Neuer Lern- und Lebensort für Kinder

Der Neubau soll einen Ort schaffen, an dem Kinder nach dem Unterricht betreut werden, gemeinsam lernen und ihre Freizeit verbringen können. Moderne Horte übernehmen längst mehr als eine reine Beaufsichtigung.

Sie unterstützen bei Hausaufgaben, bieten kreative und sportliche Aktivitäten an und schaffen verlässliche Tagesstrukturen. Besonders für berufstätige Eltern ist ein ausreichendes Hortangebot eine wichtige Voraussetzung, um Familie und Arbeit miteinander vereinbaren zu können.

Der Landkreis beschreibt den künftigen Standort als Ort zum Entdecken, Lernen und gemeinsamen Erleben. Konkrete Angaben zur Zahl der vorgesehenen Plätze, zu den Baukosten und zum geplanten Eröffnungstermin wurden in der Mitteilung noch nicht veröffentlicht.

35.000 Euro für Sprachmittlerpool

Im Rahmen des Spatenstichs übergab die zuständige Kreisdezernentin einen Zuwendungsbescheid über 35.000 Euro an die Arbeiterwohlfahrt. Das Geld ist für den Sprachmittlerpool bestimmt.

Finanziert werden sollen Personal-, Verwaltungs- und notwendige Sachkosten. Sprachmittler können dabei helfen, wenn Kinder oder Eltern wichtige Informationen noch nicht ausreichend auf Deutsch verstehen.

Das betrifft beispielsweise Gespräche über Betreuung, Schule, Gesundheit oder soziale Hilfen. Eine verständliche Kommunikation kann verhindern, dass Missverständnisse entstehen und notwendige Unterstützung Familien nicht erreicht.

Sprachhilfe ersetzt keine dauerhafte Förderung

Sprachmittler sind besonders bei wichtigen Gesprächen hilfreich. Sie ersetzen jedoch keinen regulären Spracherwerb und keine langfristige Förderung in Kita, Schule oder Erwachsenenbildung.

Kinder benötigen verlässliche Möglichkeiten, Deutsch im Alltag zu lernen, ohne dass ihre Herkunftssprache abgewertet wird. Eltern müssen zugleich verständlich über Rechte, Pflichten und Bildungsangebote informiert werden.

Der neue Hort kann dafür ein wichtiger Standort sein, wenn Betreuung, Schule, Jugendhilfe und Familienberatung eng zusammenarbeiten.

Anklam braucht verlässliche Betreuungsplätze

Die Qualität eines neuen Wohn- und Wirtschaftsstandortes hängt auch davon ab, ob Familien ausreichend Betreuung finden. Fehlende Hortplätze können Eltern zwingen, Arbeitszeiten zu reduzieren oder längere Wege in Kauf zu nehmen.

Der Neubau ist deshalb nicht allein ein soziales Projekt. Er gehört zur kommunalen Infrastruktur und kann die Attraktivität Anklams als Wohn- und Arbeitsort beeinflussen.

Entscheidend wird sein, ob neben dem Gebäude genügend Erzieher und weitere Fachkräfte gewonnen werden können. Neue Räume lösen den Fachkräftemangel in der Kinderbetreuung nicht automatisch.

Stadt und AWO sollten Zeitplan offenlegen

Für Eltern sind nun vor allem drei Fragen wichtig: Wann wird der Hort fertig, wie viele Plätze entstehen und wie erfolgt die Vergabe?

Diese Angaben sollten veröffentlicht werden, sobald Bauplanung und Betriebskonzept endgültig feststehen. Auch die Gesamtkosten, Fördermittel und mögliche Risiken für den Zeitplan gehören zu einer transparenten Darstellung.

Quellen

Landkreis Vorpommern-Greifswald, „Spatenstich für den neuen AWO-Hort und Förderung von Unterstützungsangeboten“, veröffentlicht am 30. Juli 2026

Arbeiterwohlfahrt, Angaben zum geplanten Hortneubau und zum Sprachmittlerpool, Stand Juli 2026