Für die Lebensmittelhilfe in Wolgast beginnt eine entscheidende Suche. Der AWO-Kreisverband Neubrandenburg-Ostvorpommern will den Betrieb der Wolgaster Tafel zum 31. Dezember 2026 einstellen. Damit die Versorgung Bedürftiger weitergehen kann, sucht die Stadt bereits jetzt nach einem neuen Träger für das kommende Jahr.
Gesucht werden Vereine, Kirchen und Wohlfahrtsverbände
Der Aufruf richtet sich nach Angaben der Stadt unter anderem an gemeinnützige Vereine, Wohlfahrtsverbände, kirchliche oder soziale Träger, Stiftungen und gemeinnützige Gesellschaften.
Auch Kooperationen mehrerer Partner sind möglich.
Voraussetzung ist, dass der künftige Betreiber die organisatorischen, fachlichen und wirtschaftlichen Anforderungen an eine Lebensmittelhilfe erfüllen kann.
Bisheriger Standort könnte weiter genutzt werden
Als möglicher Standort nennt die Stadt die derzeitige Ausgabestelle im Existenzgründerzentrum an der Sölvesborger Straße 2.
Dort stehen laut Belegungsplan rund 261 Quadratmeter Fläche zur Verfügung.
Ob diese Räume tatsächlich vom neuen Träger genutzt werden können und unter welchen Bedingungen, muss allerdings noch geklärt werden. Gleiches gilt für Ausstattung, Lager- und Kühlkapazitäten sowie mögliche Übernahmen von Fahrzeugen oder Inventar.
Stadt prüft bis zu 30.000 Euro Unterstützung
Die Stadt stellt ausdrücklich klar, dass sie die Tafel nicht selbst betreiben wird.
Eine freiwillige finanzielle Unterstützung eines künftigen Trägers ist jedoch denkbar.
Nach aktuellem Planungsstand könnten bis zu 25.000 Euro jährlich als Mietkostenzuschuss und weitere bis zu 5.000 Euro für Kraftstoff und andere betriebsnotwendige Sachkosten zur Verfügung stehen.
Insgesamt geht es damit um eine mögliche Hilfe von bis zu 30.000 Euro pro Jahr. Eine verbindliche Zusage ist das allerdings noch nicht. Die Förderung hängt unter anderem von Haushaltslage und politischen Beschlüssen ab.
Lebensmittel müssen beschafft, gelagert und ausgegeben werden
Der Betrieb einer Tafel besteht aus deutlich mehr als der eigentlichen Ausgabe.
Ein künftiger Träger muss organisieren, wie Lebensmittelspenden gewonnen, abgeholt, transportiert, gekühlt, gelagert und sortiert werden.
Hinzu kommen Hygienevorgaben, Arbeitsschutz, Datenschutz sowie die Gewinnung und Betreuung von Ehrenamtlichen.
Auch die Frage, wie Bedürftigkeit geprüft wird, muss geregelt werden.
Bewerbungsfrist läuft bis Ende September
Interessierte Träger können ihre Vorstellungen bis zum 30. September 2026 um 12 Uhr bei der Stadt einreichen.
Gefordert wird kein vollständiges Ausschreibungsverfahren, sondern zunächst ein tragfähiger konzeptioneller Vorschlag.
Darin sollten unter anderem Finanzierung, Personal, Ehrenamt, Logistik und geplante Kooperationen erläutert werden.
Für Wolgast geht es dabei um eine soziale Infrastruktur, die von Menschen genutzt wird, deren Einkommen für den regulären Lebensmitteleinkauf häufig nicht ausreicht.
Ob dieses Angebot ab Januar nahtlos weitergeführt werden kann, hängt nun davon ab, ob sich rechtzeitig ein geeigneter neuer Träger findet.
Quellen
Stadt Wolgast / Amtsbote Am Peenestrom – Aufruf zur Suche nach einem neuen Träger der Wolgaster Tafel – 17. Juli 2026.