Auf der Hanse Sail 2026 werden Polizei, Jugendamt und Ordnungsbehörden gezielt kontrollieren, ob die gesetzlichen Jugendschutzregeln eingehalten werden. Im Mittelpunkt stehen die Abgabe und der Konsum von Alkohol sowie Tabak- und Nikotinprodukten. Besondere Aufmerksamkeit gilt E-Zigaretten und sogenannten Vapes, die bei jungen Menschen zunehmend verbreitet sind. Auch Verkaufsstellen auf und rund um das Veranstaltungsgelände sollen überprüft und beraten werden.

Polizei, Jugendamt und Stadt kontrollieren gemeinsam

Die Kontrollen werden von Mitgliedern der Rostocker Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz durchgeführt.

Zu ihr gehören die Polizei, das Jugendamt sowie das Stadtamt mit den Bereichen Gewerbeangelegenheiten und Kommunaler Ordnungsdienst.

Die Behörden reagieren damit auf die besonderen Bedingungen einer Großveranstaltung. Wo viele Menschen zusammenkommen und an zahlreichen Ständen alkoholische Getränke verkauft werden, steigt aus Sicht des Jugendschutzes auch die Gefahr, dass Minderjährige Zugang zu Produkten erhalten, die für ihre Altersgruppe nicht erlaubt sind.

Dabei soll es nicht ausschließlich um Sanktionen gehen. Bestandteil der Aktion sind ebenso Gespräche mit Händlern und Veranstaltern.

Vapes stehen besonders im Mittelpunkt

Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf E-Zigaretten.

Die teilweise bunt gestalteten Produkte, verschiedene Geschmacksrichtungen und ihre starke Präsenz in sozialen Medien können nach Einschätzung von Fachleuten dazu beitragen, dass Jugendliche die gesundheitlichen Risiken unterschätzen.

Für den Jugendschutz besteht dabei rechtlich kein grundsätzlicher Unterschied zwischen klassischen Zigaretten und E-Zigaretten.

Nach § 10 des Jugendschutzgesetzes dürfen Tabakwaren und andere nikotinhaltige Erzeugnisse Kindern und Jugendlichen weder angeboten noch überlassen werden. Das Verbot erfasst auch E-Zigaretten und E-Shishas. Minderjährigen ist zudem der Konsum entsprechender Produkte in der Öffentlichkeit nicht gestattet.

Auch Tabakerhitzer fallen unter die entsprechenden Jugendschutzregelungen.

Nikotin kann für Jugendliche besondere Risiken bergen

Die Stadt verweist im Zusammenhang mit den Kontrollen auch auf gesundheitliche Risiken.

Gerade bei Jugendlichen befindet sich das Gehirn noch in der Entwicklung. Ein früher und regelmäßiger Nikotinkonsum kann deshalb problematisch sein und eine spätere Abhängigkeit begünstigen.

Hinzu kommen mögliche Auswirkungen auf Herz und Kreislauf.

Die Behörden wollen deshalb nicht erst reagieren, wenn Verstöße festgestellt werden. Jugendliche sollen auch darüber informiert werden, warum die gesetzlichen Altersgrenzen bestehen.

Das gilt ebenso für Erwachsene, die Nikotinprodukte für Minderjährige kaufen oder ihnen überlassen.

Für Alkohol gelten unterschiedliche Altersgrenzen

Auch beim Verkauf und Ausschank alkoholischer Getränke gelten auf der Hanse Sail die üblichen Vorgaben des Jugendschutzgesetzes.

Bier, Wein, Schaumwein und entsprechende Mischgetränke dürfen grundsätzlich an Jugendliche ab 16 Jahren abgegeben werden.

Spirituosen und Getränke, die Spirituosen enthalten, sind dagegen Erwachsenen vorbehalten. Sie dürfen erst ab einem Alter von 18 Jahren verkauft und konsumiert werden.

Für Verkaufsstellen bedeutet dies, dass im Zweifel das Alter der Kunden überprüft werden muss.

Gerade bei einer Großveranstaltung mit hohem Besucheraufkommen kann dies für Händler zusätzlichen Aufwand bedeuten. Die Jugendschutzbestimmungen gelten jedoch unabhängig davon, wie groß der Andrang an einem Stand ist.

Verkaufsstellen werden beraten und sensibilisiert

Neben den eigentlichen Kontrollen wollen die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz auch Beratungsgespräche führen.

Dabei sollen Verkaufsstellen auf und rund um das Gelände noch einmal auf die gesetzlichen Altersgrenzen aufmerksam gemacht werden.

Ziel ist es, Verstöße möglichst bereits im Vorfeld zu verhindern.

Die Händler sollen zudem für die gesundheitlichen Folgen von Alkohol- und Nikotinkonsum bei jungen Menschen sensibilisiert werden.

Damit kombiniert die Stadt ordnungsrechtliche Kontrollen mit Präventionsarbeit.

Auch Erwachsene tragen Verantwortung

Die Rostocker Behörden richten ihren Appell nicht ausschließlich an Gewerbetreibende.

Auch Eltern, Veranstalter und andere erwachsene Bezugspersonen seien für einen wirksamen Jugendschutz wichtig.

Gesetzliche Altersgrenzen können nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn sie auch im privaten und gesellschaftlichen Umfeld akzeptiert werden.

Dazu gehört beispielsweise, Jugendlichen keine altersbeschränkten Produkte zu beschaffen oder Verstöße als vermeintliche Kleinigkeit abzutun.

Die Stadt versteht Jugendschutz deshalb als gemeinsame Aufgabe von Behörden, Veranstaltern, Handel und Erwachsenen.

Kontrollen begleiten das große Sail-Wochenende

Mit den verstärkten Kontrollen soll die Hanse Sail nicht grundsätzlich mit Verboten verbunden werden. Vielmehr wollen die beteiligten Behörden sicherstellen, dass Kinder und Jugendliche die Großveranstaltung unter möglichst sicheren Bedingungen besuchen können.

Dabei steht neben alkoholischen Getränken zunehmend der Umgang mit E-Zigaretten und anderen Nikotinprodukten im Fokus.

Die Arbeitsgemeinschaft setzt deshalb sowohl auf sichtbare Kontrollen als auch auf Aufklärung.

Für Händler und Veranstalter bedeutet das während der Hanse Sail vor allem eines: Altersgrenzen müssen konsequent geprüft und eingehalten werden.

Quellen

Hanse- und Universitätsstadt Rostock – Presseinformation „Jugendschutzkontrollen auf der Hanse Sail 2026“

Hanse- und Universitätsstadt Rostock – Arbeitsgemeinschaft Jugendschutz

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit – Informationen zum Konsum von Nikotinprodukten bei Jugendlichen