Archäologische Schätze aus dem Vorharz

Nur noch wenige Plätze: Forscher untersuchen die Fürstengräber von Emersleben

Zwei außergewöhnliche Gräber aus dem dritten Jahrhundert stehen Ende August im Mittelpunkt einer wissenschaftlichen Fachtagung. Die Veranstaltung im Halberstädter Rathaus stößt bereits auf großes Interesse.

Von Johannes Falkenberg | 5. August 2026 | 4 Min. Lesezeit

Die vor 85 Jahren entdeckten Bestattungen gehören zu den bedeutendsten archäologischen Funden der Region. Moderne Untersuchungsmethoden sollen nun neue Erkenntnisse über die Verstorbenen und ihre Lebenswelt liefern.

Die Tagung unter dem Titel „Reich und schön? Die Fürstengräber der jüngeren Römischen Kaiserzeit aus Emersleben“ findet am 28. und 29. August 2026 im Halberstädter Rathaus statt.

Für die Veranstaltung sind nur noch wenige Plätze verfügbar. Interessierte können sich noch bis zum 17. August anmelden. Die Teilnahme an der Fachtagung ist kostenfrei.

Gräber wurden 1941 entdeckt

Die beiden Grabanlagen stammen aus der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts nach Christus. Arbeiter entdeckten sie 1941 in einer Tongrube an der Straße zwischen Emersleben und Groß Quenstedt.

An der Bergung war der damalige Leiter des Halberstädter Museums, August Hemprich, beteiligt. Die Fundstücke gehören heute zu den wichtigsten Objekten der archäologischen Sammlung des Städtischen Museums Halberstadt.

Die Gräber enthielten wertvolle Beigaben, die auf den hohen gesellschaftlichen Rang der bestatteten Männer hinweisen. Dazu gehören Schmuckstücke und weitere Gegenstände, die wichtige Hinweise auf Kleidung, Handel und Lebensweise in der Römischen Kaiserzeit geben.

17 Fachleute aus Deutschland und Polen

Während der zweitägigen Tagung stellen 17 Referentinnen und Referenten aus Deutschland und Polen ihre Forschungsergebnisse vor.

Im Mittelpunkt stehen die gesellschaftlichen Verhältnisse der Römischen Kaiserzeit, damalige Bestattungsbräuche, die Mobilität der Bevölkerung und die Handelsverbindungen im Raum Halberstadt.

Die Wissenschaftler wollen die Emerslebener Gräber außerdem mit anderen europäischen Prunkgräbern aus dieser Epoche vergleichen.

Harald Meller hält Festvortrag

Ein Höhepunkt der Veranstaltung ist der öffentliche Festvortrag des Landesarchäologen Harald Meller. Er spricht am 28. August um 18.30 Uhr im Halberstädter Rathaus über aktuelle Forschungen zur Römischen Kaiserzeit in Sachsen-Anhalt.

Auch die Teilnahme an diesem Vortrag ist kostenlos. Wegen der begrenzten Platzkapazität wird jedoch eine vorherige Anmeldung empfohlen.

Sonderausstellung für 2028 geplant

Die neuen Forschungsergebnisse sollen in eine umfassende Sonderausstellung einfließen. Das Städtische Museum plant, die Emerslebener Funde im Jahr 2028 vollständig zu präsentieren.

Bislang wurden die außergewöhnlichen Fundstücke in Halberstadt noch nie gemeinsam und vollständig öffentlich gezeigt.

Kinder aus Emersleben gestalten eigene Fürsten

Begleitet wird die Tagung von einer Ausstellung mit Bildern der Kita „Storchenkinder“ aus Emersleben. Die Kinder beschäftigten sich bei mehreren Projekttagen mit den Ausgrabungen und entwickelten eigene Vorstellungen vom Aussehen der beiden bestatteten Männer.

Die Bilder sind noch bis zum 1. Oktober kostenfrei im Halberstädter Rathaus zu sehen. Das Museum sucht außerdem Fotos, Berichte und persönliche Erinnerungen an die Ausgrabungen des Jahres 1941.

Quellen

Harz News: „Nur noch wenige Plätze für Archäologie-Tagung in Halberstadt“, veröffentlicht am 5. August 2026.

Stadt Halberstadt: Informationen zur Fachtagung „Reich und schön? Die Fürstengräber der jüngeren Römischen Kaiserzeit aus Emersleben“.

Stadt Halberstadt: „Die Emerslebener Fürsten ziehen ins Rathaus“, veröffentlicht am 24. Juli 2026.