Das Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben erhält 6,3 Millionen Euro für die Erweiterung seiner zentralen Notaufnahme am Standort Quedlinburg. Die zweckgebundene Förderung stammt aus dem Corona-Sondervermögen des Landes Sachsen-Anhalt. Die gesamten Projektkosten werden auf rund sieben Millionen Euro veranschlagt.
Notaufnahme soll modernisiert und erweitert werden
Das Projekt trägt die Bezeichnung „Pandemieresiliente Erweiterung der Notfallversorgung in Quedlinburg“.
Mit den Mitteln sollen vorhandene Bereiche erneuert, technische Abläufe verbessert und zusätzliche räumliche Kapazitäten geschaffen werden. Ziel ist eine Notaufnahme, die sowohl den täglichen Patientenbetrieb als auch außergewöhnliche Infektionslagen besser bewältigen kann.
Pandemie machte Schwachstellen sichtbar
Die Corona-Jahre zeigten, wie schwierig die Trennung infektiöser und nicht infektiöser Patienten sein kann.
Notaufnahmen benötigen ausreichend Platz für Untersuchungen, Isolation und Patientensteuerung. Engpässe können dazu führen, dass Wartebereiche überlastet werden oder Behandlungsabläufe schwerer voneinander getrennt werden können.
Die Investition soll deshalb nicht nur auf die nächste Pandemie vorbereiten, sondern auch den gewöhnlichen Klinikalltag verbessern.
Projekt besitzt Bedeutung für den gesamten Landkreis
Das Harzklinikum versorgt nicht nur Einwohner Quedlinburgs.
Patienten kommen aus zahlreichen Städten und Gemeinden des Landkreises. Eine leistungsfähige Notaufnahme ist besonders für Menschen wichtig, die schwere Verletzungen, akute Herz-Kreislauf-Probleme oder andere dringende Beschwerden haben.
Die Erreichbarkeit und Leistungsfähigkeit des Standorts betrifft daher einen großen Teil der Harzregion.
Kommunales Klinikum steht finanziell unter Druck
Der Landkreis hat dem Harzklinikum bereits ein umfangreiches Unterstützungsprogramm zugesagt.
Im April beschloss der Kreistag ein Paket mit Zuschüssen, Bürgschaften und Investitionsmitteln. Dazu gehören unter anderem der Ausgleich erheblicher Fehlbeträge, eine Bürgschaft von bis zu 15,3 Millionen Euro und zusätzliche Investitionen in ambulante Angebote.
Die Förderung der Notaufnahme löst daher nicht sämtliche wirtschaftlichen Probleme des Klinikums.
Bauarbeiten müssen bei laufendem Betrieb funktionieren
Eine zentrale Notaufnahme kann während eines Umbaus nicht einfach geschlossen werden.
Bauabschnitte, Patientenwege und Rettungsdienstzufahrten müssen so geplant werden, dass die Versorgung aufrechterhalten bleibt. Lärm, Staub und gesperrte Bereiche dürfen medizinische Abläufe möglichst wenig beeinträchtigen.
Ein detaillierter Bauzeitplan wurde in der geprüften Mitteilung noch nicht vollständig veröffentlicht.
Zusätzliche Räume benötigen zusätzliches Personal
Neue Behandlungsräume erhöhen die Leistungsfähigkeit nur, wenn ausreichend Ärzte, Pflegekräfte und medizinische Fachangestellte verfügbar sind.
Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen bleibt deshalb eine zentrale Herausforderung. Das Harzklinikum muss parallel zur baulichen Modernisierung attraktive Arbeitsbedingungen und verlässliche Dienstpläne anbieten.
Digitale Patientensteuerung kann Wartezeiten verringern
Moderne Notaufnahmen bewerten Patienten nach der Dringlichkeit ihrer Beschwerden.
Digitale Dokumentation, klare Wege und gut ausgestattete Untersuchungsräume können Abläufe beschleunigen. Sie ersetzen jedoch keine medizinische Ersteinschätzung und kein ausreichendes Personal.
Patienten mit weniger dringlichen Beschwerden müssen auch künftig mit Wartezeiten rechnen, wenn gleichzeitig lebensbedrohliche Notfälle behandelt werden.
Investition stärkt auch den Wirtschaftsstandort
Ein Krankenhaus ist nicht nur Teil der Daseinsvorsorge, sondern einer der wichtigen Arbeitgeber einer Region.
Bauaufträge, medizinische Dienstleistungen und dauerhaft gesicherte Arbeitsplätze erzeugen regionale Wertschöpfung. Eine stabile Gesundheitsversorgung ist zudem für Unternehmen wichtig, die Fachkräfte und deren Familien in den Landkreis holen wollen.
Entscheidend ist die langfristige Finanzierung
Die einmalige Förderung ermöglicht die bauliche Umsetzung.
Der spätere Betrieb verursacht jedoch dauerhaft Kosten für Personal, Technik, Wartung und Energie. Land, Landkreis und Klinikleitung müssen deshalb sicherstellen, dass die modernisierte Notaufnahme auch nach ihrer Fertigstellung verlässlich finanziert werden kann.
Quellen
Landkreis Harz, „Zukunftsfähige Notfallversorgung – Land unterstützt Erweiterung der zentralen Notaufnahme am Harzklinikum Quedlinburg“, veröffentlicht im Sommer 2026
Landkreis Harz, Beschluss und Informationen zum Unterstützungspaket für das Harzklinikum, veröffentlicht im April 2026
Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben, Projektinformationen zur Notfallversorgung am Standort Quedlinburg, Stand August 2026