Ein freier Platz auf einer Bank soll in den kommenden Wochen zum Ausgangspunkt für neue Kontakte werden. Die AGATHE-Plauderbank startet am Samstag, 15. August, ihre Sommertour durch Thüringen und besucht bis Ende September insgesamt 16 Stationen im Freistaat.

Wie das Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie mitteilt, sollen die Stationen Gelegenheit für Begegnung, Austausch und persönliche Gespräche bieten. Gleichzeitig informieren Mitarbeiter über Hilfs- und Beteiligungsmöglichkeiten für ältere Menschen in der jeweiligen Region.

Einsamkeit im Alter rückt stärker in den Fokus

Hinter der Tour steht ein gesellschaftliches Problem, das nach Einschätzung des Sozialministeriums zunehmend an Bedeutung gewinnt. Immer mehr ältere Menschen in Thüringen leben allein. Angehörige und langjährige Wegbegleiter fehlen teilweise, Familien wohnen häufig weiter entfernt und gesundheitliche Einschränkungen können soziale Kontakte zusätzlich erschweren.

Das Programm AGATHE wurde deshalb bereits 2021 vom Thüringer Sozialministerium gestartet. Es richtet sich an alleinlebende Menschen ab 63 Jahren, die von Einsamkeit betroffen sind.

Wie groß der Beratungsbedarf inzwischen ist, zeigt eine Zahl aus dem vergangenen Jahr: 2025 wurden nach Angaben des Ministeriums mehr als 25.000 Beratungsgespräche geführt.

Auftakt am Samstag in Erfurt

Die erste Station der Sommertour befindet sich am 15. August auf dem Marktplatz vor dem Einkaufszentrum Melchendorfer Markt in Erfurt-Südost. Bereits am 18. August folgt Bad Sulza im Weimarer Land, einen Tag später macht die Plauderbank in Bad Klosterlausnitz Station.

Weitere Termine führen unter anderem nach Ponitz, Schleiz, Saalfeld, Gera, Sömmerda und Großvargula. Im September folgen Friedrichroda, Bad Salzungen, Nordhausen, Sondershausen, Ilmenau und Neuhaus am Rennweg.

Abschluss Ende September in Jena

Die Tour endet nach derzeitiger Planung am 29. September in Jena. Dort wird die Plauderbank am KiK-Einkaufscenter am Emil-Höllein-Platz in Jena-Nord aufgebaut.

An sämtlichen Stationen sollen Besucher nicht nur miteinander ins Gespräch kommen. Die AGATHE-Mitarbeiter informieren auch über regionale Projektpartner, vermitteln Kontakte und erklären, welche Unterstützung für Betroffene oder deren Angehörige verfügbar ist.

Schenk wirbt für gesellschaftliche Teilhabe

Thüringens Sozialministerin Katharina Schenk verbindet die Tour ausdrücklich mit dem Ziel, Einsamkeit stärker öffentlich sichtbar zu machen. Begegnung, Austausch und gesellschaftliche Teilhabe seien wichtige Voraussetzungen für ein gutes Leben im Alter.

Die Plauderbank setzt dabei bewusst auf einen niedrigschwelligen Ansatz: Statt einer klassischen Beratungsstelle kommt das Angebot direkt an öffentliche Orte, an denen ältere Menschen ohne Termin Platz nehmen und erste Kontakte knüpfen können.

Quelle:

Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, Informationsflyer „Mit der Plauderbank durch Thüringen – Sommertour 2026“.