Geschädigte Bestände werden schrittweise ersetzt
Ziel des Projektes ist nicht die kurzfristige vollständige Rodung einer Waldfläche.
Vielmehr soll durch einen sogenannten Voranbau eine neue Baumgeneration unter oder zwischen vorhandenen Beständen entstehen. Dadurch kann der Wald schrittweise umgebaut werden.
Mischwälder aus mehreren Baumarten gelten als widerstandsfähiger als gleichaltrige Bestände, die fast ausschließlich aus einer Art bestehen.
Stadt schreibt Pflanzen, Zäune und Pflege aus
Die Ausschreibung umfasst mehrere Arbeitsschritte.
Dazu gehören die Vorbereitung der Flächen, die Lieferung und Pflanzung junger Forstpflanzen sowie der Aufbau von Wildschutzzäunen. Auch Pflege- und Gewährleistungsarbeiten sind Teil des Auftrags.
Damit endet die Verantwortung nicht nach dem Einsetzen der jungen Bäume. Sie müssen über mehrere Jahre vor Trockenheit, Konkurrenzpflanzen und Wildverbiss geschützt werden.
Mäusebekämpfung nur bei Bedarf vorgesehen
Optional können zusätzliche Forstschutzmaßnahmen gegen Mäuse abgerufen werden.
Mäuse können Wurzeln und Rinde junger Bäume beschädigen und dadurch ganze Pflanzungen gefährden.
Solche Eingriffe müssen jedoch gezielt und unter Beachtung des Natur- und Artenschutzes erfolgen. Ein pauschaler Einsatz von Bekämpfungsmitteln wäre nicht gerechtfertigt.
Trockenheit setzt Wälder unter Druck
Die Region um Sandersdorf-Brehna ist durch vergleichsweise geringe Niederschläge und wiederkehrende trockene Sommer belastet.
Junge Bäume besitzen in den ersten Jahren noch kein tiefes Wurzelsystem. Längere Trockenperioden können deshalb hohe Ausfälle verursachen.
Bei der Auswahl der Baumarten müssen Boden, Wasserverfügbarkeit und erwartete Klimaveränderungen berücksichtigt werden.
Eine Baumart, die heute gut wächst, muss auch in mehreren Jahrzehnten noch zum Standort passen.
Mischwald verteilt das Risiko
Ein vielfältiger Wald ist nicht automatisch vor allen Schäden geschützt.
Er verteilt das Risiko jedoch auf verschiedene Arten. Trockenheit, Schädlinge oder Krankheiten treffen nicht jede Baumart gleich stark.
Fallen einzelne Arten aus, können andere Teile des Bestands weiterhin wachsen und wichtige Funktionen übernehmen.
Dazu gehören Bodenschutz, Speicherung von Kohlenstoff, Kühlung und Lebensraum für Tiere.
Wildschutz darf Tiere nicht dauerhaft aussperren
Zäune schützen junge Pflanzen vor Rehen und anderem Wild.
Sie verändern zugleich die Bewegungsmöglichkeiten von Tieren. Die Planung muss deshalb Durchgänge, Kontrolle und späteren Rückbau berücksichtigen.
Beschädigte oder nicht mehr benötigte Zäune dürfen nicht jahrelang im Wald verbleiben.
Projekt läuft über fünf Jahre
Die lange Ausführungszeit bis 2031 ermöglicht eine abschnittsweise Umsetzung.
Dadurch können Erfahrungen aus den ersten Pflanzungen in spätere Abschnitte einfließen. Die Stadt kann prüfen, welche Baumarten besonders gut anwachsen und wo zusätzliche Pflege nötig ist.
Wichtig ist eine transparente Dokumentation der Überlebensraten. Nicht die Zahl der gepflanzten Bäume entscheidet über den Erfolg, sondern der Zustand des Waldes nach mehreren Jahren.
Petersroda wird auch Schauplatz des Stadtfestes
Petersroda steht im September außerdem als Gastgeber des zweiten Stadtfestes Sandersdorf-Brehna im Mittelpunkt.
Der Waldumbau zeigt, dass der Ortsteil neben Veranstaltungen auch bei langfristigen Umweltprojekten eine wichtige Rolle spielt.
Die Stadt könnte das Projekt mit Führungen oder Informationstafeln begleiten. So ließe sich erklären, weshalb Waldumbau notwendig ist und warum Ergebnisse erst nach vielen Jahren sichtbar werden.
Quellen
Stadt Sandersdorf-Brehna, öffentliche Ausschreibung „Forstwirtschaftliche Dienstleistungen“, Stand 2. August 2026
Stadt Sandersdorf-Brehna, Angaben zum Umbau von 7,82 Hektar geschädigter Waldbestände in der Gemarkung Petersroda, Ausführungszeitraum 2026 bis 2031