Das Robert-Schumann-Haus Zwickau lädt am Sonntag, 23. August 2026, um 17 Uhr zu einem Konzert mit Tenor Martin Bastian und Thomas Synofzik am Klavier ein. Auf dem Programm stehen Lieder und Klavierwerke von Hanns Eisler und Robert Schumann. Wie die Stadtverwaltung Zwickau mitteilt, ist die Veranstaltung zugleich Teil des Jahres der jüdischen Kultur in Sachsen.

Hanns Eisler steht im Mittelpunkt

Hanns Eisler ist vielen vor allem als Komponist der DDR-Nationalhymne bekannt, sein musikalisches Schaffen reicht jedoch von Klavier- und Kammermusik bis zu Orchester- und Bühnenwerken. Einen besonderen Schwerpunkt bilden mehr als 500 Lieder, die vom Arbeiterlied bis zum zwölftönig komponierten Kunstlied reichen.

Eisler wurde 1898 in eine jüdische Familie in Leipzig geboren und studierte später in Wien bei Arnold Schönberg. Zwischen 1938 und 1948 lebte er als politischer Flüchtling in den USA.

Hollywooder Liederbuch gibt Impuls für Konzert

Während seines Exils entstand 1942 und 1943 Eislers „Hollywooder Liederbuch“. Darin befindet sich auch das Lied „Erinnerung an Eichendorff und Schumann“, das nach Angaben des Robert-Schumann-Hauses den Ausgangspunkt für das Zwickauer Konzertprogramm bildete.

Das Werk verbindet die Erfahrung von Vertreibung und Exil mit einem musikalischen Rückblick auf die deutsche romantische Tradition von Joseph von Eichendorff und Robert Schumann.

Brecht, Tucholsky und Eichendorff auf dem Programm

Neben dem Hollywood-Lied erklingen neue deutsche Volkslieder Eislers sowie Vertonungen von Texten Kurt Tucholskys und Bertolt Brechts. Eisler arbeitete über Jahrzehnte eng mit Brecht zusammen und gehörte zu dessen wichtigsten musikalischen Weggefährten.

Von Robert Schumann stehen bekannte und weniger bekannte Eichendorff-Vertonungen auf dem Programm, darunter auch die „Mondnacht“.

Klavierwerke zeigen überraschende Parallelen

Thomas Synofzik spielt außerdem Klavierstücke von Schumann und Eisler. Beide Komponisten veröffentlichten unter der Werknummer Opus 32 Sammlungen kurzer Klavierstücke und griffen dabei auf Johann Sebastian Bach sowie barocke Satztechniken zurück.

Die Gegenüberstellung soll zeigen, wie beide Komponisten historische musikalische Vorbilder in sehr unterschiedlichen Epochen und eigenen Klangsprachen weiterentwickelten.

Konzert begleitet Sonderausstellung

Tenor Martin Bastian erhielt seine Gesangsausbildung unter anderem in Dortmund und Köln. Thomas Synofzik studierte Historische Tasteninstrumente in Köln und Brüssel und leitet seit 2005 das Robert-Schumann-Haus Zwickau.

Eintrittskarten kosten 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Bereits um 16 Uhr wird am selben Tag die Sonderausstellung „Die Schumanns und das Judentum“ eröffnet, mit der das Konzert inhaltlich verbunden ist.

Quelle:

Stadtverwaltung Zwickau, Medieninfo Nr. 317 vom 11. August 2026.