Freiberg erinnert am Dienstag, 18. August, an den 250. Geburtstag von Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder. Gemeinsam mit mehreren Vereinen und Institutionen richtet die Stadt eine öffentliche Gedenkveranstaltung mit Geschichtsstunde, bergmännischem Gedenkzug und einer Aufwartung am Herder-Denkmal aus.
Geschichtsstunde eröffnet den Abend
Den Auftakt bildet um 18 Uhr die Freiberger Geschichtsstunde „250 Jahre Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder“ im Krüger-Hörsaal in der Prüferstraße 4.
Referent ist Bernhard Wagenbreth. Die Teilnehmer werden von Prof. Dr. Jutta Emes, Rektorin der TU Bergakademie Freiberg, begrüßt. Die Moderation übernimmt Dr. Jens Grigoleit vom Fremdenverkehrsverein Freiberg. Für die musikalische Begleitung sorgt das Bergmusikkorps Saxonia.
Gedenkzug führt durch die Innenstadt
Um 19.30 Uhr beginnt in der Prüferstraße der bergmännische Gedenkzug der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft. Die Stadt weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich nicht um eine klassische Bergparade mit musikalischer Begleitung handelt, sondern um einen Gedenkzug zu Ehren Herders.
Die Strecke führt zunächst über Burgstraße, Schloßplatz, Brennhausgasse und Kirchgasse zum Oberbergamt. Anschließend geht es über Burgstraße und Thielestraße weiter zum Herderhaus.
Während des Zuges sind Grußworte von Oberberghauptmann Prof. Bernhard Cramer und Bürgermeister Martin Seltmann vorgesehen.
Fackelschein an „Herders Ruh“
Über Herderstraße, Untermarkt, Bäckergäßchen, Am Mühlgraben und den Tuttendorfer Weg zieht die Gruppe anschließend weiter nach „Herders Ruh“.
Dort ist gegen 20.30 Uhr eine bergmännische Aufwartung im Fackelschein am Herder-Denkmal geplant. Knut Neumann, Ehrenbürger Freibergs und langjähriger Vorsitzender der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft, hält einen Vortrag zum Grabdenkmal.
Das Ende der öffentlichen Veranstaltung ist gegen 21 Uhr vorgesehen.
Herder prägte den sächsischen Bergbau
Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder wurde am 18. August 1776 geboren und starb am 29. Januar 1838. Er war ein Sohn des Gelehrten Johann Gottfried von Herder und studierte zunächst in Jena und Göttingen, bevor er an die Bergakademie Freiberg kam.
Seine bergmännische Laufbahn in Freiberg begann Ende 1802 als Bergamtsassessor. 1826 wurde Herder zum Oberberghauptmann ernannt und erreichte damit das höchste Amt eines Bergbeamten im sächsischen Berg- und Hüttenwesen.
Nach Angaben der Stadt erhielt der sächsische Bergbau unter seiner Leitung unter anderem durch neue Maschinen, die stärkere Nutzung von Steinkohle im Hüttenwesen und die Einführung der Gasbeleuchtung neue Impulse.
Herder gilt zudem als Begründer des „Kalenders für den Sächsischen Berg- und Hüttenmann“ und engagierte sich für kulturelle Veranstaltungen und Einrichtungen.
Sein Grab befindet sich bei „Herders Ruh“ am Tuttendorfer Weg. Nach seinem Tod wurde er dort unter großer Beteiligung von Berg- und Hüttenleuten sowie der Freiberger Bevölkerung beigesetzt.
Quelle:
Stadtverwaltung Freiberg, Pressestelle, Pressemitteilung zum 250. Geburtstag von Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder.