Der Mühlhäuser Ortsteil Grabe hat seine örtliche Einkaufsmöglichkeit wieder verloren. Nach der Schließung des digitalen 24-Stunden-Marktes sucht die Stadt jetzt aktiv nach einem neuen Betreiber, der das Konzept fortführt.
Dafür wurde ein Interessenbekundungsverfahren gestartet.
Markt sollte Versorgungslücke schließen
Die Stadt hatte die Errichtung des digitalen Marktes unterstützt, nachdem die Dorfgemeinschaft wiederholt den Wunsch nach einer Einkaufsmöglichkeit für Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs geäußert hatte.
Der Standort sollte damit eine klassische Versorgungslücke im ländlichen Raum schließen.
Digitales Konzept ermöglicht lange Öffnungszeiten
Solche Märkte kommen meist mit deutlich weniger Personal aus als klassische Dorfläden.
Zugang, Bezahlung und Überwachung werden weitgehend digital organisiert.
Dadurch können auch in kleineren Ortschaften lange Öffnungszeiten wirtschaftlich möglich werden.
Stadt spricht von Daseinsvorsorge
Bemerkenswert ist, wie Mühlhausen das Projekt einordnet.
Die Verwaltung bezeichnet die wohnortnahe Versorgung ausdrücklich als Teil kommunaler Daseinsvorsorge.
Damit wird der Markt nicht nur als privatwirtschaftliches Geschäft betrachtet.
Betreiberfrage entscheidet über Zukunft
Ob das Angebot dauerhaft zurückkehrt, hängt nun entscheidend davon ab, ob sich ein Unternehmen findet, das den Standort übernehmen möchte.
Gerade für ältere Bewohner oder Menschen ohne eigenes Auto kann ein lokaler Lebensmittelmarkt erheblichen Einfluss auf den Alltag haben.
Mühlhausen will deshalb nach dem Scheitern des bisherigen Betreibermodells nicht einfach aufgeben.
Quellen
Stadt Mühlhausen – Suche nach neuem Betreiber für digitalen Nahversorgungsmarkt in Grabe, 6. Juli 2026