Berlin ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen. Ende 2025 waren 3.913.644 Menschen mit Hauptwohnsitz in der Hauptstadt gemeldet. Rund 1,66 Millionen von ihnen hatten nach der Einwohnerregisterstatistik einen Migrationshintergrund. Ohne Zuwanderung würde die Bevölkerungszahl Berlins inzwischen voraussichtlich sinken.

BERLIN. Zum Zeitpunkt der Wiedervereinigung lebten rund 3,43 Millionen Menschen in Berlin. Danach erfüllten sich die Erwartungen eines schnellen Wachstums zunächst nicht. In den 1990er-Jahren verlor die Stadt Einwohner, bevor sich die Entwicklung ab den 2000er-Jahren wieder umkehrte.

Im Jahr 2000 waren nach dem Berliner Melderegister rund 3,33 Millionen Einwohner registriert. Ende 2025 waren es knapp 3,92 Millionen. Innerhalb von 25 Jahren wuchs die Stadt damit um mehr als 580.000 gemeldete Einwohner.

Warum Berlin nach der Wiedervereinigung zunächst schrumpfte

In den Jahren nach 1990 zogen zahlreiche Berliner in das brandenburgische Umland. Neue Wohngebiete, Eigenheime und günstigere Grundstücke machten Gemeinden rund um die Hauptstadt attraktiv.

Hinzu kamen der wirtschaftliche Strukturwandel, Arbeitsplatzverluste und über längere Zeit niedrige Geburtenzahlen. Die Einwohnerzahl sank daher bis zum Beginn des neuen Jahrtausends.

Erst in den folgenden Jahren gewann Berlin wieder deutlich an Bevölkerung. Die Hauptstadt entwickelte sich zu einem internationalen Arbeits-, Ausbildungs-, Kultur- und Hochschulstandort. Gleichzeitig stieg die Zuwanderung aus anderen Teilen Deutschlands und aus dem Ausland.

Fast 3,92 Millionen gemeldete Einwohner

Am 31. Dezember 2025 waren in Berlin genau 3.913.644 Menschen mit Hauptwohnsitz registriert. Das waren 16.499 mehr als ein Jahr zuvor.

Von den gemeldeten Einwohnern besaßen 2.937.225 die deutsche Staatsangehörigkeit. Weitere 976.419 Menschen hatten ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit. Damit war rund jeder vierte gemeldete Berliner ausländischer Staatsbürger.

Die größte Gruppe der ausländischen Einwohner stammte aus europäischen Staaten. Rund 28 Prozent besaßen die Staatsangehörigkeit eines anderen EU-Landes, weitere 31,5 Prozent die eines europäischen Staates außerhalb der Europäischen Union. Etwa 26,6 Prozent hatten eine asiatische Staatsangehörigkeit.

Mehr als 1,65 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund

Die Zahl der ausländischen Staatsbürger bildet die Einwanderungsgeschichte Berlins nur teilweise ab. Viele Zugewanderte wurden inzwischen eingebürgert oder besitzen von Geburt an die deutsche Staatsangehörigkeit. Auch ihre Kinder können in der Statistik als Menschen mit Migrationshintergrund erfasst werden.

Ende 2025 hatten nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg insgesamt 1.655.193 Berliner einen Migrationshintergrund. Das entsprach 42,3 Prozent der melderechtlich registrierten Bevölkerung.

Diese Gruppe setzte sich aus 976.419 ausländischen Staatsbürgern und 678.774 deutschen Staatsbürgern mit Migrationshintergrund zusammen. Die Formulierung „Menschen mit Migrationshintergrund“ bedeutet dabei nicht, dass alle selbst eingewandert sind. Die amtliche Kategorie umfasst auch Deutsche mit familiärer Einwanderungsgeschichte.

Bevölkerungswachstum beruht vor allem auf Zuwanderung

Berlin wächst nicht hauptsächlich durch einen Überschuss an Geburten. Entscheidend ist der positive Wanderungssaldo: Es ziehen mehr Menschen in die Stadt, als Berlin verlassen.

Die aktuelle Bevölkerungsprognose geht davon aus, dass die Zahl der Sterbefälle künftig über der Zahl der Geburten liegen wird. Das weitere Wachstum der Hauptstadt hängt deshalb maßgeblich von Zuzügen aus dem Inland und dem Ausland ab.

Besonders sichtbar wurde dieser Effekt nach 2010. Berlin zog Studierende, Arbeitnehmer, Unternehmer und Familien aus Deutschland, Europa und anderen Teilen der Welt an. Hinzu kamen Schutzsuchende, unter anderem aus Syrien und seit 2022 verstärkt aus der Ukraine.

Die wachsende Bevölkerung verändert jedoch auch den Bedarf an Wohnungen, Schulen, Kindertagesstätten, medizinischer Versorgung und öffentlichem Nahverkehr.

Warum verschiedene Einwohnerzahlen genannt werden

Bei der Frage nach der Einwohnerzahl Berlins tauchen zwei unterschiedliche Werte auf. Das Melderegister erfasste Ende 2025 rund 3,914 Millionen Menschen mit Hauptwohnsitz.

Die amtliche Bevölkerungsfortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022 wies dagegen 3.700.577 Einwohner aus. Sie lag damit rund 213.000 Personen niedriger. Das liegt an unterschiedlichen Berechnungsverfahren und Datengrundlagen.

Für Bezirke, Ortsteile und Angaben zum Migrationshintergrund wird häufig die Einwohnerregisterstatistik verwendet. Für bundesweite Vergleiche und die amtliche Bevölkerungszahl ist dagegen die auf dem Zensus beruhende Fortschreibung maßgeblich.

Berlin könnte die Vier-Millionen-Marke überschreiten

Nach der aktuellen Prognose des Berliner Senats soll die melderechtlich registrierte Bevölkerung bis 2040 auf rund 4,006 Millionen Menschen steigen. Gegenüber 2024 wäre dies ein Zuwachs von etwa 109.000 Einwohnern beziehungsweise 2,8 Prozent.

Die Prognose geht zugleich davon aus, dass die Bevölkerung altert. Während die Gruppe der 65- bis unter 80-Jährigen deutlich wächst, wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen voraussichtlich zurückgehen. Zuwanderung jüngerer Menschen soll den Anstieg des Durchschnittsalters jedoch begrenzen.

Wachstum stellt Berlin vor große Aufgaben

Seit der Wiedervereinigung hat sich Berlin von einer zeitweise schrumpfenden Stadt zu einer wachsenden europäischen Metropole entwickelt. Zuwanderung ist dabei der wichtigste Motor der Bevölkerungsentwicklung.

Das Wachstum bringt zusätzliche Arbeitskräfte, kulturelle Vielfalt und wirtschaftliche Impulse. Gleichzeitig verschärft es den Druck auf den Wohnungsmarkt und die öffentliche Infrastruktur. Entscheidend wird deshalb sein, ob Wohnungsbau, Schulen, Verkehr und Verwaltung mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt halten können.

Quellen

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Einwohnerregisterstatistik Berlin zum 31. Dezember 2025.

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Amtlicher Bevölkerungsstand Berlin zum 31. Dezember 2025.

Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen: Bevölkerungsprognose Berlin 2024 bis 2040.