Förderung aus dem Neuen Europäischen Bauhaus

Die Förderbescheide werden im Rahmen der EU-Richtlinie „Neues Europäisches Bauhaus“ übergeben.

Das Programm verbindet Nachhaltigkeit, Gestaltung und gesellschaftliche Teilhabe.

Staatsminister Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Kulturminister des Landes, soll die Bescheide überreichen. Halles Oberbürgermeister Alexander Vogt begrüßt die Beteiligten.

Die genaue Fördersumme wurde in der städtischen Terminankündigung noch nicht genannt.

Gebäude besitzt belastete Geschichte

Der Bau war Sitz der Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit.

Nach dem Ende der DDR wurde das Gebäude unter anderem als Finanzamt genutzt. Seit Jahren steht es leer.

Eine neue Nutzung kann den Ort öffnen. Die Geschichte darf dabei jedoch nicht verdrängt oder durch ein freundliches neues Erscheinungsbild überdeckt werden.

Informationen zur früheren Funktion sollten dauerhaft Teil des Projektes bleiben.

Kultur und Demokratie unter einem Dach

Das Gemeinschaftsamt soll Vereinen und Initiativen Räume bieten.

Denkbar sind Veranstaltungen, Workshops, Ausstellungen, Bildungsangebote und gemeinschaftliche Arbeitsbereiche.

Gerade kleinere Vereine leiden häufig unter hohen Mieten und fehlenden Veranstaltungsräumen. Ein gemeinsam genutztes Gebäude kann Kosten senken und Kooperationen erleichtern.

Nähe zum Stasi-Unterlagen-Archiv ist bedeutend

Direkt neben dem früheren Verwaltungsbau befindet sich das Bundesarchiv mit dem Stasi-Unterlagen-Archiv Halle.

Diese räumliche Nähe bietet Chancen für gemeinsame Bildungsprojekte.

Besucher könnten historische Dokumentation und heutige demokratische Arbeit miteinander verbinden. Dadurch würde sichtbar, wie aus einem Ort staatlicher Überwachung ein öffentlicher Raum für Beteiligung entstehen kann.

Sanierung dürfte anspruchsvoll werden

Ein langjährig leerstehendes Verwaltungsgebäude besitzt meist erheblichen Sanierungsbedarf.

Heizung, Elektrik, Brandschutz und Barrierefreiheit müssen geprüft und erneuert werden. Auch mögliche Schadstoffe in Baustoffen können zusätzliche Kosten verursachen.

Bevor der reguläre Betrieb beginnt, braucht es deshalb eine belastbare Untersuchung des Gebäudes und einen realistischen Finanzplan.

Vereine benötigen langfristige Sicherheit

Fördermittel erleichtern Planung und erste Umbauten. Entscheidend ist jedoch, wie der laufende Betrieb finanziert wird.

Mieten, Energie, Reinigung und Personal verursachen dauerhaft Kosten.

Ein gemeinwohlorientierter Ort darf nicht nach dem Ende einer Förderperiode schließen müssen. Stadt, Land und Projektpartner sollten deshalb frühzeitig ein tragfähiges Betriebsmodell entwickeln.

Halle-Neustadt erhält neuen Anziehungspunkt

Das Projekt könnte Menschen aus anderen Stadtteilen nach Halle-Neustadt bringen.

Kulturelle und politische Veranstaltungen sind bislang stark auf das Zentrum konzentriert. Ein attraktiver Ort am Gimritzer Damm kann diese Verteilung verändern.

Dabei sollte die Nachbarschaft von Beginn an beteiligt werden. Ein Zentrum für Zivilgesellschaft muss auch die Interessen der unmittelbaren Anwohner berücksichtigen.

Offene Fragen zu Zeitplan und Nutzung

Noch ist unklar, wann erste Räume nutzbar werden und welche Vereine dauerhaft einziehen.

Auch Umfang, Kosten und konkrete Bauabschnitte müssen genauer erklärt werden.

Die Fördermittelübergabe ist deshalb ein wichtiger Schritt, aber noch nicht der Abschluss des Projektes.

Quellen

Stadt Halle (Saale), „Projekt Gemeinschaftsamt am Gimritzer Damm: Oberbürgermeister begrüßt Gäste bei Fördermittelübergabe“, veröffentlicht am 31. Juli 2026

Land Sachsen-Anhalt, Förderung im Rahmen der EU-Richtlinie „Neues Europäisches Bauhaus“, Stand August 2026

Projektverbund „Gemeinschaftsamt“, Konzept für Kultur, Demokratie und zivilgesellschaftliches Engagement