Der Duft von frisch gebackenem Brot soll künftig regelmäßig durch den Zoo Stralsund ziehen. Jeden Dienstag zeigen ein Müllermeister und ehrenamtliche Hobbybäcker, wie aus regionalem Roggen zunächst Mehl und anschließend Brot aus dem Holzofen entsteht.

Mit dem neuen Mahl- und Backtag erweitert der Zoo sein Angebot rund um historisches Handwerk. Veranstaltungsort sind die Mahnkesche Mühle und das unmittelbar daneben gelegene Backhaus, das im Jahr 2024 errichtet wurde.

Das öffentliche Angebot findet von Ostern bis Oktober an jedem Dienstag statt. Besucher können dabei die einzelnen Arbeitsschritte vom Getreide bis zum fertigen Brot verfolgen und mit den beteiligten Akteuren ins Gespräch kommen.

Bio-Roggen von der Insel Rügen wird verarbeitet

In der Mahnkeschen Mühle verarbeitet der Müllermeister Bio-Roggen der Stiftung Finc von der Insel Rügen. Daraus entsteht das sogenannte Zoomehl.

Besucher können beobachten, wie das Getreide mit traditioneller Mühlentechnik verarbeitet wird. Damit soll nachvollziehbar werden, wie viel Arbeit zwischen dem angelieferten Korn und dem später verwendbaren Mehl liegt.

Das Angebot verbindet handwerkliche Vorführungen mit Informationen über regionale Produkte und frühere Formen der Lebensmittelherstellung. Die Mahnkesche Mühle ist bereits seit mehreren Jahren ein wichtiger Bestandteil des historischen Bereichs im Stralsunder Zoo.

Brote kommen um 11.30 Uhr in den Holzofen

Nach dem Mahlen übernehmen Hobbybäcker die weitere Verarbeitung. Im Backhaus bereiten sie aus dem frischen Mehl Brote zu, die anschließend im holzbefeuerten Ofen gebacken werden.

Die vorbereiteten Brotlaibe werden jeweils um 11.30 Uhr in den vorgeheizten Backofen geschoben. Bis etwa 14 Uhr können Besucher den Ablauf verfolgen, Fragen stellen und mehr über traditionelle Backtechniken erfahren.

Anders als bei modernen Elektro- oder Gasöfen müssen Temperatur und Backzeit bei einem Holzbackofen besonders aufmerksam gesteuert werden. Der Ofen wird zunächst mit Holz aufgeheizt, bevor Glut und Asche entfernt und die Brote in den heißen Backraum geschoben werden.

Ob und in welcher Form die fertigen Brote anschließend an Besucher abgegeben oder verkauft werden, geht aus der Mitteilung des Zoos nicht hervor.

Beteiligte sammelten zunächst eigene Erfahrungen

Bereits im vergangenen Jahr beschäftigten sich interessierte Mitarbeiter und Freunde des Zoos mit dem neuen Backhaus. Sie lernten den holzbefeuerten Ofen kennen und sammelten praktische Erfahrungen mit dem traditionellen Backverfahren.

In der vergangenen Woche entwickelten die Beteiligten ein Konzept für die regelmäßige Nutzung. Daraus entstand der wöchentliche Mahl- und Backtag.

Der Zoo greift damit Erfahrungen aus bereits bestehenden ehrenamtlichen Projekten auf. Zu den etablierten Initiativen gehören die „Mittwochspinner“ und die Mitwirkenden des Projekts „Garten für Alle“.

Auch der offizielle Jahresrückblick des Zoos beschreibt das Mahlen und Backen als inzwischen fest im Jahresablauf verankertes Handwerksangebot. Allerdings nennt der Rückblick aus dem Januar noch getrennte Wochentage für das Mahlen am Dienstag und das Backen am Mittwoch. Die aktuelle Mitteilung führt beide Arbeitsschritte nun an einem gemeinsamen Dienstag zusammen.

Idee eines Gemeindebackofens soll wiederbelebt werden

Das Backhaus soll langfristig mehr sein als ein Ort für gelegentliche Vorführungen. Der Zoo möchte dort die historische Idee eines Gemeindebackofens neu beleben.

Solche Öfen wurden früher gemeinschaftlich genutzt. Mehrere Familien bereiteten ihre Teige zu Hause vor und brachten sie anschließend zu einem zentralen Backhaus. Durch die gemeinsame Nutzung mussten nicht in jedem Haushalt eigene Öfen beheizt werden.

Im Zoo soll dieses Prinzip in zeitgemäßer Form aufgegriffen werden. Menschen mit Interesse am Backen, Mahlen und an regionalen Lebensmitteln sollen gemeinsam arbeiten, Wissen austauschen und das Angebot weiterentwickeln.

Der Mahl- und Backtag ist deshalb ausdrücklich auch als Begegnungsangebot gedacht. Besucher sollen nicht nur zuschauen, sondern Fragen stellen und Kontakte zu den ehrenamtlich Mitwirkenden knüpfen können.

Weitere Hobbybäcker und Unterstützer gesucht

Der Zoo sucht zusätzliche Menschen, die sich aktiv in das Projekt einbringen möchten. Angesprochen sind Interessierte mit Freude am traditionellen Mahlen und Backen.

Besondere Vorkenntnisse werden in der Mitteilung nicht als Voraussetzung genannt. Neue Mitstreiter sollen gemeinsam mit den bereits Beteiligten Erfahrungen sammeln und die Idee des Gemeindebackofens weiterentwickeln.

Interessierte können sich bei der Zooverwaltung melden. Der Zoo ist telefonisch unter 03831 253480 und per E-Mail über die Verwaltung erreichbar.

Historisches Handwerk ergänzt den Zoobesuch

Der Zoo Stralsund verbindet Tierhaltung und Artenschutz mit der Darstellung regionaler Landwirtschaft und historischer Arbeitsweisen. Sein Leitspruch lautet „Vom Bauernhof in die Wildnis“.

Die Mahnkesche Mühle wurde originalgetreu auf dem Zoogelände rekonstruiert und gehört inzwischen zu den sichtbaren Wahrzeichen der Einrichtung. Rund um die Mühle werden regelmäßig Vorführungen und Aktionstage angeboten.

Beim Deutschen Mühlentag zu Pfingsten konnten Besucher bereits verfolgen, wie Getreide gemahlen und Brot aus dem daraus gewonnenen Mehl hergestellt wird. Der neue Dienstagstermin überführt dieses Erlebnis nun in ein regelmäßig wiederkehrendes Angebot.

Der Mahl- und Backtag ist im regulären Zoobesuch eingebunden. Einen gesonderten Veranstaltungspreis nennt die Mitteilung nicht. Für den Eintritt gelten damit nach dem derzeitigen Informationsstand die üblichen Tarife des Zoos.

Quellen

• Zoo Stralsund: Pressemitteilung „Das Backhaus im Zoo Stralsund wird zum lebendigen Treffpunkt – Dienstags ist Mahl- und Backtag“, veröffentlicht im August 2026. • Zoo Stralsund: Jahresrückblick 2025 mit Informationen zu den regelmäßigen Handwerksangeboten an der Mahnkeschen Mühle und im Backhaus. • Zoo Stralsund: Informationen zur Mahnkeschen Mühle und zu den ständigen Angeboten der Einrichtung.