DEFA wurde 1946 gegründet
Die DEFA prägte über Jahrzehnte die Filmproduktion in der DDR. Ein großer Teil der Spielfilme, Kinderfilme, Dokumentationen und Animationsproduktionen entstand in Babelsberg.
Damit wurde Potsdam zu einem der wichtigsten Filmstandorte Europas. Viele Produktionen sind bis heute Teil der deutschen Filmgeschichte.
Die Ausstellung beschäftigt sich nicht nur mit bekannten Filmen, sondern auch mit Produktionsbedingungen, politischer Kontrolle und den Menschen hinter der Kamera.
Zwei Ausstellungen ergänzen sich
Die Foyerausstellung „Diene Ehrlich Friedlichem Aufbau“ beleuchtet die frühen Nachkriegsjahre und die Entstehungsphase der DEFA.
Die größere Sonderausstellung „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion.“ betrachtet acht Jahrzehnte Filmgeschichte und deren Wirkung auf Gegenwart und Erinnerung.
Die Landeshauptstadt unterstützt die Ausstellung finanziell. Sie ist Teil eines umfangreicheren Programms zum Filmjahr.
Filmgeschichte wird auch in der Stadt sichtbar
Auf dem Boulevard des Films in der Brandenburger Straße wird die Gestaltung fortgesetzt.
Neue Bodenplatten sollen an Filme und Persönlichkeiten erinnern. Dazu gehört auch der DEFA-Film „Ich war neunzehn“ aus dem Jahr 1968, der bei einer Potsdamer Abstimmung besonders viele Stimmen erhielt.
Solche Erinnerungsorte verbinden Kulturgeschichte mit dem öffentlichen Raum. Sie müssen allerdings verständlich erklärt und dauerhaft gepflegt werden.
Führungen zeigen Drehorte und Produktionsstätten
Bis in den Herbst werden Rundgänge durch Potsdam und Babelsberg angeboten.
Eine Führung beschäftigt sich mit bekannten Drehorten in der Stadt. Eine weitere zeigt die Medienstadt Babelsberg und erklärt, wie moderne Filmproduktionen entstehen.
Damit richtet sich das Filmjahr nicht nur an Fachpublikum, sondern auch an Touristen und Einwohner, die ihre Stadt aus einer anderen Perspektive kennenlernen möchten.
Film ist auch ein Wirtschaftsfaktor
Potsdam ist nicht nur Erinnerungsort, sondern weiterhin Standort von Produktionsfirmen, Studios, Hochschulen und Medienunternehmen.
Die Branche schafft qualifizierte Arbeitsplätze und trägt zum internationalen Ansehen der Stadt bei. Gleichzeitig steht sie unter dem Druck hoher Produktionskosten und des weltweiten Wettbewerbs.
Ein Filmjahr sollte deshalb nicht nur die Vergangenheit feiern. Es muss auch zeigen, wie Potsdam seinen Standort für kommende Produktionen sichern will.
UNESCO-Titel verpflichtet zur Zusammenarbeit
Potsdam ist Deutschlands bislang einzige UNESCO Creative City of Film.
Der Titel soll internationale Kooperationen, kulturellen Austausch und gemeinsame Projekte ermöglichen. Im Herbst nehmen Potsdamer Vertreter an Treffen mit anderen UNESCO-Filmstädten teil.
Entscheidend ist, dass der Titel nicht nur für Stadtmarketing genutzt wird. Er sollte auch Filmvermittlung, Nachwuchsarbeit und die lokale Kreativwirtschaft stärken.
Quellen
Landeshauptstadt Potsdam, „Potsdam feiert erfolgreichen UNESCO-Tag mitten im Filmjahr 2026“, veröffentlicht 2026
Filmmuseum Potsdam, Sonderausstellung „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion. 80 Jahre DEFA-Filme“, eröffnet am 24. Juli 2026
Filmmuseum Potsdam, Foyerausstellung „Diene Ehrlich Friedlichem Aufbau“, Laufzeit bis Mai 2027
Potsdam Marketing und Service GmbH, Führungen zur Filmstadt und Medienstadt Babelsberg, Saison 2026