Zwischen Traditionsseglern und Volksfest präsentiert sich an diesem Wochenende in Rostock auch die Bundeswehr in ungewöhnlich großer Breite. Der Marinestützpunkt Warnemünde öffnet zur Hanse Sail seine Tore und bringt Marine, Heer und Luftwaffe an einem Standort zusammen. Am Sonntag können Besucher noch einmal Kriegsschiffe, Flugabwehrtechnik, Hubschrauber und weitere militärische Ausrüstung aus unmittelbarer Nähe erleben.

Der Stützpunkt auf der Hohen Düne ist am Sonntag, 9. August, von 10 bis 16 Uhr für Besucher geöffnet. Voraussetzung für den Einlass ist ein gültiges Ausweisdokument.

Fregatte „Brandenburg“ öffnet ihre Decks

Einer der größten Anziehungspunkte dürfte die Fregatte „Brandenburg“ sein.

Das Kriegsschiff liegt während der Hanse Sail am Passagierkai in Warnemünde und kann am Sonntag von 11.30 bis 16 Uhr besichtigt werden.

Beim sogenannten Open Ship erhalten Besucher einen Einblick in ein Schiff, das normalerweise nicht frei zugänglich ist.

Die Deutsche Marine nutzt solche Termine traditionell, um Aufgaben, Technik und Alltag an Bord einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen.

Patriot-System aus Sanitz wird präsentiert

Nicht nur die Marine ist vertreten.

Die Flugabwehrraketengruppe 21 aus dem nahe gelegenen Sanitz präsentiert das Flugabwehrsystem Patriot. Das System gehört zur bodengebundenen Luftverteidigung der Bundeswehr und kann Flugzeuge sowie bestimmte Flugkörper bekämpfen.

Damit steht in Warnemünde Technik, die sonst vor allem im Zusammenhang mit Landes- und Bündnisverteidigung wahrgenommen wird, unmittelbar vor Besuchern.

Hubschrauber simulieren Seenotrettung

Besonders spektakulär sind die angekündigten Vorführungen des Marinefliegergeschwaders 5.

Dabei sollen Hubschrauber der Typen Sea Lynx und H145M LUH SOF eingesetzt werden. Im Hafenbecken ist unter anderem eine simulierte Seenotrettung vorgesehen.

Solche Demonstrationen zeigen, wie unterschiedlich militärische Hubschrauber eingesetzt werden können – von Aufklärung und Transport bis hin zur Rettung von Menschen auf See.

Besucher dürfen selbst einen Bundeswehr-Lkw steuern

Auch das Heer beteiligt sich am Programm.

Am Stand des Kraftfahrausbildungszentrums Potsdam können Besucher nach Angaben der Bundeswehr selbst das Steuer eines Lastwagens übernehmen und eine Fahrt erleben.

Damit setzt die Bundeswehr bewusst nicht nur auf statische Technikschauen.

Viele Angebote sollen unmittelbar erlebbar machen, wie Fahrzeuge und Systeme genutzt werden.

Auch Polizei, THW und Feuerwehr vertreten

Neben den Streitkräften präsentieren sich weitere Sicherheitsorganisationen.

Das Technische Hilfswerk, die Bundespolizei, die Wasserschutzpolizei sowie die Stützpunktfeuerwehr sind ebenfalls auf dem Gelände vertreten. Für Familien gibt es zusätzliche Angebote.

Der offene Stützpunkt entwickelt sich damit für einen Tag zu einer großen Leistungsschau von Bundeswehr und Sicherheitsbehörden.

Hanse Sail wird auch Schaufenster der Bundeswehr

Die Hanse Sail ist eigentlich für Traditionssegler, Großsegler und maritime Geschichte bekannt.

Doch die Lage unmittelbar neben einem aktiven Marinestützpunkt gibt Rostock eine Besonderheit, die kaum ein anderes großes Volksfest in Ostdeutschland besitzt.

Die Bundeswehr nutzt das Wochenende, um sich einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren – und gleichzeitig Einblicke in militärische Technik zu ermöglichen, die Bürger normalerweise nur aus Nachrichten oder von Übungen kennen.

Für Rostock und Warnemünde wird die Hanse Sail damit nicht nur zum Treffen historischer Schiffe, sondern auch zum Schaufenster moderner deutscher Seestreitkräfte.

Quellen

Bundeswehr / Deutsche Marine – „Hanse Sail 2026: Die Marine hautnah erleben“, Veranstaltungsinformationen für den Marinestützpunkt Warnemünde vom 7. bis 9. August 2026.

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