Knapp ein Jahr nach dem schweren Unglück eines Bundeswehr-Hubschraubers bei Grimma, bei dem im Juli 2025 drei Besatzungsmitglieder ihr Leben verloren, liegen die finalen Ergebnisse der Flugsicherheitsuntersuchung vor. Ursache für den Absturz war die Kollision der Maschine im Tiefflug mit dem Stahlseil einer Pegelmessstation über der Mulde.
Hindernis im bodennahen Bereich nicht in Luftfahrtkarten verzeichnet
Der Schulungshubschrauber vom Typ Airbus H135 (ehemals EC135) des Hubschraubergeschwaders 64 war am Morgen des 29. Juli 2025 vom Militärflugplatz Holzdorf zu einem Übungsflug aufgebrochen. Während eines Tiefflugmanövers dicht über dem Flusslauf der Mulde erfasste das Fluggerät ein in wenigen Metern Höhe gespanntes Stahlseil, das zu einer fest installierten Seilkrananlage einer hydrologischen Pegelmessstation gehört.
Wie ein Sprecher der Luftwaffe mitteilte, ergaben die Ermittlungen der Abteilung General Flugsicherheit, dass die Besatzung das Seil im bodennahen Bereich schlicht nicht erkennen konnte. Derartige Hindernisse unterhalb der regulären Mindesthöhen sind in den standardmäßigen Luftfahrtkarten der Bundeswehr nicht verzeichnet. Technische Mängel am Hubschrauber selbst schlossen die Ermittler vollständig aus.
Bei dem Absturz starben eine 43-jährige Majorin, ein 40-jähriger Hauptmann sowie ein 38-jähriger Stabsfeldwebel.
Konsequenzen für die Ausbildung und verhängte Tiefflugsperre
Aus den Erkenntnissen des Abschlussberichts zieht das Bundesministerium der Verteidigung Konsequenzen für die Flugsicherheit. Extrem niedrige Tiefstflüge unterhalb von 30 Metern über Grund bleiben für diesen Hubschraubertyp bis auf Weiteres ausgesetzt.
Gleichzeitig betonte die Bundeswehr, dass Trainingsflüge im Tiefflug grundsätzlich ein unverzichtbarer Bestandteil der Ausbildung von Militärpiloten bleiben müssen. Künftig sollen Schulungsinhalte und Kartenmaterialien angepasst werden, um das Risiko durch bodennahe Hindernisse wie Flussmessseile oder unmarkierte Freileitungen zu minimieren. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zum genauen Unfallhergang sind derweil weitgehend abgeschlossen.
Quellen & Datenbasis
- Bundesministerium der Verteidigung / Abteilung General Flugsicherheit: Untersuchungsergebnisse und Stellungnahme der Luftwaffe zum Hubschrauberunglück bei Grimma (Juli 2026).
Eine videogestützte Dokumentation der ersten Rettungs- und Bergungseinsätze unmittelbar nach dem Vorfall bietet die Berichterstattung im Video Soldaten sterben nach Testflug - Hubschrauber stürzt in Mulde ab bei Grimma am 29.07.2025.
Dieses Video liefert authentische Aufnahmen vom Tag des Absturzes an der Mulde und veranschaulicht die unwegsamen Gegebenheiten sowie das Großaufgebot der Einsatzkräfte vor Ort.