Auf einer insgesamt rund 130 Kilometer langen Stromverbindung sollen künftig größere Energiemengen transportiert werden können. Der Thüringer Abschnitt verläuft von der hessischen Landesgrenze bei Eisenach bis zum Umspannwerk Vieselbach bei Erfurt.
Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz hatte den Beginn der Bauarbeiten für Anfang August 2026 angekündigt. Das Vorhaben betrifft neben Eisenach auch weitere Städte und Gemeinden im Wartburgkreis sowie entlang der bestehenden Leitungstrasse.
Bestehende Leitung wird leistungsfähiger
Die Stromtrasse wird nicht vollständig neu gebaut. Vielmehr sollen auf dem bestehenden Verlauf leistungsfähigere Leiterseile angebracht werden.
Auf dem rund 87 Kilometer langen Abschnitt im Netzgebiet von 50Hertz sind außerdem bauliche Anpassungen an einem Teil der Strommasten vorgesehen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur sollen 28 bestehende Masten ersetzt werden.
Mehr Strom zwischen Thüringen und Hessen
Die Leitung verbindet das Umspannwerk Vieselbach bei Erfurt über den Raum Eisenach mit Mecklar in Hessen. Sie ist damit eine wichtige Ost-West-Verbindung im deutschen Übertragungsnetz.
Durch die neuen Hochtemperaturleiterseile kann auf derselben Trasse mehr Strom transportiert werden. Das soll insbesondere helfen, schwankende Strommengen aus erneuerbaren Energiequellen über größere Entfernungen auszugleichen.
Arbeiten können Grundstücke und Wege betreffen
Für Bauarbeiten an Masten und Leitungen müssen Fachfirmen die Standorte erreichen. Dafür können zeitweise Zufahrten, Wirtschaftswege oder Flächen im Umfeld der bestehenden Trasse genutzt werden.
50Hertz hatte betroffene Kommunen und Grundstückseigentümer bereits im Vorfeld über den geplanten Baustart informiert. Die Arbeiten sollen so organisiert werden, dass Beeinträchtigungen möglichst begrenzt bleiben.
Projekt ist Teil des bundesweiten Netzausbaus
Das Vorhaben wird im Bundesbedarfsplangesetz als wichtiges Energieinfrastrukturprojekt geführt. Die Bundesnetzagentur hatte den Verlauf und die technischen Maßnahmen für den Abschnitt zwischen Vieselbach und der hessischen Landesgrenze bereits genehmigt.
Anders als bei vollständig neuen Stromtrassen bleibt der bisherige Leitungskorridor grundsätzlich erhalten. Dennoch sind umfangreiche Bauarbeiten erforderlich, weil neue Seile höhere technische Anforderungen an einzelne Masten stellen.
Eisenach liegt an wichtiger Energieachse
Für die Region bedeutet die Maßnahme, dass Eisenach weiterhin Teil einer zentralen Stromverbindung zwischen Thüringen und Hessen bleibt. Die Leitung dient nicht in erster Linie der lokalen Stromversorgung, sondern dem überregionalen Transport großer Energiemengen.
Wie lange die einzelnen Arbeiten im Eisenacher Raum dauern, hängt vom konkreten Bauabschnitt und den örtlichen Bedingungen ab.
Quellen
50Hertz Transmission GmbH, öffentliche Bekanntmachung zum Baustart der Netzverstärkung Mecklar–Vieselbach, veröffentlicht am 30. März 2026.
50Hertz Transmission GmbH, Projektinformationen zur Netzverstärkung Mecklar–Vieselbach, Stand 2. August 2026.
Wartburgstadt Eisenach, Bekanntmachung zum geplanten Beginn der Netzarbeiten ab August 2026.