Der Protest gegen das Ende der Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus hat den Brandenburger Landtag erreicht. Eine Potsdamer Mutter übergab dem Vorsitzenden des Petitionsausschusses einen Ordner mit rund 20.000 Unterschriften.

Die Übergabe fand am Dienstag, dem 4. August 2026, vor dem Landtagsgebäude in Potsdam statt. Die Unterschriften verteilen sich nach Angaben der Initiatorin auf insgesamt 436 ausgedruckte Seiten. Der Bericht über die Übergabe wurde am 5. August um 4.28 Uhr veröffentlicht und liegt damit innerhalb des vorgegebenen Recherchezeitraums.

Petition richtet sich gegen das Ende der Geburtshilfe

Die Initiatorin Tita Rrahimi hatte die Petition vor rund einem Monat gestartet. Anlass war die angekündigte Schließung der Frauenheilkunde und Geburtshilfe am St. Josefs-Krankenhaus.

Wegen zunehmender Personalengpässe musste die Versorgung bereits vor dem ursprünglich vorgesehenen Termin eingestellt werden. Auch die Babyklappe des Krankenhauses wurde geschlossen.

Das Thema wurde auf der Ostdeutschen Zeitung bereits grundsätzlich behandelt. Neu ist jedoch die konkrete Übergabe der inzwischen rund 20.000 Unterschriften an den Landtag. Der Beitrag ist deshalb als aktuelle Fortsetzung und nicht als Wiederholung der bisherigen Berichterstattung angelegt.

Petitionsausschuss nimmt Anliegen entgegen

Die Unterschriften wurden an Udo Wernitz von der SPD übergeben. Er ist Vorsitzender des Petitionsausschusses des Brandenburger Landtages.

Der Ausschuss prüft nun das Anliegen. Möglich sind unter anderem eine Stellungnahme der zuständigen Behörden, eine Handlungsempfehlung oder die Weiterleitung an einen zuständigen Fachausschuss. Mit einer ersten Rückmeldung wird nach Angaben bei der Übergabe in etwa vier Wochen gerechnet.

Eine Petition verpflichtet den Landtag allerdings nicht dazu, die geforderte Maßnahme umzusetzen. Die Abgeordneten müssen sich mit dem Anliegen befassen und den Petenten anschließend über das Ergebnis informieren.

Nur noch eine Geburtsstation in der Landeshauptstadt

Im St. Josefs-Krankenhaus kamen im vergangenen Jahr mehr als 600 Kinder zur Welt. Nach der Schließung verbleibt in Potsdam nur noch die Geburtshilfe des Klinikums Ernst von Bergmann, wo zuletzt mehr als 1.680 Geburten gezählt wurden.

Das kommunale Klinikum erklärt, sich auf die zusätzlichen Geburten vorzubereiten. Kritiker befürchten dennoch eine stärkere Belastung für Hebammen, Ärzte, Pflegekräfte und werdende Eltern.

Die Initiatorin rechnet nach eigenen Angaben nicht mehr fest damit, dass die Station wieder geöffnet wird. Mit der Übergabe will sie jedoch deutlich machen, wie groß die Unterstützung für den Erhalt der Geburtshilfe und der dort beschäftigten Hebammen ist.

Quellen

Märkische Allgemeine Zeitung – Bericht über die Übergabe von rund 20.000 Unterschriften an den Petitionsausschuss, veröffentlicht am 5. August 2026 um 4.28 Uhr.

Ostdeutsche Zeitung – bisherige Berichterstattung über die Schließung der Geburtshilfe, die Babyklappe und den Protest gegen die Neuordnung der Potsdamer Krankenhauslandschaft.