolle der Archisposa, „Die Widerspenstigen Zähmung“ als Katharina sowie „Bolero“.

Auch Operette und Musical gehörten zu ihrem Repertoire

Schnuphase war nicht ausschließlich im klassischen Ballett zu erleben.

Sie mochte nach Angaben des Theaters auch Operetten und Musicals. 1986 stand sie unter anderem in der „West Side Story“ auf der Bühne – gemeinsam mit Jörg Rathmann, der dort als „Baby John“ debütierte.

Christine Hedrich, die Schnuphase zunächst als Jugendliche in ihren großen Rollen sah und später selbst mit ihr am Theater arbeitete, erinnert besonders an deren Fähigkeit, komplizierte Figuren mit großer Intensität darzustellen.

Von der Bühne in den Fundus

Nach ihrem 40. Geburtstag beendete Jutta Schnuphase ihre aktive Tanzkarriere.

1997 wechselte sie von der Bühne in den Fundus des Theaters. Ab 2001 arbeitete sie als Assistentin der Gewandmeisterei.

Dort brachte sie ihr umfangreiches Wissen über Kostüme und Requisiten ein. Das Theater beschreibt sie als feste Größe und geschätzte Kollegin.

„Mit Herz und Humor“

Auch abseits der Bühne blieb Schnuphase nach Erinnerung ehemaliger Kolleginnen eng mit dem Theater verbunden.

Christine Hedrich beschreibt sie als Mitarbeiterin, die ihre Aufgaben mit Herz und Humor erfüllte und dabei eine starke Verbundenheit zum Haus zeigte.

Diese Verbindung endete auch mit dem Ruhestand nicht.

Theater Erfurt erinnert an leidenschaftliche Künstlerin

Das Theater würdigt Jutta Schnuphase als leidenschaftliche Künstlerin und herzliche Kollegin.

Auch nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben blieb sie dem Haus verbunden. In der Mitteilung heißt es, sie werde in der Erinnerung des Theaters weiterleben.

Mit ihrem Tod verliert das Theater Erfurt damit nicht nur eine frühere Tänzerin, sondern eine Mitarbeiterin, die über Jahrzehnte sowohl auf als auch hinter der Bühne zum Haus gehörte.

Quellen

Theater Erfurt – Medienmitteilung „Abschied von Jutta Schnuphase“ vom 10. August 2026