Mitten in der touristischen Hochsaison bleibt Fahrraddiebstahl eines der größten wiederkehrenden Sicherheitsprobleme auf Usedom. Die Polizei bezeichnet die Insel einschließlich der Grenzregion zu Polen weiterhin als örtlichen Schwerpunkt. Allein 2025 summierte sich der geschätzte Schaden durch gestohlene Fahrräder auf 1.320.312 Euro.
Besonders auffällig ist der Anteil hochwertiger Elektrofahrräder.
Von der Gesamtschadenssumme entfielen im vergangenen Jahr rund 1,13 Millionen Euro auf E-Bikes. Ein Jahr zuvor waren es knapp 984.000 Euro.
Das Problem wird damit wirtschaftlich größer, obwohl die Polizei ihre Maßnahmen intensiviert hat.
Tourismus macht Insel zum attraktiven Ziel
In der Hauptsaison stehen auf Usedom tausende hochwertige Fahrräder vor Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants, Strandzugängen und Bahnhöfen.
Viele Touristen reisen inzwischen mit E-Bikes an, deren Kaufpreis mehrere tausend Euro erreichen kann.
Für Täter ist die Kombination aus hoher Fahrzeugdichte, wechselnden Eigentümern und touristischer Anonymität attraktiv.
Die Nähe zur Grenze erschwert Ermittlungen zusätzlich.
Polizei konnte Aufklärungsquote steigern
Die Entwicklung ist allerdings nicht ausschließlich negativ.
Die Polizei meldete für 2025 eine um 4,9 Prozentpunkte gestiegene Aufklärungsquote und führt diese Verbesserung ausdrücklich auf ihr Konzept gegen Fahrraddiebstahl auf Usedom zurück.
Dazu gehört auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
In Ahlbeck arbeitet ein gemeinsames deutsch-polnisches Polizeiteam, das sich mit Sicherheitsfragen entlang der Grenze beschäftigt.
E-Bikes werden besonders teuer
Der Schaden lässt sich nicht allein an der Zahl der gestohlenen Räder messen.
Während ein gewöhnliches Fahrrad einige hundert Euro kosten kann, liegen hochwertige E-Bikes schnell bei mehreren tausend Euro.
Schon wenige Diebstähle treiben deshalb die Gesamtschadenssumme massiv nach oben.
Im Juli meldete die Polizei auf Usedom innerhalb eines einzigen Wochenendes neun gestohlene E-Bikes mit einem Gesamtschaden von fast 28.000 Euro.
Hauptsaison bleibt Hochrisikozeit
Für die Polizei ist die Sommerzeit deshalb besonders anspruchsvoll.
Die Inselbevölkerung vervielfacht sich zeitweise, gleichzeitig steigt die Zahl wertvoller Fahrräder im öffentlichen Raum.
Wer sein Rad mit in den Urlaub bringt, sollte stabile Schlösser nutzen, die Rahmennummer dokumentieren und Eigentumsnachweise aufbewahren.
Für Usedom bleibt die Bekämpfung des Fahrraddiebstahls damit nicht nur ein Polizeithema. Sie betrifft auch das touristische Sicherheitsgefühl einer Insel, die sich stark als Fahrradregion vermarktet.
Quellen
Polizeipräsidium Neubrandenburg Polizeiinspektion Anklam Deutsch-polnisches Polizeiteam Heringsdorf/Ahlbeck