Eine Urnenbeisetzung kostet künftig rund 281 statt bisher 115 Euro. Auch bei der Auflösung und Betreuung bestimmter Grabstätten müssen Familien mit deutlich höheren Ausgaben rechnen.

Der Geraer Stadtrat hat sich mit einer neuen Friedhofs- und Friedhofsgebührensatzung befasst. Grundlage ist eine umfassende Gebührenkalkulation für die Jahre 2026 bis 2029.

Einnahmen sollen um mehr als 570.000 Euro steigen

Die kommunalen Friedhöfe müssen nach Angaben der Stadt kostendeckend betrieben werden. Gleichzeitig darf die Kommune mit den Gebühren keinen Gewinn erzielen.

Für 2025 wurden Einnahmen von rund 1,12 Millionen Euro ausgewiesen. Die neue Kalkulation sieht künftig etwa 1,70 Millionen Euro pro Jahr vor. Das entspricht einem Anstieg um rund 572.000 Euro.

Urnenbeisetzung wird deutlich teurer

Besonders stark steigen Leistungen, für die Mitarbeiter des Friedhofs eingesetzt werden. Eine Urnenbeisetzung verteuert sich den veröffentlichten Angaben zufolge von 115 auf 280,84 Euro.

Auch die Auflösung einer Erdwahlgrabstätte steigt von bisher 250 auf rund 503 Euro. Bei weiteren personalintensiven Leistungen fallen ebenfalls höhere Gebühren an.

Einzelne Grabstätten werden günstiger

Nicht jede Position wird teurer. Für eine Erdreihengrabstätte werden künftig 1.130 statt bislang 1.450 Euro berechnet.

Die Gebühr sinkt damit um 320 Euro. Der Unterschied erklärt sich durch die neue Zuordnung der tatsächlichen Kosten auf die einzelnen Leistungen.

Gemeinsame Bestattung mit Haustier wird möglich

Neu vorgesehen ist ein gesondertes Grabfeld, auf dem Menschen gemeinsam mit der Asche eines Haustieres bestattet werden können.

Außerdem werden sogenannte Partnergärtchen und zusätzliche Baumgrabstätten angeboten. Damit reagiert die Stadt auf veränderte Wünsche bei Bestattungen und Grabpflege.

Künftig sollen Sprünge kleiner ausfallen

Die letzte umfassende Gebührenanpassung erfolgte nach den veröffentlichten Angaben bereits 2018. Änderungen aus dem Jahr 2023 betrafen nur einzelne steuerpflichtige Leistungen.

Stadtverwaltung und Stadtrat wollen die Kalkulation künftig regelmäßiger überprüfen. Dadurch sollen ähnlich starke Gebührensprünge vermieden werden.

Quellen
Neues Gera, „Neue Gebührensatzung für Friedhöfe“, veröffentlicht am 22. Juli 2026.

Stadt Gera, Vorlagen zur Friedhofs- und Friedhofsgebührensatzung, beraten in der Stadtratssitzung vom 1. Juli 2026.

Stadtrat Gera, Gebührenkalkulation für die kommunalen Friedhöfe 2026 bis 2029.