Sachsen-Anhalt hat das verfügbare Budget seiner EU-finanzierten Naturschutzförderung vollständig ausgeschöpft. Insgesamt wurden 18,9 Millionen Euro für 43 Projekte bewilligt, die unter anderem Lebensräume von Kreuzotter, Großtrappe und Frauenschuh schützen oder verbessern sollen.

Wie das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt am Donnerstag mitteilt, zieht Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann damit zum Ende der EU-Förderperiode 2021 bis 2027 eine positive Bilanz.

80 Prozent der Mittel kommen aus EU-Fonds

Grundlage der Förderung ist das Programm „Biodiversität, Schutzgebietssystem Natura 2000“. Es wird vom Landesverwaltungsamt umgesetzt und soll Artenvielfalt, Biotope, Lebensräume sowie Kulturlandschaften in Sachsen-Anhalt stärken.

80 Prozent der Fördermittel stammen aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Die übrigen 20 Prozent finanziert das Land Sachsen-Anhalt.

Kreuzotter, Frauenschuh und Großtrappe profitieren

Zu den besonders hervorgehobenen Vorhaben gehört ein Projekt des BUND-Landesverbandes zum Schutz der Kreuzotter bei Halle.

Das Landesamt für Umweltschutz arbeitet außerdem an der Verbesserung von Lebensräumen der seltenen Orchideenart Frauenschuh in der Saale-Unstrut-Region. Hinzu kommen Artenhilfsmaßnahmen für die Großtrappe im Fiener Bruch und im Zerbster Land.

Minister fordert weiter hohe Investitionen

Willingmann verweist neben dem direkten Artenschutz auch auf Projekte zur Wiederherstellung von Feuchtbiotopen und zur Umweltbildung.

Für die kommenden Jahre fordert der Minister weiterhin eine ausreichende Finanzierung des Naturschutzes. Der Schutz von Artenvielfalt und natürlichen Lebensgrundlagen müsse langfristig finanziell abgesichert werden.

Landesverwaltungsamt wickelt Förderung ab

Das Landesverwaltungsamt übernimmt die vollständige Bearbeitung der Förderanträge. Dazu gehören die fachliche Prüfung, die Bewertung anhand der Auswahlkriterien, die Bewilligung und schließlich die Auszahlung der Mittel.

Mit den 43 bewilligten Projekten ist das für die laufende Förderperiode zur Verfügung stehende Naturschutzbudget nach Angaben des Ministeriums vollständig gebunden.

Quelle:

Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung Nr. 140/2026 vom 13. August 2026.