GenehmigungsstoZum 3. August waren in Berlin mehr als 7.000 Taxis registriert. Das waren rund 400 Fahrzeuge mehr als zu Beginn des Genehmigungsstopps im Februar. Die Behörden führen diese Entwicklung vor allem auf zeitlich verzögerte Anmeldungen bereits zuvor genehmigter Fahrzeuge zurück.

Stopp gilt zunächst für ein Jahr

Berlin hatte am 16. Februar einen einjährigen Beobachtungszeitraum ohne neue Taxigenehmigungen begonnen. Neue Unternehmen können sich auf eine Warteliste setzen lassen. Auch Erweiterungsanträge bestehender Betriebe werden während dieses Zeitraums grundsätzlich nicht bewilligt.

Bereits zugelassene Unternehmen dürfen ihren Betrieb im bisherigen Umfang fortführen. Ziel der Maßnahme ist es, die Funktionsfähigkeit des Taxigewerbes langfristig zu sichern.

Viele Betriebe arbeiten nicht kostendeckend

Nach Einschätzung der Verkehrsverwaltung können große Teile der Branche derzeit nicht wirtschaftlich arbeiten. Die Einnahmen pro Betriebsstunde entwickelten sich über Jahre negativ, während Personal-, Fahrzeug- und Energiekosten gestiegen sind.

Gleichzeitig konkurrieren klassische Taxis mit Mietwagenplattformen wie Uber und Bolt. Während Taxifahrpreise behördlich festgelegt sind, können Plattformanbieter ihre Preise flexibler an Nachfrage und Auslastung anpassen.

Nachholeffekt soll bald auslaufen

Die höhere Zahl registrierter Fahrzeuge bedeutet deshalb nicht, dass der Genehmigungsstopp aufgehoben oder umgangen wurde. Vielmehr wurden Fahrzeuge in Betrieb genommen, deren Genehmigungen bereits vor dem Stichtag erteilt worden waren.

Dieser Nachholeffekt soll nach Einschätzung der zuständigen Stellen im August weitgehend auslaufen. Danach könnte die Zahl der Taxis durch Betriebsaufgaben oder nicht verlängerte Genehmigungen wieder sinken.

Debatte über Mindestpreise geht weiter

Parallel prüft Berlin, ob Mindestpreise für plattformvermittelte Mietwagen rechtlich möglich und wirtschaftlich sinnvoll sind. Befürworter wollen verhindern, dass Taxiunternehmen durch besonders niedrige Plattformpreise verdrängt werden.

Kritiker warnen dagegen, höhere Mindestpreise könnten den Wettbewerb einschränken und Fahrten für Kunden verteuern. Die rechtliche Lage ist umstritten, da entsprechende Modelle in anderen Städten bereits gerichtlich überprüft wurden.

Quellen

– Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt: Einjähriger Beobachtungszeitraum ohne neue Taxengenehmigungen, 16. Februar 2026
– Deutsche Presse-Agentur: Mehr Taxis in Berlin trotz Genehmigungsstopps, 6. August 2026pps, 6. August 2026