In Eisenhüttenstadt ist erstmals die Asiatische Hornisse in Brandenburg nachgewiesen worden. Das schnell wachsende Nest wurde unter dem Dachvorsprung eines Bürogebäudes im Landkreis Oder-Spree entdeckt.

Nach Angaben des Brandenburger Umweltministeriums befindet sich darin eine fortpflanzungsfähige Königin. Fachleute sollen das Nest mit Unterstützung der Feuerwehr entfernen, um eine weitere Ausbreitung der invasiven Art möglichst zu verhindern.

Nest soll fachgerecht beseitigt werden

Das Nest war rund eine Woche vor der öffentlichen Bekanntgabe bestätigt worden. Die geplante Entfernung darf ausschließlich durch Fachleute erfolgen.

Eine eigenständige Beseitigung wäre nicht nur gefährlich. Die Asiatische Hornisse kann zudem mit der heimischen Europäischen Hornisse verwechselt werden. Diese steht in Deutschland unter Schutz und darf nicht ohne Weiteres bekämpft werden.

Einzelne Tiere meist keine Gefahr

Eine einzelne Asiatische Hornisse gilt für Menschen grundsätzlich nicht als gefährlicher als andere Wespen- oder Hornissenarten.

Vorsicht ist jedoch in unmittelbarer Nähe eines Nestes geboten. Dort können die Tiere ihr Volk aggressiv verteidigen. Ein Nest kann bis zu 2.000 Tiere beherbergen und damit deutlich größer werden als ein Nest der heimischen Hornisse.

Besucher oder Beschäftigte sollten deshalb Abstand halten und weder das Nest noch einzelne Tiere berühren.

Fund nicht selbst bekämpfen

Wer eine Asiatische Hornisse oder ein mögliches Nest entdeckt, sollte den Fund den zuständigen Behörden melden.

Die Tiere sollen weder gefangen noch getötet werden. Auch das Verschließen eines Nesteingangs oder der Einsatz von Insektenspray ist nicht ratsam. Solche Maßnahmen können die Tiere aufscheuchen und die Entfernung durch Fachleute erschweren.

Wie die Asiatische Hornisse zu erkennen ist

Die Asiatische Hornisse trägt den wissenschaftlichen Namen Vespa velutina. Sie ist meist dunkler als die heimische Europäische Hornisse.

Typische Merkmale sind:

  • ein überwiegend dunkler Körper,
  • ein auffälliger gelb-oranger Streifen am Hinterleib,
  • gelbliche Beinenden,
  • eine insgesamt dunklere Färbung als bei der heimischen Hornisse.

Eine sichere Bestimmung sollte dennoch Fachleuten überlassen werden.

Nester können hoch in Bäumen liegen

Die Tiere errichten zunächst kleinere Gründungsnester. Diese können sich beispielsweise in Schuppen, Rollladenkästen oder unter Dachvorsprüngen befinden.

Im Hochsommer ziehen die Völker häufig in ein größeres Sekundärnest um. Dieses wird oftmals hoch in Baumkronen gebaut und ist vom Boden aus nur schwer zu erkennen. In der Umgebung früherer Nester können im Folgejahr weitere Kolonien entstehen.

Sorge um heimische Insekten

Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Südostasien. Sie wurde 2004 nach Frankreich eingeschleppt und 2014 erstmals in Baden-Württemberg festgestellt. Seitdem hat sich die Art in Deutschland weiter ausgebreitet. Mildere Winter können ihre Verbreitung begünstigen.

Die Hornisse jagt andere Insekten. Besonders Imker beobachten die Entwicklung aufmerksam, weil auch Honigbienen zu ihrer Beute gehören.

Berlin hatte bereits 2023 einen Fund

In Berlin war bereits im Jahr 2023 ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt und beseitigt worden. Nach damaliger Einschätzung konnte dadurch eine dauerhafte Ansiedlung zunächst verhindert werden.

Der aktuelle Fund in Eisenhüttenstadt ist nun der erste bestätigte Nachweis eines Nestes im Land Brandenburg.

Warum schnelles Handeln wichtig ist

Im Nest befindet sich nach Angaben des Umweltministeriums eine fortpflanzungsfähige Königin. Diese kann für die Gründung weiterer Völker entscheidend sein.

Die rechtzeitige Entfernung soll verhindern, dass neue Königinnen ausfliegen, überwintern und im kommenden Jahr zusätzliche Nester gründen.

Ob es in der Umgebung bereits weitere Tiere oder Nester gibt, ist bislang nicht bekannt.

Was Bürger beachten sollten

Bei einem verdächtigen Fund gilt:

  • ausreichend Abstand halten,
  • Nest nicht erschüttern oder öffnen,
  • Tiere nicht einfangen oder töten,
  • möglichst ein Foto aus sicherer Entfernung aufnehmen,
  • Fundort genau dokumentieren,
  • Beobachtung an die zuständige Naturschutzbehörde melden.

Besonders in der Nähe von Dachvorsprüngen, Schuppen, Baumkronen und Nebengebäuden ist Aufmerksamkeit angebracht.

Quellen:
Brandenburger Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz sowie rbb24, jeweils vom 23. Juli 2026.