Die CDU setzt auf stärkere Gymnasien und einheitlichere Vorgaben für Klassen- und Vergleichsarbeiten. Damit sollen die Leistungen an Grundschulen besser vergleichbar und der Übergang auf weiterführende Schulen nachvollziehbarer werden.
CDU will Lesen, Schreiben und Rechnen stärker gewichten
Nach dem Konzept der CDU sollen sich Schulen stärker auf grundlegende Fähigkeiten konzentrieren. Lesen, Schreiben und Rechnen sollen gegenüber gesellschaftspolitischen Zusatzthemen Vorrang erhalten.
Einheitliche Leistungsanforderungen sollen verhindern, dass der Bildungserfolg zu stark davon abhängt, welche Schule ein Kind besucht. Besonders der Zugang zum Gymnasium soll auf einer verlässlicheren Grundlage erfolgen.
Parteien müssen Antworten auf Lehrermangel geben
Unabhängig von den unterschiedlichen Schulmodellen gehört der Personalmangel zu den größten Herausforderungen. Zahlreiche Berliner Schulen können Stellen nur schwer besetzen und greifen auf Seiten- und Quereinsteiger zurück.
Entscheidend wird deshalb sein, ob die Parteien ihre Versprechen mit ausreichend Lehrkräften, Sozialarbeitern, Erziehern und Verwaltungsbeschäftigten umsetzen können.
Schulstruktur bleibt politischer Streitpunkt
Zwischen den Parteien bestehen unterschiedliche Vorstellungen über Gymnasien, Gemeinschaftsschulen und integrierte Sekundarschulen.
Während die einen stärker auf differenzierte Schulformen und Leistungsanforderungen setzen, wollen andere längeres gemeinsames Lernen und eine stärkere soziale Durchmischung erreichen.
Sanierung und Digitalisierung kosten Milliarden
Neben pädagogischen Fragen benötigen viele Schulgebäude erhebliche Investitionen. Marode Sanitäranlagen, fehlende Räume und lange Sanierungszeiten belasten den Unterricht.
Digitale Geräte allein lösen diese Probleme nicht. Schulen benötigen auch funktionierende Netzwerke, technischen Support und pädagogisch sinnvolle Konzepte für den Einsatz im Unterricht.
Eltern erwarten vor allem Verlässlichkeit
Für viele Familien stehen weniger die politischen Schlagworte als konkrete Alltagserfahrungen im Mittelpunkt. Dazu gehören Unterrichtsausfall, fehlende Schulplätze, überfüllte Klassen und Schwierigkeiten bei der Hortbetreuung.
Die Wahlprogramme werden deshalb daran gemessen werden, ob sie nicht nur langfristige Ziele nennen, sondern auch kurzfristig umsetzbare Maßnahmen enthalten.
Quellen
– Rundfunk Berlin-Brandenburg: Wahlthemen-Check zur Bildungspolitik, veröffentlicht am 6. August 2026
– Wahlprogramme der zur Berliner Abgeordnetenhauswahl antretenden Parteien